22. August 2008

Weichen für die Zukunft stellen

Einmal im Jahr trifft sich der Vorstand der Architektenkammer zu einer zweitägigen Sitzung, um unabhängig von den laufenden Aufgaben und Maßnahmen über Zielsetzungen, Prioritäten und neue Projekte der Kammerarbeit zu beraten. Das Themenspektrum der Augustklausur 2008 reichte dabei von Architektenausweis bis hin zur Zulassungsberechtigung Flächenplanung. Neben aktuellen berufsrechtlichen Novellierungsverhandlungen zur VOF und neuer Wettbewerbsordnung wurden auch Fragen von Berufsethos und Ehrenamtlichkeit bis hin zu Themen der Kammergruppenarbeit in der Region diskutiert. 

Konkrete Ergebnisse erstrecken sich dabei auf eine Stellungnahme zum Erhalt der Vergabeordnung für freiberufliche Leistung VOF, sowie Kriterien für die Vergabe von Planungsleistungen unterhalb des EU Schwellenwertes. Infolge der Rechtssprechung zur Anwendung der VOB in Verträgen mit privaten Bauherren stellt sich die Frage nach der Formulierung eines speziellen Bauvertragsrechts, das das Dreiecksverhältnis Bauherren, Baugewerbe und Planer umfasst.

Foto: Vorstandmitglieder in Besprechungssituation
Angeregte Diskussionen im Vorstand prägen das Klausurklima.
Foto: Annette Müller, Mainz
Foto: Drei Vorstandsmitglieder am Besprechungstisch
Manfred Müller, Gerlinde Wolf und Hermann-Josef Ehrenberg
foto: Annette Müller, Mainz

Die erfolgreiche Arbeit von Architekten soll durch Bauherrengeschichten kommuniziert werden, wie auch die Kompetenz der Architekten als Berater und Dienstleister beispielsweise für baubegleitende Qualitätskontrolle stärker kommuniziert werden soll. Mit speziellen Bescheinigungen zur Bauvorlageberechtigung ab dem Jahr 2009 werden alle Beteiligten an die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften der Landesbauordnung erinnert. Klar war auch die Erkenntnis, dass bei den absehbaren geringen Wachstum des Bauvolumens inklusive einer Schwerpunktverlagerung in das Bauen im Bestand, eine Reduktion von Ausbildungskapazitäten und gegebenenfalls auch Hochschulstandorten angebracht ist.

Fortbildungsthemen orientieren sich noch stärker an einer gewandelten Bauvertragspraxis hinsichtlich der Vollständigkeit von Ausschreibungen und dem Umgehen mit einem Nachtragsmanagement. Nicht zuletzt waren die finanziellen Grundlagen der Kammerarbeit wie die Haushalte der Jahre 2007 bis 2009 sowie der Haushalt der Bundesarchitektenkammer zu diskutieren.