Lehrgang Sachverständige(r) für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken

Der Lehrgang umfasst insgesamt 16 Tage (8 Module á 2 Tage) und dient dem Einstieg in die Sachverständigentätigkeit im Sachgebiet „Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken“.

Seminar:
18160

Termin:
21. November 2018 10:00 Uhr - 27. Juni 2019 17:30 Uhr

Lehrgangsleiter:
Dipl.-Ing. (FH) Horst Schmid, Architekt, ö.b.u.v. SV für Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Trippstadt

Referententeam:
Rechtsanwalt Valentin Fett, Flonheim | Dipl.-Ing. Sandra Druck, ö.b.u.v. Sachverständige für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Geiselberg | Dipl.-Ing. Matthias Zöller, Architekt, ö.b.u.v. Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Neustadt

Teilnehmergebühr:
2.800,00 € / Gäste 3.360,00 € / (Zahlung in zwei Raten möglich) Ratenzahlung: Es ist möglich, die anfallenden Teilnehmergebühren in zwei Raten à 1400,- € für Mitglieder bzw. à 1580,- € für Gäste zu zahlen. Frühbucherrabatt bis 31.8.2018 - 10%

Veranstalter:
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Hindenburgplatz 6
55118 Mainz

Veranstaltungsort:
Landhotel zum Schwanen
Friedrich-Ebert-Str. 40
67574 Osthofen
Anfahrt

Nach der Einführung in die Sachverständigentätigkeit, werden in den ersten Teilen die rechtlichen und handwerklichen Grundlagen der Immobilienbewertung dargestellt. Anhand von praktischen Übungen erlernen die Teilnehmer die in Deutschland angewandten Bewertungsverfahren.

Darauf aufbauend werden Sonderfälle der Immobilienbewertung und die Tätigkeit des Sachverständigen in gerichtlichen Verfahren dargestellt. Während des Lehrgangs erhalten die Teilnehmer ein Übungsbeispiel, bei der die Gutachtenerstellung praktisch geübt werden kann.

Die Teilnahme am Lehrgang dient u. a. dem Nachweis der Fortbildung, welche im Rahmen der Antragstellung zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen unerlässlich ist. Sie bewirkt jedoch nicht automatisch die Bestellung oder Zertifizierung zum Sachverständigen für Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken.

Ablaufplan (Änderungen vorbehalten)

21. November 2018
Praxisworkshop Umsetzung eines Gutachtenauftrags
Bearbeitung eines gerichtlichen Gutachtenauftrags vom Akteneingang über Ortsbesichtigung und Gutachtenausarbeitung bis zur mündlichen Erläuterung des Gutachtens vor Gericht.

22. November 2018
Grundlagen des Liegenschaftswesens

Das Grundbuch

  • Systematik des Grundbuchs
  • Grundbuchauszüge lesen
  • Eintragungsfähige Rechte und Lasten an Grundstücken (Übersicht)

Das Kataster

  • Liegenschaftsbuch
  • Liegenschaftskarte

Die öffentlich rechtlich zulässige Nutzung eines Grundstücks
Öffentliches Bau- und Planungsrecht

  • Flächennutzungsplan
  • Bebauungsplan
  • Erschließung nach BauGB und Beiträge nach KAG
  • Baulasten


5. Dezember 2018
Der Sachverständige im Privat- und Gerichtsauftrag

Welche Sachverständigen gibt es?

  • Freie Sachverständige
  • Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige
  • Zertifizierte Sachverständige
  • Staatlich oder verbandsmäßig anerkannte Sachverständige
  • Die Sachverständigenordnung der Architektenkammer Rheinland-Pfalz
  • Bestellungsvoraussetzungen

Wann werden Gutachten gebraucht?

  • Gerichtsgutachten
  • Privatgutachten
  • Schiedsgutachten

Erforderliche juristische Kenntnisse als Sachverständige(r)

  • Der Sachverständigenvertrag
  • Leistungspflichten
  • Haftung
  • Honorierung
  • Werbung

Besonderheiten im Gerichtsauftrag

  • Haftung des gerichtlichen Sachverständigen
  • Vergütung des gerichtlichen Sachverständigen
  • Zivilprozessordnung und Strafprozessordnung
  • Arten von Gerichtsverfahren
  • Befangenheit


6. Dezember 2018
Bewertungsgrundlagen
Zusammenstellung der für die Verkehrswertermittlung relevanten bundes- und landesrechtlichen Regelungen. Erläuterung der für die Wertermittlung relevanten Begriffe. Umgang mit und Ermittlung von Bodenrichtwerten. Einholung der benötigten Daten und Informationen. Vorbereitung und Inhalt eines Gutachtens.

Gesetze, Richtlinien:

  • BauGB, ImmoWertV, WertR, Bodenwertrichtlinie, Sachwertrichtlinie, Vergleichswertrichtlinie, Ertragswertrichtlinie

Grundbegriffe der Wertermittlung

  • Wert, Verkehrswert, Marktwert, gemeiner Wert
  • Grundstücksmarktbericht, Liegenschaftszinssatz, Sachwertfaktor, Normalherstellungskosten

Bodenwert

  • Bodenrichtwerte, Bodenrichtwertkarte

Ermittlung des Bodenwertes aus Bodenrichtwerten und Vergleichskaufpreisen.
Vorbereitung des Gutachtens, Gutachtenaufbau

  • Zusammenstellung der benötigten Informationen und Unterlagen. Aufbau eines Wertgutachtens. Datenquellen.

 

16. + 17. Januar 2019
Wertermittlungsverfahren

Sachwertverfahren und Ertragswertverfahren; Auswahl des Wertermittlungsverfahrens. Erläuterung des Sachwert- und Ertragswertverfahrens und deren Anwendung mit Beispielen.

Sachwertverfahren

  • Grundflächen und Rauminhalte nach DIN 277
  • Normalherstellungskosten (1913/14, 1995, 2000, 2010)
  • Voraussetzung für die Anwendung der Normalherstellungskosten
  • Gesamt- und Restnutzungsdauer
  • Marktanpassung
  • Berücksichtigung besonderer objektspezifischer Grundstücksumstände

Ertragswertverfahren

  • Allgemeines Ertragswertverfahren
  • Vereinfachtes Ertragswertverfahren
  • Ertragswertverfahren auf der Grundlage periodisch unterschiedlicher Erträge
  • Marktübliche Erträge, Bewirtschaftungskosten, Liegenschaftszinssatz und Barwertfaktor; Berücksichtigung besonderer objektspezifischer Grundstücksumstände, wie Abweichung der tatsächlichen von der nachhaltig erzielbaren Miete

Plausibilisierung von Werten

  • Maklerfaktoren
  • Sensitivitätsanalysen
  • Monte-Carlo-Simulation


13. + 14. Februar 2019

Bewertung von Wohnungs- und Teileigentumen und Ermittlung von Mieten und Pachten
Grundlagen, Begriffe aus dem Wohnungseigentumsgesetz

  • Wohnungs- und Teileigentum
  • Dauerwohnrecht

Wertermittlungsverfahren bei Wohnungs- und Teileigentum, Vergleichswertverfahren

  • Statistische Grundlagen
  • Vergleichswertrichtlinie
  • direktes und indirektes Vergleichswertverfahren
  • Ertragsfaktoren

Grundlagen aus dem Mietrecht

  • Mietvertrag
  • Mieterhöhung

Die ortsübliche Vergleichsmiete
Mietspiegel

  • Qualifizierter und einfacher Mietspiegel

Ableitung der ortsüblichen Erträge aus der ortsüblichen Miete
Bewertungsverfahren bei der Mietwertermittlung

  • Vergleichswertverfahren
  • Zielbaumverfahren


20. März 2019
Erbbaurecht

Gesetzliche Grundlagen des Erbbaurechts, darauf aufbauend die Ermittlung des Wert des Erbbaurechts und des Erbbaurechtsgrundstücks. In dem Fall, dass die Restlaufzeit des Erbbaurechts länger ist als die Restnutzungsdauer des Gebäudes und in dem entgegengesetzten Fall.

21. März 2019
Rechte & Lasten

Ermittlung der Wertminderung bei vorhandenen Rechten und Lasten wie z.B. Nießbrauch, Wohnungsrecht, Wegerecht und Baulast sowie die Ermittlung des Wertes des Rechts.

2. Mai 2019
Bautechnische Grundlagen

  • Typische Konstruktionen von Bestandsbauten
  • Gründerzeitgebäude, Vorkriegsbauten, Bauten der Nachkriegszeit, Bauten nach der Ölkrise
  • Typische Schadensbilder
  • Feuchteschäden, Schimmelpilze, holzzerstörende Pilze, Risse, etc. Welche Schäden und Mängel muss ein Bewertungssachverständiger erkennen?
  • Instandhaltung und Modernisierung
  • Abgrenzung der Begriffe, Auswirkung auf die Restnutzungsdauer eines Gebäudes

3. Mai 2019
Berücksichtigung von Bauschäden und Baumängeln bei der Immobilienbewertung

  • Aufnahme des Gebäudezustands beim Ortstermin und Dokumentation im Gutachten – was sollten Bewertungssachverständige erkennen?
  • Was sind die Unterschiede von „Instandhaltung, Instandsetzung, Modernisierung, Bauschaden und Baumangel“ und wie wirken sich unter- bzw. überdurchschnittliche Zustände aus?
  • Welche Verfahren eignen sich zur Ableitung von Werteinflüssen. Führen auch hier das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren oder das Sachwertverfahren zum Ziel?
  • Hilfsverfahren zur Ableitung von Werteinflüssen bei über- oder unterdurchschnittlichem Gebäudezustand.
  • Kosten – Preise – Werte: wie man von Kosten zu Werten gelangt.
  • Alle Schäden beseitigt und doch eine Wertminderung? Der merkantile Minderwert in der Bewertungspraxis.

 

5. + 6. Juni 2019
Bewertung von Sonderimmobilien
Besonderheiten bei der Bewertung von Gastronomiegrundstücken, Beherbergungsgrundstücken, Einzelhandelsimmobilien, Logistikimmobilien, etc.
Datenquellen zur Bewertung.


26. Juni 2019
Wertermittlungen bei Zwangsversteigerung, Ehescheidung, Schenkung

Rechtliche Grundlagen
Zwangsversteigerung

  • Einzelausgebot, Gesamtausgebot
  • Berücksichtigung von Rechten und Lasten in der Zwangsversteigerung
  • Erbbaurechte in der Zwangsversteigerung

Ehescheidung

  • Zugewinnnsausgleich
  • Erforderliche Stichtage

Schenkung

  • Erforderliche Stichtage

27. Juni 2019
Workshop

Vorstellung und Diskussion der durch die Teilnehmer erstellten Wertgutachten.

Wir behalten uns vor, einzelne Module auch separat auszuschreiben!

Fortbildung lohnt sich, Fortbildung wird gefördert!

Qualischeck
Sind Sie in Rheinland-Pfalz als Angestellter beruflich tätig? Bis zu 500,- Euro werden abhängig von der Einkommensgrenze und Höhe der Weiterbildungskosten bezuschusst. MEHR

Bildungsfreistellung
Angestellte in Rheinland-Pfalz haben einen Anspruch auf Bildungsfreistellung, auch als Bildungsurlaub bekannt, um sich fortzubilden. Der Lehrgang ist nach dem rheinland-pfälzischen Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt. MEHR


Zur Information:
Mit der Anmeldung zu diesem Seminar erklären Sie sich bereit, dass wir Ihre Teilnehmerdaten elektronisch weiterverarbeiten. Anders kann leider eine Teilnahme an dem Lehrgang nicht gewährleistet werden. Hier können Sie die unseren Hinweis zur Datenverarbeitung gem. § 13 DS GVO einsehen: MEHR

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Unterrichtsstunden

Architektur – Innenarchitektur – Landschaftsarchitektur – Stadtplanung