23. Dezember 2021

Neubau Grundschule Osburg

1. Preis: Mo Re Architekten PartGmbB, Hamburg
1. Preis: Mo Re Architekten PartGmbB, Hamburg
Visualisierung: Die Entwurfsverfasser

Das Grundschulgebäude in Osburg ist weit größer als der Bedarf. Deshalb soll es abgerissen und neu aufgebaut werden

Die zweizügige Grundschule im Landkreis Trier-Saarburg fasst derzeit zirka 150 Schülerinnen und Schüler und wird als Ganztagsschule betrieben. Da der Schulstandort ehemals für den Betrieb als Grund- und Hauptschule ausgelegt war, die weiterführenden Schulen mittlerweile aber an einem anderen Standort zusammengeführt wurden, ist der aktuelle Gebäudebestand weit größer als der Bedarf. Hinzu kommt ein schlechter Bauzustand, der die Sanierung des jetzigen Baus wirtschaftlich ausschließt. Deshalb soll das aktuelle Gebäude durch einen städtebaulich, architektonisch und funktional zukunftsorientierten Neubau ersetzt werden. Letzterer soll technisch, wirtschaftlich und ökologisch hohe Qualitäten aufweisen. Außerdem soll er die Voraussetzungen dafür schaffen, das Konzept eines „Lernhauses“ nach dem Vorbild des „Münchener Lernhauses“ umzusetzen. Hierbei lernen die Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe mitunter in räumlichen Clustern. Hierzu bedarf es eines variablen Raumkonzeptes.

1. Preis

Der erste Preis ging an das Büro Mo Re Hamburg. Zwei zueinander versetzte Baukörper fassen zwei Freiraumsituationen: einen Vorplatz zum Straßenraum und einen weiteren zum Schulhof, welcher zwei alte Lindenbäume mit einschließt. Im Inneren der Schule ermöglicht eine vielseitig nutzbare Lernlandschaft unterschiedliche Unterrichtsformen. Mensa, Mehrzweckraum, Ganztagsunterricht und Verwaltung sind im Erdgeschoss untergebracht. Großzügige, offene und schöne Belichtungssituationen sind charakteristisch. Die Jury bescheinigt dem Entwurf eine hochwertige Architektursprache und spricht von einem gut durchgearbeiteten Konzept mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Der vorgeschlagene Holzbau, eine CO2-gesteuerte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Wärmepumpe mit Erdsonden und die Nutzung von Photovoltaik tragen zur geforderten Ökologie und Nachhaltigkeit bei. 

2. Preis

Der zweitplatzierte Entwurf von Ferdinand Heide Architekt aus Frankfurt zeichnet sich durch einen kompakten Baukörper im Osten des Baufeldes aus. Mehrzweckraum, Mensa und Haupteingang orientieren sich zum Schulhof hin. Die eigentlichen Unterrichtsräume sind im Obergeschoss ringförmig um ein Atrium herum angeordnet, werden aber durch zwei Treppenaufgänge zweigeteilt. Die Flächen sind laut Jury im Sinne einer offenen Lernlandschaft sehr gut nutzbar, allerdings sei der Verkehrsflächenanteil hierbei sehr hoch. Neben der architektonischen Qualität habe die Jury auch die große Schulhoffläche überzeugt.
 

3. Preis

Den dritten Preis erhielten reichert schulze freie architekten und stadtplaner aus Stuttgart. Sie konnten beim Preisgericht mit einer klaren Grundstruktur und einer gelungenen Raumzuordnung punkten. Der Baukörper bilde einen angemessenen Vorbereich zur Straße und einen großen rückwärtigen Schulhof. Den Klassenräumen im Obergeschoss seien gut belichtete Lernbereiche vorgelagert, die ökonomischen Kennzahlen lägen im günstigen Bereich. Kritisch betrachtet wurde vor allem die geringe Bearbeitungstiefe.


Anerkennungen

Zwei gleichwertige Anerkennungen sprach die Jury den Entwürfen von Oei Architekten aus Fellbach und stm architekten Stößlein, Merenbacher Architekten und Stadtplaner aus Nürnberg aus.