Der historische Alleenring in Trier, der bedeutende UNESCO-Welterbestätten verbindet, soll klimafit gemacht und seine Funktion als „grüne Lunge“ der Stadt gestärkt werden. Ziel ist es, den rund 11 Hektar großen Bereich ökologisch und gestalterisch aufzuwerten. Dazu sollen die einzelnen Teilräume neugedacht und zugleich als zusammenhängende blau-grüne Infrastruktur qualifiziert werden. Die Klimaresilienz soll erhöht, die Biodiversität gestärkt und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Gestaltungsvorschläge lieferte nun ein nichtoffener Realisierungswettbewerb.
27. Januar 2026
Klimaraum Alleenring Trier

Visualisierung: Atelier Loidl, Berlin
1. Preis

Mit einem visionären Gesamtkonzept, das die bestehenden räumlichen und vegetativen Qualitäten aufnimmt und weiterentwickelt, setzte sich Atelier Loidl (Berlin) als Sieger durch. Der Alleenring wird in vier Zonen gegliedert: die repräsentative Nordallee, die waldartige Ostallee, die gärtnerisch-nachbarschaftliche Südallee sowie das großzügige Moselufer. Die Arbeit sieht eine umfassende verkehrliche Neuordnung vor, die den Alleenring gelungen mit den benachbarten Quartieren vernetzt und lebendige Freiräume schafft: Rad- und Fußwege werden überwiegend auf die innere Seite des Rings verlagert, der motorisierte Individualverkehr an die äußere Seite. Die Jury lobte die innovativen Maßnahmen zur Klimaanpassung und Steigerung der Biodiversität sowie das Regenwassermanagement. Gute Orientierung bieten die beiden klar ausgebildeten Gelenkpunkte: Das Entree am Schießgraben fasst das bestehende Baumrondell geschickt neu; der Platz am Balduinsbrunnen gewinnt durch die vorgesehene Verkehrsreduzierung an Qualität. Die Arbeit überzeugt durch ein „maßvolles und zugleich visionäres Gesamtkonzept für den Alleenring, das lebendige, zukunftsfähige und alltagstaugliche Freiräume erwarten lässt“, so das Juryurteil.
3. Preise

Die drittplatzierte Arbeit von hola Landschaftsarchitektur (Berlin) greift die historischen Schichten der Stadtentwicklung auf und ergänzt sie durch einen klimaadaptiven „Layer“. Der Entwurf schafft eine räumliche Abfolge mit differenzierten Atmosphären und Nutzungen sowie klar ausgebildeten Zugängen zum Alleenring: Der Schießgraben wird als naturnaher Auftakt, der Balduinsbrunnen als städtischer Eingang ausgebildet. Zwischen diesen beiden Polen entwickelt sich der Alleenring über weite Strecken als zusammenhängender Stadt- und Grünraum. Das Verkehrskonzept bündelt den motorisierten Individualverkehr weitgehend auf der Außenseite des Alleenrings, ÖPNV und Radverkehr auf der Innenseite. Der zentrale Bereich bleibt dem Fußverkehr vorbehalten. Insgesamt ein qualitätsvoller, konzeptionell guter Entwurf, der „durch seine klare Raumstruktur, einer gelungenen Adressbildung sowie gut gelösten Eingangssituationen in dem Alleenring überzeugt“, urteilte das Preisgericht.

Ein weiterer dritter Preis ging an SassGlässer Landschaftsarchitekten (Berlin), die den Alleenring als vielfältiges Stadtbiotop mit differenzierten Nutzungszonen interpretieren: die innere Altstadtseite für Rad- und Busverkehr, den Gartenring, die Parkpromenade mit Spiel-, Bewegungs- und Naturerfahrungsangeboten und der bepflanzte, außenliegende Alleensaum. Der naturnahe westliche Teil um den Schießgraben wird um einen Spielbereich ergänzt; im östlichen Teil werden urbanere Angebote wie Boule, Tischtennis und ein Jugendtreff vorgeschlagen. Ein pragmatischer, bestandsorientierter Entwurf mit gestalterischen und stadtökologischen Qualitäten, lobte die Jury.
Anerkennungen
Anerkennungen gingen an Weidinger Landschaftsarchitekten (Berlin), deren Entwurf die unterschiedlichen kulturhistorischen Epochen sichtbar hält und zu einem zukunftsfähigen Park- und Stadtraum verbindet sowie an Planorama (Berlin). Die Arbeit entwickelt mit dem Leitmotiv „dichter Rand – lichte Mitte“ den gesamten Alleenring als zusammenhängende, klar definierte Raumsequenz.





