Auftakt zur Woche der Baukultur in der Pfalz

Der Gebäudebestand ist einer der größten Rohstoff- und CO₂-Speicher unserer Städte und damit eine zentrale Ressource für nachhaltiges Bauen. Statt Abriss und Neubau braucht es einen konsequenten Wandel hin zu Weiterbauen, Umnutzen und ressourcenschonender Sanierung. Bestehende Gebäude bieten nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch kulturelle, soziale und städtebauliche Qualitäten, die es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Minimalinvasive Eingriffe, kluge Planung sowie der Einsatz regionaler Materialien wie Holz, Lehm, Kalk oder Zellulose schaffen zukunftsfähige und atmosphärisch hochwertige Räume. Besonders die Transformation leerstehender Handels- und Bestandsbauten eröffnet Chancen für neue Nutzungen, urbane Vielfalt und nachhaltige Quartiersentwicklung. Der Umgang mit dem Bestand ist damit nicht nur eine technische oder wirtschaftliche Aufgabe, sondern Ausdruck unserer baukulturellen Verantwortung und gesellschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Seminar:
26718

Termin:
24. Juni 2026 18:00 Uhr - 21:00 Uhr

Teilnehmergebühr:

kostenfrei

Zur Thematik spricht Oliver Seidel vom Baubüro in situ.

Oliver Seidel, Dipl. Ing. Architekt FH, schloss sein Diplom Architektur an der Fachhochschule Münster ab. Nach Stationen in Dresden und Schwerin führte er ab 1998 ein Architekturbüro im Münsterland, das sich vor allem mit Niedrigenergiehäusern und Holzrahmenbauweise befasste. Seit 2000 arbeitet er in Basel an Projekten im Bestand und realisierte u.a. zwei Gastronomieprojekte. Seit 2007 ist er beim baubüro in situ und setzte in Basel die schweizweit erste Minergie-P-Sanierung eines Mehrfamilienhauses aus den 50ern um. Im Lysbüchelareal, Basel (ELYS) entwickelte und baute er eine 100 x 10 Meter grosse Fassade aus gebrauchtem Baumaterial. Sein Schwerpunkt liegt, neben maximalem Bestandserhalt, in der Entwicklung von Projekten aus gebrauchten Materialien und Bauteilen. Seit 2012 ist er Partner bei der baubüro in situ ag. Vom Sommersemester 2022 an teilt sich Oliver Seidel für 2 Semester eine Gastprofessur mit Kerstin Müller zum Thema „zirkulärem Bauen“ und „bauen mit gebrauchtem Material“ unter dem Namen "De- und Re-Construct better! am Lehrstuhl nachhaltige Konstruktion bei Professor Dirk E. Hebel  am KIT in Karlsruhe.

Wir laden alle Interessierten ein, sich über die effektiven Strategien und realisierten Projekte zu informieren und sich von ihm inspirieren zu lassen.

Programm

Begrüßung                         Joachim Becker, Vizepräsident Architektenkammer Rheinland-Pfalz     

Vortrag                                “Re Use + Zirkuläres Bauen”
Oliver Seidel,

Moderation                       Michael Burghaus, Architekt

Musikalische
Untermalung                    Akordeonduo  Tasta(R)tur

Anschließend gibt es die Gelegenheit für Gespräche und zum kollegialen Austausch mit Umtrunk.

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Fortbildungspunkte

Architektur – Innenarchitektur – Landschaftsarchitektur – Stadtplanung