19. Juli 2022

Hauptfeuerwache Trier

1. Preisträger
Visualisierung: wulf architekten GmbH, Stuttgart

Die Hauptfeuerwache am St.-Barbara-Ufer in Trier aus dem Jahr 1956 soll durch einen Neubau am Standort des ehemaligen Polizeipräsidiums ersetzt werden.

Die neue Hauptfeuerwache mit Rettungswache und integrierter Leitstelle soll über eine Tiefgarage für die Einsatzfahrzeuge verfügen und sich harmonisch in die Umgebung zum Weltkulturerbe Kaiserthermen einfügen. Besonderes Augenmerk lag auf einer reibungslosen verkehrstechnischen Erschließung mit zwei redundanten Ausfahrten. Vorschläge hierfür lieferte nun ein nichtoffener Realisierungswettbewerb, bei dem vier Preise und drei Anerkennungen vergeben wurden.

1. Preis

Der Siegerentwurf von wulf architekten GmbH aus Stuttgart besteche durch seine Kompaktheit und Ablesbarkeit der Funktionen, so die Jury. Die Leitstelle ist als eigenständiger Kubus an der südlichen Grundstücksgrenze platziert und schließt im zweiten Obergeschoss durch einen Steg an die Feuerwache an. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss der Feuerwache sind weitgehend verglast, während die Fassaden des zweiten und dritten Obergeschosses sich mit dem roten Ziegelstein an den benachbarten Kaiserthermen orientieren. Dank der kompakten Bauformen ergäben sich Freiflächen mit unterschiedlichen Nutzungen und räumlichen Qualitäten, so das Preisgericht. Insgesamt überzeuge die Arbeit durch „eine gute Zuordnung der Funktionen, durch kurze Wege und schnelles Ausrücken“ und schaffe „sowohl Rückzugsmöglichkeiten als auch Gemeinschafts- und Kommunikationsräume“. Darüber hinaus verspreche sie günstige Lebenszykluskosten und zeichne sich durch Nachhaltigkeit aus.

2. Preis

Der zweite Preis ging an AV1_b.i.g._Kempen Krause aus Kaiserslautern. Besonders angetan waren die Preisrichter von der zurückhaltenden, primär zweigeschossigen Bebauung entlang der Südallee. Die viergeschossige Betonung an der nordwestlichen Ecke dagegen nehme den Duktus des angrenzenden Stadtbades auf, adressiere die Feuerwehr und markiere deutlich den Haupteingang. Die Klinkerfassade orientiere sich mit ihrer Farbgebung an den Kaiserthermen und stelle in der Materialität auch einen Bezug zum Stadtbad her, lobte die Jury. Positiv bewertete sie zudem die Lage der integrierten Leitstelle, die kurzen Wege sowie die Aufenthaltsqualitäten im Inneren und Freien.

3. Preis

Die drittplatzierten Kohlmayer Oberst Architekten aus Stuttgart präsentieren eine „fließende“ Großform. Diese nehme sich in ihrer Höhenentwicklung wohltuend gegenüber dem Weltkulturerbe zurück und werde durch Unterschnitte, Durchfahrten und Höfe gegliedert. Auch das gewählte Material Ziegel überzeuge, ebenso der Vorschlag, die Leitstelle durch ein Oberlicht mit Tageslicht zu versorgen. Überarbeitungsbedarf sah das Preisgericht jedoch bei den teils langen Verkehrswegen sowie dem hohen Technisierungsgrad. Nichtsdestotrotz handele es sich um „einen engagierten, gut durchdachten Lösungsvorschlag, über dessen Wirkung als Großform man in dem sensiblen Umfeld durchaus kritisch diskutieren kann“, lautete das Juryurteil.

4. Preis

Den vierten Preis erhielt Schilling Planung GmbH aus Köln für ihren städtebaulich wie architektonisch gelungenen Beitrag. Die Baumassen seien nicht nur gut gewichtet, sondern auch in ihrer Höhenstaffelung dem Ort angemessen. Als besonders gelungen erachteten die Preisrichter das Verkehrskonzept sowie das auf Langlebigkeit ausgelegte Materialisierungskonzept: Mauerwerksflächen in Kombination mit gefärbten Betonelementen außen, naturbelassene Materialien wie Beton und Holz im Inneren. Funktionszusammenhänge und Wegeverbindungen müssten jedoch noch optimiert werden.

Anerkennungen

Mit Anerkennungen würdigte die Jury die Arbeiten von take five architekten mainz trier, allmannwappner Architekten GmbH (München) und SUPERGELB Architekten GmbH SUPER-GELB – G - TEC - HIG (Köln).