Kommunikationszentrum und KITA am Umweltcampus in Birkenfeld

Baujahr Fertigstellung: 2012
Entwurfsverfasser:
planungsgruppeDREI PartG, Mühltal
Architekt Stefan Reuther
Mitarbeiter: Architektin Corinna Braunsdorf, Architekt Christian Weinbörner, Monika Spatz und Michael Müller
Fachplaner: Elektroplanung planungsgruppeDREI PartG, Darmstadt, Joachim BackesHeizung-, Lüftung-, Sanitärplanung PKI GmbH & Co. KG, Stuttgart, Markus Pfeil
Statik Ingenieurbüro für Baustatik Groß, Seeheim-Jugenheim
Bauherr: Landesbetrieb LBB, Niederlassung Idar-Oberstein


Ein Campus setzt Maßstäbe in der Provinz

Studieren in der Provinz, in einem Ort, der nicht einmal 7.000 Einwohner zählt - wie kann man angehenden Studentinnen und Studenten das schmackhaft machen? Was muss der Umweltcampus Birkenfeld bieten, damit junge Erwachsene den Hunsrück dem Leben in einer Metropole vorziehen? Das neue Kommunikationszentrum trägt sicherlich dazu bei, den Campus für die inzwischen 2.500 Studierenden attraktiv zu machen.

Erste emissionsfreie Universität

Der Umweltcampus Birkenfeld gehört zur Fachhochschule Trier und umfasst die beiden Fachbereiche Umweltplanung/-technik und Umweltwirtschaft/-recht. An der Hochschule ist man stolz darauf, sich "Europas erste und einzige Zero Emission University" nennen zu dürfen. Nachhaltigkeit ist hier ein zentrales Thema.

Damit ist nicht nur die Nutzung regenerativer Energien gemeint, mit denen das Gebäude versorgt wird, nicht nur die Trennbarkeit und Recyclebarkeit der Baustoffe. Nachhaltig soll auch die Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen sein. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf respektive Studium sowie Kultur und Sport gehören dazu. Deshalb umfasst der kompakte Mehrzweckbau einen Veranstaltungssaal inklusive Bühne und Catering-Bereich für 450 Menschen, dazu das Café der studentischen Selbstverwaltung Asta, Sportraum mit Duschen und Umkleiden, Band-Übungsräume und Räume für die Kinderbetreuung. Etwa 500 der Studierenden leben auf dem Campus.

Beheizt wird das Gebäude über das Nahwärmenetz des benachbarten Holzhackschnitzel- Kraftwerks. Eine zentrale Lüftung mit effizienter Wärmerückgewinnung minimiert den Wärmebedarf. Warmes Wasser wird dezentral über elektrische Durchlauferhitzer bereitgestellt. Durch die Gewinnung von Solarstrom über Kollektoren auf dem Flachdach verzeichnet das Gebäude bilanziell keinen CO2-Ausstoß. Der Nachhaltigkeitsgedanke stand übrigens schon Pate an der Wiege des Umweltcampus, denn als Konversionsprojekt nutzt die FH Bestandsgebäude, die bis 1992 als Reservelazarett der US-Streitkräfte dienten.

  • Jahres-Primärenergiebedarf 40,85 kWh/(m2a)
  • Unterschreitung 71,83 %
  • Transmissionswärmeverlust 0,225 HTW/(m2K)
  • Unterschreitung 2,17 %
  • CO2-Emissionen 0 kg/(m2a)