20. Februar 2023

Aktuelle konjunkturelle Lage

Im Januar 2023 führte die BAK in Zusammenarbeit mit den Länderarchitektenkammern eine Konjunkturbefragung durch. Im Zentrum standen dabei die Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die wirtschaftliche Situation in Architektur- und Planungsbüros.

Auch wenn die Herausforderungen der Energiekrise größer eingeschätzt wurden als die der Corona-Pandemie, ist die Geschäftslage zu Anfang 2023 insgesamt besser als vermutet, ein Großteil der Büros zeigt sich krisenresistent. 53 Prozent der Architekturbüros halten die aktuelle Geschäftslage für gut. Bei 39 Prozent hat sich die wirtschaftliche Lage weder in den letzen Monaten verschlechert, noch erwarten die Büros für die kommenden Monate eine Verschlechterung. 

„Ganz entscheidend ist nun, wie sich die Baukonjunktur in den nächsten 6 Monaten entwickelt. Denn die Kolleginnen und Kollegen befürchten auch Projektrückstellungen, -absagen oder die krisenbedingte Verzögerung von Aufträgen“, betont Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. Und weiter: „Mehr denn je benötigen wir tragfähige politische Rahmenbedingungen und geeignete Förderkulissen für mehr Innovation im Neubau und für mehr Wertschöpfung im Gebäudebestand.“

Auftragsbestand und Ausblick

Das Bild ist zweigeteilt: Trotz guter bis sehr guter Auslastung berichten rund 40 Prozent der Büros über eine teilweise deutliche Verschlechterung der Auftragslage in den letzten 6 Monaten. Insbesondere Innenarchitekturbüros haben damit zu kämpfen, während Landschaftsarchitekturbüros auf eine unverändert gute Konjunktur blicken können. Kleine Büros schätzen die Auftragslage insgesamt kritischer ein als mittlere und große. Die Auftragslage zeigt, dass Neubau zurückgeht, Sanierung und Umnutzung in etwa konstant geblieben ist.

Konkrete Herausforderungen

50 bis 70 Prozent der Architekturbüros klagen über Probleme in folgenden Bereichen:

  • Steigende und schwankende Baukosten
  • Fehlende Handwerker / bauausführende Betriebe
  • Verzögerte Genehmigungen wegen unterbesetzter öffentlicher Verwaltung
  • Rückstellung oder Verzögerung von Aufträgen / Projektpausen
  • Lieferengpässe

Als Herausforderung werden auch die steigenden Bürokosten und Personalkosten angesehen, die insbesondere den größeren Büros zu schaffen machen.

 

Die Befragung fand in Zeitraum vom 16. bis 29. Januar 2023 statt. Teilgenommen haben 4.601 selbstständige Kammermitglieder aus allen Bundesländern.

Die ausführlichen Ergebnisse mit Auswertungen nach Bürogröße und Fachrichtungen finden Sie auf der Homepage der BAK. MEHR