09. März 2026

Stadtmitte im Grünen

1. Preisträger
1. Preis: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin
Visualisierung: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin

Aufwertung Burgberg und Umfeld Burg Klopp in Bingen

Mit dem „Park am Mäuseturm“ ist Bingen Teil der Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029. Um die Gäste auch in den Innenstadtbereich zu locken, plant die Stadt das Umfeld der Burg Klopp als attraktive Parkanlage und Besuchermagnet aufzuwerten. Ziel ist die Schaffung eines zusammenhängenden Naherholungsraumes mit durchgehendem Wegenetz, neuen Spielangeboten, vielfältigen Vegetationsbildern und attraktiven Aussichtspunkten über Bingen bis in den Rheingau und das Mittelrheintal. Gestaltungsvorschläge lieferte ein nichtoffener Realisierungswettbewerb.

1. Preis

Der Siegerentwurf von Franz Reschke Landschaftsarchitektur (Berlin) differenziert präzise zwischen landschaftlicher Dichte und räumlicher Öffnung: Der Burggraben bleibt baumgeprägt, während der nördliche Abschnitt bewusst aufgeweitet, der westliche Hang zugunsten des Weinanbaus freigehalten wird. Ergänzende Baumreihen akzentuieren den Bebauungsrand, ohne die Fernwirkung des Burgbergs zu beeinträchtigen. Die nördliche Erschließungstangente ist funktional schlüssig, verfolgt jedoch nicht konsequent die historische Wegeführung. Der zentrale Spielbereich im Norden ist räumlich angemessen gesetzt. Auch die weiteren punktuellen Aufenthalts- und Aktionselemente in Richtung Westen stellen eine Bereicherung für das Gesamtensemble dar. Der Friedrich-Ebert-Platz wird als grüner Quartiersplatz neu gefasst. Die weitgehende Befestigung des Burghofs bleibt zu prüfen. Insgesamt ein schlüssiges, zukunftsorientiertes Leitkonzept, lobte die Jury.               

2. Preis

„Grün, Vielschichtig, Mittendrin“. Unter diesem Leitmotiv formuliert die zweitplatzierte Arbeit von bbz landschaftsarchitekten (Berlin) ein klares Freiraumkonzept mit drei Landschaftsräumen: Weinfelder, offene Wiesen und Burggraben. Während der Südwesthang dem Weinbau vorbehalten bleibt, wird der nördliche Burgberg als locker mit Bäumen, Stauden und Gräsern überstellte Blühwiesenfläche ausgebildet. Panoramawege mit tollen Aussichtspunkten sichern barrierearme Verbindungen. Der Burggraben wird behutsam weiterentwickelt; ergänzte Pflanzungen und wiederhergestellte Mauer- und Podestfragmente schaffen neue Aufenthaltsorte. Der Umgang mit Burgbergplateau und Burghof ist gut gelöst; die Caféterrasse barrierefrei erschließbar. Der neue Quartiersplatz am Friedrich-Ebert-Platz stärkt die stadträumliche Anbindung. Der Entwurf überzeugt durch ökologische Stringenz und denkmalpflegerische Sensibilität.    

3. Preis

Der dritte Preis ging an SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten (Berlin). Der Burghof wird von einem Ring lichter Vegetation eingefasst, der an den offenen Charakter der Bestandsvegetation anknüpft. Die Böschungen differenzieren sich in Weinberg und frei gesetzte Streuobstwiese mit angebundenem Spielbereich. Der atmosphärische Wechsel erfolgt an der weitgehend rückgebauten Bestands­treppe und greift damit plausibel historische Bezüge auf. Die Wege im Burggraben werden sinnvoll reaktiviert. Der Burghof als Kern des Areals verschränkt befestigte und unbefestigte Bereiche. Der Arbeit gelingt durch die „Winzerterrasse“ im Übergang zum Franz-Neff-Platz eine spürbare Aufwertung der Schnittstelle zwischen Burgumfeld und Stadt. Verbesserungspotenzial besteht bei der stadträumlichen Eigenständigkeit des Friedrich-Ebert-Platzes sowie dem Thema Barrierefreiheit.

Anerkennungen

Anerkennungen erhielten Planorama Landschaftsarchitektur (Berlin), DLA Die Landschaftsarchitekten Bittkau-Bartfelder (Wiesbaden) mit GDLA Landschaftsarchitektur Gornik Denkel (Heidelberg) sowie an bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau architektur (Berlin).