Die Stadt Kaiserslautern sucht ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für das rund 14 Hektar große Umfeld des Fritz-Walter-Stadions. Ziel ist es, ungenutzte Entwicklungspotenziale zu erschließen, vielfältigen Wohnraum zu schaffen und das Gebiet besser mit der Siedlung Betzenberg zu vernetzen – unter Berücksichtigung des Stadionbetriebs. Klimaschutz, Klimaanpassung, der Erhalt von Grünstrukturen und multifunktionale Freiräume bilden dabei zentrale Anforderungen. Gestaltungsvorschläge liefert ein nichtoffener städtebaulicher Realisierungswettbewerb.
22. Oktober 2026
Betzenberg Kaiserslautern

Visualisierung: DNR Daab Nordheim Reutler, Leipzig

Visualisierung: DNR Daab Nordheim Reutler, Leipzig

© DNR Daab Nordheim Reutler, Leipzig
1. Preis
Der Siegerentwurf von DNR Daab Nordheim Reutler (Leipzig) mit Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten (Dresden) besticht durch eine klare Struktur und Zonierung, die das heterogene Umfeld ordnet. Zwei kompakte, fünfgeschossige Parkhäuser mit Büro- und sportaffinen Gewerbenutzungen bilden den baulichen Abschluss zum Stadion. Die Wohnbebauung gliedert sich in drei trapezförmige Quartiere mit unterschiedlichen Gebäudetypen. Die gestaffelte Höhenentwicklung und die Anpassung an die Topografie schaffen abwechslungsreiche Freiräume, darunter zwei Quartiersplätze und Wohnhöfe. Positiv bewertet die Jury die angemessene Maßstäblichkeit und die Vernetzung mit den Grünbereichen. Die nicht erreichte Wohnungszahl und die aufwendige Tiefgaragenlösung werden kritisch gesehen. Die Umsetzung des Schwammstadtprinzips bedarf weiterer Konkretisierung. Insgesamt hebt die Jury die klare städtebauliche Struktur und die harmonische Integration in den Stadtraum hervor.

Visualisierung: studio grüngrau, Dresden/Düsseldorf

© studio grüngrau, Dresden/Düsseldorf
2. Preis
Für sein prägnantes städtebauliches Konzept erhält studio grüngrau (Dresden/Düsseldorf) den zweiten Preis. Ein Hochpunkt an der Fritz-Walter-Straße markiert den Eingang. Gemeinsam mit dem Sportforum, das Mobility Hub, Hotel, Gastronomie sowie Sport- und Freizeitangebote vereint, bildet es eine eindeutige Adresse. Das südliche Wohnquartier umfasst drei Baufelder mit vier- bis achtgeschossiger Bebauung. Zwei Quartiersgaragen unterstützen die autoarme Erschließung. Die Jury lobt die vielfältigen Wohnungstypologien, qualitätsvollen Innenhöfe, neuen Wegeverbindungen, den zentralen Quartiersplatz sowie den weitgehenden Baumerhalt und die Regenwasserbewirtschaftung. Die östlichen Stadionflächen, die teils langen Garagenwege, die Geländemodellierung und die Wirtschaftlichkeit des Hochhauses werden kritisch gesehen. Insgesamt überzeugt der Beitrag durch seine klare stadträumliche Haltung und die Verknüpfung von Stadion, Sportforum und Wohnen.

Visualisierung: yellow z – Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner, Berlin

© yellow z – Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner, Berlin
3. Preis
Die drittplatzierte Arbeit von yellow z – Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner mit hola Landschaftsarchitektur (beide Berlin) zeichnet sich durch eine klare Nutzungsverteilung und differenzierte Freiräume aus. Die Stadionflächen im Osten und Westen bleiben frei, südlich entsteht eine geschlossene Raumkante. Ein großzügiger Grüngürtel trennt Stadion und Wohnquartier, das sich aus fünf geöffneten Blöcken mit halböffentlichen Innenhöfen und zentralem Platz zusammensetzt. Die Gebäudeversprünge und abwechslungsreiche Fassadengestaltung finden Zustimmung. Quartiersgaragen an der Fritz-Walter-Straße und der Hegelstraße ermöglichen eine weitgehend autoarme Gestaltung. Kontrovers diskutierte die Jury, ob die eigenständige „Waldsiedlung“ eine prägnante Identität schafft oder sich zu stark vom Bestand abgrenzt.
Anerkennungen gingen an metris studio für architektur, stadt und landschaft (Heidelberg), dv deffner voitländer architekten und stadtplaner (Dachau) mit mahl gebhard konzepte Landschaftsarchitekten Stadtplaner (München) sowie Hähnig | Gemmeke Architekten und Stadtplaner (Tübingen).