19. Oktober 2015

Mehr Spannung!

Vorstandsmitglied Uwe Knauth blickt in der Oktober-Ausgabe des Deutschen Architektenblattes zurück auf die Landesgartenschau in Landau und unterstreicht den bleibenden Mehrwert für die gesamte Stadt.

Am 18. Oktober 2015 hat die Landesgartenschau Landau ihre Tore geschlossen. Mit dem Ende der Veranstaltung ist der Weg nun frei für die Entwicklung des südlichen Stadtareals. Nicht, dass diese nicht schon vor der Landesgartenschau begonnen hätte, mit der Großveranstaltung ist das Interesse und die Aufmerksamkeit jedoch nochmals deutlich gestiegen. Mit seiner einzigartigen Lage, nur etwa einen Kilometer vom Stadtkern entfernt, bietet die 26 Hektar große Fläche des ehemaligen Kasernengeländes die Grundlage für ein neues Quartier mit Naherholungsraum für die gesamte Stadt.

Den Rahmen für die Gartenschau sowie für die stadtplanerische Entwicklung des neuen Wohnquartiers bilden die historischen Kasernengebäude. Ergänzt wurden diese im Zuge der Landesgartenschau durch den „Park der Generationen“, eine etwa 850 Meter lange öffentliche Grünfläche, die nach der Gartenschau erhalten bleibt und den neuen Bewohnern sowie allen in der Südstadt lebenden Menschen weiter zugutekommen wird.

Die Landschaftsarchitekten A24 aus Berlin haben den Park nach einem Wettbewerbsgewinn als dauerhafte Grün- und Wasserfläche, als Landschaftsachse zwischen Stadt und Naturschutzgebiet, realisiert. Aus der Stadt erfolgt der Zugang durch eine spektakuläre zweigeschossige Öffnung in einem ehemaligen, gründerzeitlichen Kasernengebäude; den Abschluss des Landschaftsparks bildet das historische Gebäude 041 mit dem Restaurant Weinkontor „Null41“ und der Vinothek „Par-Terre“. Diese beiden Einrichtungen bleiben über die Landesgartenschau hinaus erhalten und werden auch weiterhin ein regionaler Anziehungspunkt sein.

Beiderseits der Parklängsachsen ist Raum für die bauliche Stadtentwicklung. Bereits fertiggestellt ist die Musterhausbebauung „Schulze-Delitzsch-Carrée“, die während der Landesgartenschau besichtigt werden konnte und beim Tag der Architektur einen Besucherrekord aufstellte: Über 4.000 Interessierte sahen sich die Stadtvillen in den zwei Tagen an.

Die Landesgartenschau hat, über die Gartengestaltung hinaus, viele Besucher das zukünftige Potential und die Qualitäten des geplanten, neuen Wohnquartiers erkennen lassen. Die Nachfrage ist überwältigend, der nächste Vermarktungsabschnitt beginnt mit dem Ende der Landesgartenschau. Bemerkenswert ist auch, dass mit dem Programm der Gartenschau dauerhafte Sport- und Freizeitstätten entwickelt wurden. Seit dem Frühjahr gibt es im Süden, im Übergangsbereich zum Naturschutzgebiet, Fußball- und Beachvolleyballfelder, eine Sporthalle sowie eine Skater- und Dirtbike-Anlage, die die Jugend aus der Stadt zum Treff in die Natur lockt.

Ausstellung „stadt.weiter.bauen.“

Auf der Landesgartenschau wurden die Grundzüge der Entstehung und der Entwicklung der Stadt Landau auf der Ausstellungsfläche „stadt.weiter.bauen“ in einer ehemaligen Fahrzeughalle vorgestellt. Die Besucher erhielten dort auf einem begehbaren Stadtplan Informationen über die städtischen Entwicklungsschwerpunkte. Konzipiert und gestaltet wurde die Ausstellung von der Stadt Landau in Kooperation mit dem Dialog Baukultur Rheinland-Pfalz und den südlichen Kammergruppen der Architektenkammer. Ergänzt wurde die permanente Ausstellung durch über 25 Wechselausstellungen, die während der sechs Monate der Landesgartenschau über Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung und Innenarchitektur informierten. Gebündelt zu den Themenmonaten „wohnen.zukunft.gestalten.“, „stadt.land.vernetzen.“, „grün.stadt.wandeln.“ und „bestand.neu.leben.“ wurden diese jeweils mit einer Vernissage eröffnet. Architekten und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes Landau boten darüber hinaus Führungen auf dem Gartenschaugelände und in der Stadt an, kunstinteressierte Schüler spannten mit einem Fotoworkshop einen Bogen vom Landesgartenschaugelände in die Stadt und Fachvorträge der Architektenkammer zu überregionalen Themen aus der Welt der Architektur, Stadtplanung, Landschafts- und Innenarchitektur lockten zahlreiche Besucher an. Die ehemalige Fahrzeughalle wurde für sechs Monate zum Ort für Baukultur und Stadtentwicklung. „Mitwirken heißt kompetent werden“, lobte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen bei der Abschlussveranstaltung am 10. Oktober den erreichten Mehrwert der Lern- und Bildungsplattform. Die vielfältige Präsenz der Architektenschaft, verbunden mit zahlreichen Diskussionen mit interessierten Bürgern und Politikern, trug zudem zur Vermittlung unserer berufsspezifischen Qualitäten und unseres Leistungsvermögens bei.

Wir als Beteiligte freuen uns, dass so viele Besucher und Kollegen unseren Einladungen gefolgt sind. Über die Landesgartenschau hinaus, freuen wir uns über viele neue Kontakte, die uns sicherlich bei unseren weiteren Kammergruppenaktivitäten stärken werden. Den aktiven Kolleginnen und Kollegen sowie der Landesgeschäftsstelle danken wir für die Gestaltung und die tatkräftige Unterstützung bei der gelungenen Landesgartenschau in Landau. Der Stadt Landau wünschen wir eine weiterhin positive Entwicklung.