23. Mai 2026

Kammerwahl 2026: Aufruf des Präsidenten

Joachim Rind
Joachim Rind
Foto: Kirsten Bucher, Frankfurt

Joachim Rind: Junge Köpfe, junge Ideen… ohne Engagement keine Selbstverwaltung!

Die Zukunft der Architektur liegt in den Händen des Nachwuchses. Junge Architektinnen und Architekten bringen frische Ideen und Perspektiven, neue Entwurfsmethoden und ein ausgeprägtes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung mit. Doch gute Ideen allein reichen nicht aus – sie brauchen Räume, in denen sie gehört, diskutiert und weiterentwickelt werden können.

Während des Studiums werden diese Foren in den Hochschulen und Universitäten geboten. Hier findet reger Austausch zwischen Lernenden und Lehrenden statt und das Wichtige dabei ist: Hier entwickelt sich die Haltung des Nachwuchses. Aber was passiert danach? Erstmal in den Beruf einsteigen und Vollgas geben… da bleibt wenig Zeit und Energie, sich für die brennenden Themen einzusetzen.

Frage: Wie und wo kann man sich engagieren für unsere gebaute Umwelt, für Baukultur und Klimaschutz, für zukunftsfähige Lösungen, für weniger Flächenverbrauch,
für integrierte städtebauliche Konzepte und gute Landschaftsarchitektur, für auskömmliche und gute Rahmenbedingungen der Planung, für Auftragsvergaben, die fair ausgehandelt werden und sich an den besten Lösungen und nicht am niedrigsten Honorar orientieren?

Jetzt kommen die berufsständischen Organisationen und vor allem die Kammern ins Spiel. Denn hier gibt es nicht nur mit der Juniormitgliedschaft eine unkomplizierte
und direkte Einstiegsmöglichkeit zur Kammermitgliedschaft und Mitbestimmung, sondern auch die Möglichkeit, sich direkt als Mitglied der Vertreterversammlung, dem Architektenparlament, aufstellen und wählen zu lassen. Jeder neue Kopf ist herzlich willkommen!

Die Wahl zur XI. Vertreterversammlung steht in diesem Herbst in Rheinland-Pfalz an und alle Architektinnen und Architekten, Städtebauer, Landschafts- und Innenarchitektinnen sind nicht nur aufgefordert zu wählen, sondern vor allem auch zu kandidieren. Ganz besonders die Juniormitglieder…

Unser Berufsstand organisiert sich selbst… wir bestimmen in unseren Körperschaften des öffentlichen Rechts, den Architektenkammern selbst, wer unsere geschützte Berufsbezeichnung tragen darf und wer nicht. Wir handeln mit den politischen Gesetzgebern die Honorarordnung aus, wir setzen uns ein für Baukultur, für nachhaltiges
Bauen und den Nachwuchs. Deshalb ist ehrenamtliches Engagement so wichtig. Wir legen selbst fest, wieviel Fortbildung richtig und verpflichtend ist, denn nur unsere Berufsgruppe und die Bauingenieure haben die volle Berechtigung zur Bauvorlage eines Bauprojekts – noch. Auf Bundesebene setzen wir uns dafür ein, dies endlich als Vorbehaltsaufgabe zu definieren.

Für die nächste Legislatur in RLP wünschen wir uns noch mehr junge Planerinnen und Planer im Parlament und besonders im Vorstand. Wir brauchen den Architektennachwuchs mit mehr Einfluss, mit mehr Verantwortung. Nur wenn junge Köpfe ihre Ideen mit aktivem Engagement verbinden, kann sich Architektur
als Disziplin lebendig und relevant behaupten. Die Einladung steht: Mitmachen, mitdenken und mitgestalten!

Und noch ein Hinweis:

Seid im Juni bei den Bezirksversammlungen dabei – hier erfahrt Ihr alles darüber, wie Kammerarbeit funktioniert…
und natürlich beim Nachwuchs architekt:innentag am 23. Oktober 2026 in Karlsruhe… es lohnt sich!

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