Zweizügige Grundschule mit Mehrzweckhalle in Trier-Tarforst

Preisträger des Architekturpreis Energie 2013

Baujahr Fertigstellung: 2009
Entwurfsverfasser: ARGE Motorlab-Kreateam | Motorlab Architekten BDA, Mannheim, Architekt Peter Bender, Innenarchitektin Sophie Dickler
Mitarbeiter: Florian Latsch, Daniel Lenz, Katharina Heftrig
Kreateam Architekten, Bad Homburg, Architekt Dietmar Schäfer, Architektin Anja Schäfer
Mitarbeiter:
Peter Juhasz
Freiraumplanung: Ernst + Partner Landschaftsarchitekten, BDLA ,Trier
Fachplaner: Statik + Wärmeschutznachweis: EiSat GmbH | Eisenlöffel.Sattler +Partner, Berlin
Elektroplanung: Ingenieurbüro PAV Partner GmbH, TrierHaustechnik, (GWA) Gas, Wasser, Abwasser: PAV Ingenieure IngenieurgesellschaftmbH, Merzig
Haustechnik Heizung: Stadt Trier, Amt für Gebäudewirtschaft
Bauherrin: Stadt Trier

Richtung Süden dominieren Glasflächen, die durch vorgehängte Jalousien verschattet werden können. Vorgestellte Balkone geben den Klassenräumen zusätzliche Qualität und sind Teil des Lüftungskonzeptes, das nicht auf Automatisierung, sondern auf klassischer Fensterlüftung beruht. Kühlung soll im Sommer durch nächtens geöffnete Oberlichter und Klassentüren erreicht werden. Als Temperaturspeicher sind die Stahlbetondecken vorgesehen, die deshalb in den südlich orientierten Unterrichtsräumen nicht abgehängt, sondern in Sichtbeton ausgeführt wurden. Ziel der Architekten war es, mehr als ein klassisches Schulgebäude zu bieten, Schule als Erlebnisraum erfahrbar zu machen. Projektleiter Peter Bender findet es erfreulich, dass es Bauherren gibt, die dieses pädagogische Konzept verfolgen, obwohl es nicht einfach ist. Denn das Mehr an Raum, das Mehr an Raumqualität sei nicht förderfähig, sondern müsse auf andere Weise finanziert werden, etwa über geringere Betriebskosten.
Katrin Vetters


Eigenverantwortung statt Automation

"Der erste Eindruck einer leichten, kindgerechten, freundlichen und dennoch bescheidenen Architektur bestätigt sich bei genauerer Betrachtung. (...) Zwischen den beiden Funktionsbereichen befindet sich die zentrale, offene, gebäudehohe Pausenhalle. Die Verbindung der beiden Baukörper sowie des Pausenbereiches erfolgt durch das durchgehend gefaltete Dach und erlaubt den Blick auf die Außenanlagen mit großzügigen Spielflächen des Grundstücks und der Umgebung sowie dem öffentlichen Platz des gegenüberliegenden Stadtteils. (...) Die in Grün und Gelbschattierungen ausgeführte Fassadengestaltung setzt sich im Inneren fort, ergänzt durch helle Holzvertäfelungen an Wänden und Decken. Erreicht wurde eine Gestaltung, die mit ihren großzügig verglasten Fassaden sowohl in den Klassenräumen als auch in der Mehrzwecksporthalle für eine freundliche, lichtdurchflutete Atmosphäre sorgt. (...) Die klare Entscheidung, neben der dem Standard entsprechenden Gasbrennwerttherme innovative Haustechnik so einzusetzen, dass das Kosten-Nutzen- Verhältnis das Budget der Stadt entlastet, die Hülle aber einen guten Wärmeschutz bietet, erfüllt elegant und ernsthaft das Ziel einer Unterschreitung der EnEV-Kennwerte um 30 Prozent. Herausragendes bieten die Klassenräume hinsichtlich Behaglichkeit und Funktion. (...) Kein Niedrigstenergiegebäude, aber eine beispielhafte Lösung für Nachhaltigkeit und Nutzerkomfort."
Aus der Jurybewertung

Grundschule

  • Jahres-Primärenergiebedarf 13,34 kWh/(m2a)
  • Unterschreitung 32,90 %

Mehrzweckhalle

  • Jahres-Primärenergiebedarf 10,96 kWh/(m2a)
  • Unterschreitung 43,97 %