14. Juli 2022

Gemeinsam anpacken

Fotomosaik Jahrestag Flutkatastrophe
Fotos: Kristina Schäfer und Annette Müller

Kammer unterstützt beim Wiederaufbau des Ahrtals

Mitte Juli 2022 jährte sich die Flutkatastrophe im Ahrtal zum ersten Mal. Viele Betroffene haben bereits Anträge auf Aufbauhilfe RLP bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz gestellt, ein weiteres Jahr ist dies noch möglich. Architektinnen und Architekten erstellen die dafür notwendigen Gutachten. Weiterhin beraten sie an den Infopunkten im Ahrtal, die unmittelbar nach der Flut eingerichtet wurden oder kommen für eine bautechnische Erstberatung zu den Betroffenen nach Hause. Daneben sind jedoch auch übergeordnete Planungen erforderlich: sowohl für die Infrastruktur, als auch für die innerorts von der Flut gerissenen Lücken. Auch hier engagiert sich die Architektenschaft, indem sie in verschiedenen Gremien und runden Tischen beratend vertreten ist.
Damit der Wiederaufbau in hoher gestalterischer Qualität gelingen kann, empfiehlt sie Instrumente wie Wettbewerbe oder einen mobilen Gestaltungsbeirat einzusetzen. Hierzu ist sie gut vernetzt und leistet ständig Aufklärungs- und Informationsarbeit. Und auch das klappt am besten gemeinsam.


Infobündnis „Wir sind dAHR“

Mehr als 50.000 Sichtkontakte, über 4.100 Seitenaufrufe und 620 Follower alleine auf Facebook, das ist die Bilanz des Bündnisses für den Wiederaufbau nach nur wenigen Wochen. Vielleicht ist es die Authentizität des Videoformates oder aber die direkte Ansprache aus dem Tal, die das Social-Media-Angebot von „Wir sind dAHR“ so erfolgreich machen. Doch das ist längst nicht alles, was das Informationsbündnis zu bieten hat. Betroffene erhalten hier von den öffentlichen Stellen Antworten auf ihre individuellen Fragen; zudem sind die Inhalte stets an den Bedarfen der privaten Hausbesitzer:innen orientiert.

Dass der Zusammenschluss aus Helferstab,Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Handwerkskammer Koblenz, Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz und Aufsichts- und Genehmigungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz nicht nur viele Follower gewinnen würde, sondern auch neue Bündnispartner wie den Malteser Hilfsdienst oder die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, damit hatte zu Anfang niemand gerechnet. Eine optimale Ausgangslage, um weitere Pläne zu schmieden. So ist neben den Social-Media-Kanälen Facebook, Instagram und Twitter und der begleitenden Pressearbeit kürzlich ein eigener Youtube-Kanal online gegangen. Zudem soll es künftig eine Bündnis-Homepage geben. Eingerichtet wurde die Informationsplattform, um Betroffene der Flutkatastrophe sachlich und verlässlich mit Informationen zum Wiederaufbau zu versorgen.


Gemeinsame Infobroschüre

Zunächst aber werden die kreativen Köpfe vom Helfer-Stab als federführender Organisation an einer gemeinsamen Broschüre arbeiten, um Betroffenen Wissen gebündelt zur Verfügung zu stellen. Auch die ArchitektenkammerRheinland-Pfalz wird Input liefern: Neben Informationen zu den Beratungsangeboten der Architektinnen und Architekten im Ahrtal sowie zur Schadensbewertung werden die Inhalte des kürzlich erschienenen Flyers „Heizölschäden nach Hochwasser. Feststellen & Handeln“ miteinfließen, für den der Schadstoffexperten Dr. Stefan Tewinkel vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. gewonnen werden konnte. Der Flyer liefert fundiertes Wissen und informiert über dringende Schritte, die im Schadensfall zu ergreifen sind.