Erster Architekturpreis Wein in Stuttgart verliehen
Wein + Architektur ist als Thema in Fachkreisen, aber auch in der Öffentlichkeit angekommen. Immer mehr Winzer schaffen mit anspruchsvoller Architektur ein der Qualität ihrer Weine angemessenes Umfeld für Präsentationen und Degustationen. Weinliebhaber wollen Genuss von Anfang an und erwarten ein entsprechendes Ambiente bei ihrem Besuch der Weingüter. Der erste Architekturpreis Wein, bundesweit ausgelobt vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, dem Deutschen Weinbauverband und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz zieht nun eine erste Bilanz. Verliehen wurden am Mittwoch, dem 25. April in Stuttgart insgesamt vier Architekturpreise, vier Auszeichnungen und drei Anerkennungen an die Architekten und ihre Bauherren.
Ökonomie und Baukultur, so Professor Dr. Siegfried Englert, Staatsekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau anlässlich der Preisverleihung, kommen beim Thema Wein + Architektur idealtypisch zusammen: „Wir haben hier ein Marketingpotenzial, das lange vor sich hin schlummerte. Ich will einerseits als Weinbaustaatssekretär die Weinwirtschaft für die Architektur als Marketinginstrument begeistern, andererseits als Wirtschaftsstaatssekretär etwas für die Architekten und Bauunternehmen tun.“
Laut DWV-Präsident Norbert Weber hat die Weinwirtschaft diesen Trend erkannt. Nachdem zunächst Investitionen in einen modernen Weinanbau und in moderne Kellertechnik als Grundvoraussetzung für die Erzeugung hoher Weinqualitäten getätigt wurden, gewinne zunehmend auch der Bezug zu einer anspruchsvollen Architektur an Bedeutung. „Der Deutsche Weinbauverband unterstützt aktiv diese Entwicklung. Die Investitionen von nicht unerheblichen Mitteln in eine moderne Architektur sind sichtbarer Ausdruck für den Glauben der Branche an ihre Zukunft.“, so DWV-Präsident Weber.
Günther Franz, Vorsitzender der Jury zum Architekturpreis Wein und Ehrenpräsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz pflichtete bei: „Als die Architektenkammer Rheinland-Pfalz vor drei oder vier Jahren das Thema Wein + Architektur’ als Aufgabenfeld erstmals diskutiert hat, gab es viele sehr skeptische Stimmen. An die bekannten Vorbilder aus Übersee oder den beginnenden Boom in Österreich sei ohnehin nicht anzuknüpfen, war das Argument. Inzwischen zeigt sich in Deutschland und gerade auch in Rheinland-Pfalz, dass das Thema ankommt und Früchte trägt.“
Die Ausstellung der nominierten zum Architekturpreis Wein 2007 nominierten Arbeiten findet bei der diesjährigen INTERVITIS INTERFRUCTA in Stuttgart regen Zuspruch.
Fotos: Jürgen Hill, Mainz
Bereits zu Beginn der internationalen Technologiemesse für Wein, Obst und Fruchtsaft INTERVITIS INTERFRUCTA wurde am Sonntag, dem 22. April, die Ausstellung der elf zum Preis nominierten Bewerbungen zusammen mit der Ausstellung „Reben und Räume“ vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Hendrik Hering in Stuttgart eröffnet und von den Messebesuchern mit großem Interesse wahrgenommen. Wein + Architektur ist ein thematischer Schwerpunkt der diesjährigen INTERVITIS INTERFRUCTA. Die Ausstellung Reben und Räume’ wurde vom Landesmuseum Koblenz konzipiert.
Vier Projekte wurden als Architekturpreise gleichranging gewürdigt:
- das Weingut Kreutzenberger in Kindenheim (Architekt: Professor Dipl.-Ing. Heribert Hamann, Oppenheim; Bauherren: Beate und Jochen Kreutzenberger, Kindenheim)
- das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul (Architekten: h.e.i.z.Haus Architektur+Stadtplanung, Dresden, Bauherr: Sächsisches Staatsweingut Schloss Wackerbarth)
- das Weingut am Stein in Würzburg (Architekten: hofmann keicher ring architekten, Würzburg; Bauherren: Ludwig und Sandra Knoll, Würzburg) und
- der Staatliche Hofkeller in Würzburg (Architekten: archicult GmbH - breunig architekten, Würzburg, Bauherr Staatlicher Hofkeller, Würzburg)
Eine Auszeichnung im Rahmen des Architekturpreises Wein erhielten vier weitere Weinbaubetriebe:
- das Weingut Künstler für den Umbau und die Sanierung der ehemaligen Sektkellerei Burgeff in Hochheim (Innenarchitektin Henni Weyrich, Mainz; Bauherren: Gunter und Monika Künstler, Hochheim)
- die Vinothek Pomaria im Weingut Leo Fuchs in Pommern (Architekten: Architektengruppe Naujack + Rumpenhorst GmbH, Koblenz; Bauherr: Bruno Fuchs, Pommern)
- der Winzerkeller Sommerach (Architekten: hofmann keicher ring architekten, Würzburg; Bauherr: Winzerkeller Sommerach eG) und
- das Staatsweingut Weinsberg für den Verkaufsraum in Weinsberg (Architekten: Bürogemeinschaft Eisele + Mattes, Heilbronn, Bauherr: Land Baden-Württemberg)
Die drei Anerkennungen im Rahmen des Architekturpreises Wein gingen an:
- das Weingut Heid in Fellbach (Architektin: Professorin Dip.-Ing. Christine Remensperger, Stuttgart; Bauherr: Markus Heid, Fellbadh)
- das Weingut Carl Koch Erben für die Abfüllhalle in Oppenheim (Architekten: gehbauer helten architekten, Oppenheim; Bauherr: Carl Hermann Stieh-Koch, Oppenheim) und an
- die Winebar VIA VAI in Stuttgart (Architekten: Lamott Architekten, Stuttgart; Bauherr: Maurizio Estrano, Stuttgart)
Ausgewählt wurden die elf nominierten Arbeiten aus insgesamt 42 Bewerbungen, die bis Ende 2006 eingetroffen waren. Der Jury gehörten neben dem Vorsitzenden Architekt Günther Franz, Mainz, an
- Staatssekretär Professor Dr. Englert, Mainz
- Hermann-Josef Ehrenberg, Freier Landschaftsarchitekt, Kaiserslautern
- Wolfgang Riehle, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg
- Edwin Schrank, Vizepräsident des Deutschen Weinbauverbandes
- Astrid Sibylle Tober, Freie Innenarchitektin, Horb am Neckar, und
- Heinz-Gert Woschek, Fachpublizist, Mainz
Jürgen Hill, Freier Innenarchitekt und Architekt aus Mainz, hatte die Vorprüfung übernommen.
Die Ausstellung zum Architekturpreis Wein ist noch bis zum 26. April 2007 auf der INTERVITS INTERFRUCTA in Stuttgart zu sehen. Bis zum 13. Juni 2007 ist sie dann im Deutschen Weinbaumuseum in Oppenheim präsentiert. Die Ausstellungseröffnung findet dort am 9. Mai 2007 um 18.00 Uhr statt. Weitere Stationen sind in Vorbereitung.
Der Dialog Baukultur ist eine ressortübergreifende Initiative des Landes Rheinland-Pfalz und wird federführend vom Ministerium der Finanzen und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz getragen. Mehr...
Weitere Informationen:
Die Nominierungen im Einzelnen. Mehr...
Diese Pressemitteilung als pdf. Mehr... (PDF, 415 KB)
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Annette Müller
Postfach 1150, 55001 Mainz
Telefon 06131/99 60 22, Telefax 06131/99 60 62
mobil: 0160 90 62 83 31
E-Mail: mueller@akrp.de
Internet: www.weinundarchitektur.de