28. Oktober 2026

Schulzentrum Nord Pirmasens

1. Preisträger
1. Preis
Modell: löhle neubauer architekten, Augsburg

Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil

Die Stadt Pirmasens plant am Rande der Innenstadt einen zukunftsfähigen, nachhaltigen Schulcampus, der unterschiedliche Bildungsangebote räumlich und funktional miteinander verknüpft. Gestaltungsvorschläge hierfür lieferte ein nichtoffener Realisierungswettbewerb. Im Realisierungsteil war der Neubau der Förderschule Pirminiusschule einschließlich Mensa und zugehöriger Freianlagen auf dem heutigen Grundstück der Grundschule Husterhöhe zu planen. Ergänzend sollten im Ideenteil Konzepte für den Neubau der Grundschule Husterhöhe und einer Zweifeld-Sporthalle erarbeitet werden. Im Mittelpunkt der Wettbewerbsaufgabe standen neben einer qualitätsvollen Architektur und differenziert gestalteten Freiräumen insbesondere nachhaltige Bauweisen, der Erhalt des vorhandenen Baumbestands und die Möglichkeit einer abschnittsweisen Realisierung. Ziel war ein identitätsstiftender Bildungsort, der durch räumliche und gemeinsam nutzbare Angebote Synergien zwischen den Schulen ermöglicht.

1. Preis

Der Siegerentwurf von löhle neubauer architekten (Augsburg) in Zusammenarbeit mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung (Stuttgart) zeichnet sich durch eine markante, zweigeschossige Y-förmige Gebäudefigur aus. Die aufgefächerten Baukörper schaffen abwechslungsreiche Außenräume sowie vielfältige räumliche Bezüge zwischen Innen- und Außenbereichen. Überdachte Ankunfts- und Aufenthaltszonen ergänzen das Freiraumangebot und stärken die Aufenthaltsqualität des Campus. Im Gebäude werden die verschiedenen Schulstufen in klar ablesbaren Bereichen organisiert. Eine zentrale Mitte mit Foyer, Mensa und gemeinschaftlichen Nutzungen bildet das verbindende Herz der Schule. Die Jury würdigt insbesondere die räumliche Vielfalt, die gute Orientierung, die kompakte und flächeneffiziente Gebäudestruktur sowie den weitgehenden Erhalt des Baumbestands. Auch der Holz-Hybridbau und die vorgesehenen Maßnahmen zu Dachbegrünung, Photovoltaik und Regenwassermanagement überzeugen. Insgesamt bewertet die Jury den Entwurf als mutigen Beitrag, dessen besondere Qualität in der eigenständigen Gebäudeform und den daraus entwickelten Innen- und Außenräumen liegt. Im Zusammenspiel mit der geplanten Grundschule und Sporthalle kann daraus ein prägnantes Campusensemble entstehen.

2. Preis

Die zweitplatzierte Arbeit von Sascha Wurm Architektur + studioeuropa mit OTT.LA Landschaftsarchitekten Schöberl (beide München) überzeugt durch ein klares Gesamtkonzept, das sich mit verschiedenen Einzelbaukörpern selbstverständlich in die Umgebung einfügt. Ein großzügiger Vorplatz schafft einen qualitätsvollen öffentlichen Raum, während die zentrale Aula mit Mensa als verbindendes Gelenk fungiert. Die um geschützte Innenhöfe organisierten Lerncluster bieten überschaubare Einheiten mit eigener Identität und kurzen Wegen. Besonders gewürdigt wird die sorgfältige Freiraumplanung mit vielfältigen Spiel-, Bewegungs-, Lern- und Rückzugsbereichen, weitgehendem Baumerhalt und geringem Versiegelungsanteil. Auch die abschnittsweise Realisierbarkeit und das zukunftsfähige Energiekonzept überzeugen. Prüfbedarf sieht die Jury bei der Akustik und Funktionalität offener Lernbereiche, witterungsgeschützten Pausenflächen und der Wirtschaftlichkeit des Holz-Hybridbaus. Insgesamt hebt sie die städtebauliche Setzung, die identitätsstiftenden Lerncluster und die tollen Innen- und Außenraumbeziehungen hervor.

Anerkennungen

Anerkennungen gingen an ARGE luka ehser architekten & gomilschak schulz architekten (Leipzig) mit Raimund Braun (Nürtingen), lüttinarchitekten (Konstanz) mit Planstatt Senner (Überlingen), Werkgemeinschaft Landau mit faktorgruen (Freiburg) sowie an die ARGE thoma Architekten + 4a Architekten (Berlin) mit Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten (Esslingen).