Coronaauswirkungen: Ergebnisse der dritten Befragung

Auftragslage beruhigt sich

Die dritte Befragung von Bundesarchitekten- und Bundesingenieurkammer zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie fand vom 9. bis 18. November 2020 statt. Befragt wurden die selbstständig tätigen Kammermitglieder. Insgesamt haben 4.603 Kammermitglieder teilgenommen, davon 2.702 Mitglieder der Architektenkammern und 1.901 Mitglieder der Ingenieurkammern.

Nachdem die Büroinhaberinnen und Büroinhaber im April 2020 zunächst mit großer Sorge in die nähere und mittelfristige Zukunft blickten, hat sich die Situation seit Juni etwas beruhigt. Gaben im April noch 79 Prozent der Büroinhaberinnen und Büroinhaber an, Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren, waren es im Juni noch 61 Prozent. Im November geht dieser Anteil nochmals leicht zurück auf jetzt 58 Prozent.

Während der Anteil der Büros, die sich mit Auftragsrückstellungen beziehungsweise. -absagen konfrontiert sehen, weiter sinkt, ist im Vergleich zum Juni ein leichter Anstieg der Büros festzustellen, die mit Personalausfällen auf der Baustelle oder im eigenen Büro zu kämpfen haben. Hier schlägt sich offenbar das veränderte Infektionsgeschehen nieder.

Negative wirtschaftliche Folgen für das eigene Büro stellten im April 55 Prozent und im Juni 41 Prozent der Befragten fest. Dieser Anteil fällt im November mit 34 Prozent noch einmal deutlich geringer aus. Auf finanzielle Hilfen sind aktuell 18 Prozent der Büroinhaberinnen und Büroinhaber angewiesen. Dieser Anteil ist seit April kontinuierlich gesunken (April: 34 Prozent, Juni: 24 Prozent). 41 Prozent der Befragten erwarten für die kommenden drei Monate eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Büros. Dies entspricht etwa dem Niveau vom Juni (47 Prozent). Im April lag dieser Anteil demgegenüber noch bei 75 Prozent.

47 Prozent der Büroinhaberinnen und Büroinhaber können in gleichem Maße wie vor der Pandemie Aufträge akquirieren. 44 Prozent erhalten neue Aufträge, aber in geringerem Maße als üblich. 9 Prozent können zur Zeit keine neuen Aufträge akquirieren (Juni: 16 Prozent).

Personelle Konsequenzen hat die Corona-Pandemie weiterhin nur in geringem Maße: Der Anteil der Mitarbeiter, die aufgrund der Pandemie entlassen wurden, ist seit Juni von 1,0 Prozent auf 1,8 Prozent gestiegen. Der Anteil der Mitarbeiter mit reduzierter Arbeitszeit liegt aktuell bei 8,2 Prozent (Juni: 13,2 Prozent).

Innenarchitektinnen und Innenarchitekten weiterhin besonders betroffen

Von negativen Wirtschaftsfolgen überdurchschnittlich häufig betroffen sind weiterhin die Innenarchitektinnen und Innenarchitekten: 64 Prozent der Befragten rechnen mit negativen Folgen für ihr Büro, 51 Prozent haben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen. Innenarchitektinnen und Innenarchitekten geben außerdem doppelt so häufig wie der Durchschnitt der anderen Fachgruppen an, auf Finanzhilfen angewiesen zu sein (37 Prozent).

Probleme bei gewerblichen Auftraggebern, kleinere Büros nutzen Finanzhilfen

Wirtschaftliche Folgen hat die Pandemie vor allem für Büros mit überwiegend gewerblichen Auftraggebern. 63 Prozent von Ihnen spüren negative Auswirkungen. 34 Prozent der großen Büros mit überwiegend gewerblichen Kunden mussten Maßnahmen ergreifen, um eine finanzielle Schieflage zu verhindern. Sie sind dabei überdurschnittlich häufig von Auftragsrückstellungen oder -absagen sowie von verzögerten Genehmigungsprozessen betroffen.

Bei den großen Büros melden 70 Prozent negative Folgen durch die Pandemie, 19 Prozent davon geben sogar deutliche Auswirkungen an. Negative Auswirkungen spiegeln sich bei 79 Prozent der kleineren Büros wieder. Im Vergleich gehen kleinere Büros seltener von einer Verschlechterung der Lage aus als größere Büros. Wenn sie eine Verschlechterung erwarten, rechnen sie häufiger mit deutlichen Einbußen. Daher greifen kleinere Büros tendenziell öfter als größere Büros auf Finanzhilfen zurück.

Detaillierte Ergebnisse...

...der Befragung finden Sie in der Anlage (PDF-Datei). MEHR   Die Umfrage unter den Planungsbüros in Deutschland soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

    

      

    Weitere Informationen:

    • Architektenkammer Rheinland-Pfalz
      Annette Müller
      Postfach 1150 | 55001 Mainz
      Telefon 06131/99 60 22, Fax: -62
      E-Mail: mueller@akrp.de
      Internet: www.diearchitekten.org
       
    • Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz
      Irina Schäfer
      Rheinstraße 4 A, 55116 Mainz
      Telefon 06131/95 98 6-23, Fax: -33
      E-Mail: schaefer@ing-rlp.de
      Internet: www.ing-rlp.de