09. März 2018

"Mehr MITTE" in Hamm, Meudt, Kirrweiler und Landau

Am 1. März haben Finanzministerin Doris Ahnen, Dr. Karl-Heinz Frieden für den Gemeinde- und Städtebund sowie Kammervizepräsident Frank Böhme bekannt gegeben, welche drei Kommunen im Rahmen von "Mehr MITTE bitte!" diesmal einen geförderten Realisierungswettbewerb durchführen dürfen.

 

"Ich freue mich, dass in den Gemeinden Hamm (Sieg), Kirrweiler und Meudt im Laufe des Jahres 2018 ein Realisierungswettbewerb durchgeführt wird, um die vorbildlichen Projekte, mit denen sich diese Gemeinden und Bauherrn beworben haben, umzusetzen", erklärte Doris Ahnen, als sie das Juryergebnis der kommunalen Auswahlrunde von "Mehr MITTE bitte!" 2 mitteilte. "Alle drei Projekte entsprechen in besonderem Maße den Zielen des Wettbewerbs und zeichnen sich dadurch aus, dass sie attraktive und nachhaltige Lösungen gefunden haben, ihre Dorfmitte zu sanieren und wiederzubeleben."

Für ein weiteres Projekt in Landau-Godramstein soll zudem ein Ideenwettbewerb durchgeführt werden. Der Wettbewerb "Mehr MITTE bitte!" findet zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz und in Kooperation mit der Architektenkammer statt. Ziel des Wettbewerbs 2017/2018 sei es, Wohn- und Lebensräume innerörtlich zu erhalten bzw. herzustellen. Es sollen attraktive Ortsbilder (wieder)entstehen, die zu einem guten Wohnen in Orts- und Stadtkernen beitragen. Im Rahmen des Wettbewerbs werden innovative, zukunftsfähige und nachhaltige Lösungen für das Thema Wohnen, Leben und Arbeiten gesucht, die sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auseinandersetzen und dabei energetische und gestalterische Ansprüche verwirklichen.

"Baukultur ist keine Frage der Städte. Gerade in den kleinen und mittleren Gemeinden gibt es viel Potenzial in gewachsenen Ortskernen und historischer Bausubstanz, aber auch große Aufgaben. Die Orte zu erhalten und zu beleben, aber auch für heutige und künftige Lebenswirklichkeiten weiter zu entwickeln, erfordert kreative Ideen, aber auch Sensibilität und viel Wissen. Ziel der nun startenden Wettbewerbe muss sein, für diese Planungsaufgaben die Besten zu gewinnen! Ich freue mich, dass die zweite Auflage von 'Mehr Mitte bitte!' hier auch Kontinuität sichert," lobte Frank Böhme, Stadtplaner und Vizepräsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz: "Denn im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz stehen wir vor einem Langstreckenlauf!"

"Wir sind davon überzeugt", so Dr. Karl-Heinz Frieden, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, "dass sich auch dieses Mal wieder mutige Bauherrn und engagierte Gemeinden gefunden haben, die ihre gemeinsamen Projekte tatkräftig und anspruchsvoll umsetzen und damit einen wichtigen Beitrag zu lebendigen und dynamischen Dorfmitten erbringen werden."

Das Finanzministerium übernimmt gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebund die Kosten für die Durchführung der Realisierungswettbewerbe, die Kosten der Wettbewerbsbetreuung sowie die Preisgelder der Architektinnen und Architekten. Weitere Informationen auch zu den Preisverleihungen vor Ort können Sie der folgenden Homepage entnehmen. MEHR

  

Hamm (Sieg) – Umbau des ehemaligen Kaufhauses Hassel

Das Projekt betrifft Umbau und Erweiterung des ehemaligen Kaufhauses Hassel, das gemeinsam mit dem benachbarten Baudenkmal Hotel "Alte Vogtei" ein Ensemble bildet. Seit Beginn der 1900er Jahre ist das Traditionsgebäude im Kern von Hamm ansässig und war als örtlicher Gemischtwarenhandel ehemals Dreh- und Angelpunkt des gemeindlichen Lebens. Vom Gemischtwarenhandel über Fachgeschäfte zum "Schnäppchenmarkt" fand bis zum heutigen Zeitpunkt ein nutzungsmäßiges "downgrading" statt.

Die Erdgeschosszone der Straßenfassade ist durch Umbauten stark beeinträchtigt. Der rückwärts gelegene, ehemalige Anbau eines Lebensmittelmarktes in den siebziger Jahren steht heute leer und ist für Folgenutzungen nur bedingt geeignet. In den Obergeschossen befinden sich unsanierte Wohnungen. Die Wohnungen sind noch teilweise bewohnt.

Als Teil der quasi geschlossenen Bauweise entlang der Lindenallee hat die Ortsgemeinde großes Interesse daran, dass neben dem Erhalt der historischen Substanz, das gesamte Anwesen eine Aufwertung erfährt.

 

Kirrweiler – Seniorenwohnanlage

Die Bürgerstiftung hat die 3 Grundstücke Kirchstraße 12, 14 und Schlossstraße 23 gekauft. Die westlichen Gebäude stehen aufgrund ihres Zuschnitts und ihrer Erhaltungsfähigkeit zur Disposition. Allein das Bäckereigebäude besitzt in Verbindung mit dem Erhaltungszustand eine hohe städtebaulich-architektonische Qualität. Der Baublock ist gekennzeichnet durch einen Wechsel von zweigeschossigen Gebäuden mit geneigtem Dach und Höfen, die mit einer Mauer zum Straßenraum hin abgeschlossen sind.

Das Nutzungskonzept sieht Wohnraum für Senioren, betreute Wohngruppen und gemeinschaftliches Wohnen vor. Es sollen 8-12 Wohnpflegeeinheiten und mehrere kleine Wohneinheiten für generationen-übergreifendes und gemeinschaftliches Wohnen entstehen sowie ein Tagescafé und ein Büro der Bürgerstiftung.

Meudt – Neues Wohnen in der Mitte

Das Projekt "Neues Wohnen in der Mitte" will im Ortskern eine bauliche Lösung für zentrales, gemeinschaftliches Wohnen schaffen. Das vorhandene Grundstück besteht aus 3 Flurstücken, die sich im Eigentum der Ortsgemeinde Meudt befinden: ein Parkplatz am Standort der ehemaligen Synagoge und danebenliegend ein Wohnhaus mit Anbauten und Scheune, Kirchstraße 25. Die Grundstücksgröße beträgt ca. 1.050 m². Zurzeit ist das Gebäude in keiner Nutzung und steht seit 2017 leer. Ein Abbruch ist voraussichtlich in 2018 vorgesehen. Das Wohnprojekt soll sich gemäß der Zielsetzung der Gemeinde von anderen Investorenprojekten unterscheiden, indem der Gemeinschaftsgedanke in Form des gemeinschaftlichen Wohnens in den Mittelpunkt gestellt wird.

Landau Godramstein – Finklerhof Godramstein

Der "Finklerhof" ist ein Vierseithof aus 5 zusammenhängenden Gebäuden. An der Straße das Haupthaus von 1825 mit Tordurchfahrt "Kontor" im EG und "Sälchen" im OG, und das daran anschließende ehem. Wohnhaus 1763, derzeit provisorisch baulich gesichert (Notdach und hofseitiger Teilabbruch). Beide straßenseitigen Gebäude stehen unter Denkmalschutz.