Anders als Vorstand und Vertreterversammlung sind die zwölf Kammergruppen keine Organe der Kammer. Sie sind im Architektengesetz nicht benannt. Trotzdem – oder gerade deshalb – sind sie extrem wichtig. Ihre Arbeit ist frei von den gesetzlich geregelten Funktionen, die Kammerorgane zu erfüllen haben, im Grunde nur sich selbst verpflichtet (und der Berufsordnung). Wie diese Freiheit genutzt wird, ist zwölfmal anders, überall spannend und immer selbst organisiert.
Kaiserslautern betreibt beispielsweise seit vielen Jahren die architekturgalerie, in der Südwestpfalz wurde die schwarze Baukulturbox erfunden, zwischen Ahr und Mosel wurde als Austauschformat mit der Bauaufsicht das Architektenfrühstück etabliert, in Koblenz lädt das Schaufenster Baukultur regelmäßig zu Veranstaltungen ein. In Mainz gibt es Stadt | Land | Slam, das Architekturquartett und den architektouren-Bus zum Tag der Architektur. Den hat Koblenz auch und die Eifel geht einmal jährlich auf gemeinsame Exkursion, während Neustadt sich um die Landesgartenschau 2028 kümmert. Auch die Architekturfilmreihe tourt seit einigen Jahren bereits durch die Kammergruppen. So oder so ähnlich ist es in den meisten Kammergruppen. Daneben gibt es an vielen Orten regelmäßige Treffen mit den politisch Verantwortlichen und der Verwaltungsspitze, um Themen des Planens und Bauens zu diskutieren oder einfach kollegiale Stammtische. Im Mittelpunkt steht jedenfalls der Austausch über fachliche Themen und das Netzwerken untereinander. Wer sich hier engagiert, tut das im engen Kreis. Das Kennenlernen geht unverbindlich. Neugierig? Die nächste Einladung kommt sicher bald ins Mailpostfach!
Die Organisation von all dem kommt aus den Kammergruppen selbst. Alle fünf Jahre finden ein paar Monate nach der Vertreterversammlungswahl Wahlen in den zwölf Kammergruppen statt. Bestimmt wird jeweils ein Leitungsteam. Wie groß das ist, bestimmt die Kammergruppe. Einzige Konstante: Es sollte eine Sprecherin oder einen Sprecher und eine Stellvertretung gewählt werden. Unterstützt werden die Kammergruppen in ihrer Arbeit durch die Landesgeschäftsstelle (Dr. Nuehlen und Frau Seitz-Wollowski). Für die öffentlichkeitswirksame Arbeit vor Ort gibt es aus dem Kammerhaushalt ein Budget.