18. September 2014

Dialog direkt: Ortsgespräch

Zu einem neuen Veranstaltungsformat hatten die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und die Architektenkammer auf die Hardenburg bei Bad Dürkheim eingeladen - Im Fokus: Das Gespräch aller Beteiligten.

Auf der Ruine Hardenburg bei Bad Dürkheim begann Mitte September eine von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe GDKE initiierte neue Veranstaltungsreihe. Anhand ausgewählter Projekte werden die Positionen der Denkmalpflege, der Nutzung und der architektonischen Gestaltung aufgezeigt und diskutiert. Am Anfang steht immer die Besichtigung des Ortes, anschließend moderiert der Architekturkritiker Dr. Wolfgang Bachmann eine Gesprächsrunde mit den Projektbeteiligten: Architekten, Denkmalpfleger, Bauherren und Nutzer kommen in wechselnden Konstellationen zu Wort. Themen sind sowohl die fachlichen Positionen als auch die Rolle der Beteiligten im Planungs- und Bauprozess.

Gleich das erste Ortsgespräch stand - zumindest von der Wetterlage her - unter keinem guten Stern. Dennoch drängten sich, trotz strömenden Regens, unfreundlicher Temperaturen und der Konkurrenz der nahezu zeitgleich stattfindenden Wurstmarkteröffnung wenige Kilometer entfernt in Bad Dürkheim, mehr als die erwarteten 80 Gäste zum ersten Ortsgespräch im Gewölbesaal der Hardenburg.

Helmut Riemann Architekten aus Lübeck hatten in Kooperation mit den Hamburger Landschaftsarchitekten WES und Partner den vom Land Rheinland-Pfalz, Ministerium der Finanzen, ausgelobten Architektenwettbewerb gewonnen. Nach ihren Plänen entstanden ein kleines Besucherzentrum und ein Erschließungsrundgang durch die Ruine der Hardenburg, der nach dem Heidelberger Schloss bedeutendsten Festungs- und Schlossanlage des 16. und 17. Jahrhunderts im Südwesten Deutschlands.

Nach einer kurzen Begrüßung stand zunächst die Ortserkundung auf dem Programm: Generaldirektor Thomas Metz, Landeskonservator Dr. Joachim Glatz, Denkmalpfleger Dr. Georg Peter Karn sowie der Architekt Helmut Riemann und der Leiter der Stabsstelle Bau und Technik der GDKE Manfred Bullinger erläuterten die auf der Hardenburg durchgeführten Arbeiten.

Im Anschluss folgte das mehr als einstündige spannende Gespräch über den richtigen Umgang mit der über die Jahrhunderte stark zerstörten, weitläufigen Anlage. Architekt Riemann und Landeskonservator Glatz tauschten sich dabei über notwendige Ergänzungen, das rechte Maß der Abgrenzung zwischen Alt und Neu sowie die Problematik von Konservierung, Restaurierung und Rekonstruktion aus. Das nächste Ortsgespräch findet im Frühjahr 2015 in Ludwigshafen statt.