Dorfgemeinschaftshaus in Hillesheim

Baujahr Fertigstellung: 2011
Entwurfsverfasserin: Architektin Marion Prowald-Dapprich, Hillesheim
Fachplaner: Statik Neiss Tragwerksplanung GmbH, Worms, Andreas Neiss
Haustechnik bau.werk -Energie bewusst gestalten, Kaiserslautern, Architekt Gerrit Horn
Akustik: Dr. Karl-Heinz Dahlem, Rodenbach
Bauherrin: Ortsgemeinde Hillesheim


Kultur braucht Raum

Wo es noch ein lebendiges Dorfleben gibt, sollte man keine Mühe scheuen, es zu erhalten. Doch dafür braucht es Raum. Bürgerhäuser bieten Räume und Säle für Vereine, Sport, Feste, Chorproben, Fastnacht und Theater. Aber "Gemeinden, die alte Bürgerhäuser haben, werden von den Energiekosten aufgefressen", weiß der ehrenamtlich tätige Bürgermeister von Hillesheim, Helmut Schmitt. "Für uns war deswegen klar, wir müssen die Folgekosten so gering wie möglich halten."

In dem nur 630 Einwohner zählenden rheinhessischen Dorf haben Gemeinderat und Bewohner eine Lösung gefunden, die sozial, kulturell und ökologisch nachhaltig ist.

Ein großer Wurf für einen kleinen Ort

Mit Mitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm kaufte die Gemeinde eine leerstehende Scheune im Ortskern. Der Bestandsbau mit seinen massiven Bruchsteinmauern schien sich einem ehrgeizigen Energiesparziel zu widersetzen. Erst recht würde sich der angestrebte Passivhausstandard nicht umsetzen lassen, ergab eine Untersuchung durch das Passivhaus-Institut Darmstadt. Gemeinde und Architektin entschieden sich daher für eine "Haus im Haus"-Lösung und einen Neubau in Passivhausweise, der als Erweiterung an die bestehende Scheune angefügt wurde. Der Erweiterungsbau nimmt Maße und Kubatur des Bestandsbaus auf, sodass Alt und Neu ein harmonisches und dennoch kontrastreiches Ensemble bilden. Eine Wärmepumpe versorgt den Gebäudekomplex mit Wärme aus drei Geothermie-Tiefbohrungen.

  • Jahres-Primärenergiebedarf 15 kWh/(m2a)
  • Unterschreitung 62,5 %