Erweiterung einer Kindertagesstätte nach dem Passivhausstandard in Schifferstadt

Baujahr Fertigstellung: 2012
Entwurfsverfasser: HAUS.RHODE architekten, Architekt Christian Hauss, Haßloch, Architekt Michael Rhode, Karlsruhe
Mitarbeiterinnen: Architektin Karin Kopf, Architektin Teresa Böhmer, Architektin Raluca Rohde
Fachplaner: Energieberater HAUSS.RHODE architekten, Haßloch, Architekt Christian Hauss
Statik: Ingenieurbüro Ohler, Schifferstadt, Wolfgang Ohler
Heizung-, Lüftung-, Sanitär und Elektroplanung: Kohl und Frech Ingenieurgemeinschaft, Eva Häußler-Kohl, Jürgen Bechtel
Bauherrin: Stadt Schifferstadt


Mehr Raum, geringer Energieverbrauch

Wie kommen Nutzerinnen und Nutzer mit der Passivhaustechnik zurecht? Diese Frage stellt sich vor allem bei Bauten in öffentlicher Nutzung wie Verwaltungs- oder Schulgebäuden. Selbst wenn Fachpersonal für die Haustechnik zuständig ist - Fehler würden denen, die sich täglich in dem Gebäude aufhalten, nicht verborgen bleiben. Als gutes Zeichen darf man deshalb werten, wenn die Nutzer über die Haustechnik nicht allzu viel zu sagen wissen. So wie Esther Knoche, die Leiterin der Kindertagesstätte "Haus des Kindes" in Schifferstadt. Für sie war wichtig: "Die Kinder haben den Erweiterungsbau fraglos angenommen".
Die ursprünglich aus vier Gruppen bestehende, 1993 eröffnete Kindertagesstätte wurde 2012 um zwei weitere Gruppenräume sowie Wickelraum und weitere Funktionsräume vergrößert. Im Vergleich von Bestands- und Erweiterungsgebäude wird deutlich, wie sehr sich die Baustandards in nur zwei Jahrzehnten verändert haben. Der Zeitsprung offenbart sich in der heute aufwendigeren und effektiveren Haustechnik - vor allem der Lüftungsanlage - und darf auch in der Gestaltung erkennbar sein. Der kompakte, ruhige Neubau setzt sich gegen den stärker gegliederten, lebhafteren Bestandsbau ab und bildet einen flachen Ausläufer ins Gelände. Die anthrazitfarbene, vorgehängte und hinterlüftete Fassade erhält durch farbig abgesetzte Lüftungsflügel eine heitere Leichtigkeit. Dreifach verglaste, bodentiefe Fensterelemente an den Gebäudekanten schaffen eine großzügige Verbindung zwischen Außen- und Innenraum und ermöglichen eine gute Einsehbarkeit des Außengeländes.

Auch der Bestandsbau profitiert von der neuen Technik

Im Bestandsbau wurde die vorhandene Lüftungsanlage ohne Wärmerückgewinnung zurückgebaut, um die Bestandsräume an die neue Anlage mit Wärmerückgewinnung anzuschließen. Der vorhandene Gaskessel wurde durch eine Gasbrennwerttherme ersetzt. Die vorsichtshalber eingebauten Heizkörper, die den Neubau in extrem kalten Phasen zusätzlich beheizen sollen, sind nach Auskunft der Betreiber noch nicht gebraucht worden.
Katrin Vetters

  • Jahres-Primärenergiebedarf 139 kWh/(m2a)
  • Unterschreitung 34,74 %
  • CO2-Emissionen 29 kg/(m2a)