Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden - der Weg zum Ziel

Um ein Gebäude ohne Barrieren erreichen und die Ziele innerhalb des Bauwerks ohne fremde Hilfe auffinden zu können, steht eine konsequente und qualitätsvolle Planung an erster Stelle: Die richtige Kommunikationsstrategie in Kombination mit dem gezielten Einsatz von Material und Farbe sind die Basis für eine intuitive Orientierung. Nachmittags ist eine Führung durch den neuen Landtag Rheinland-Pfalz geplant. In Kooperation mit der Beratungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen RLP.

Seminar:
22035

Termin:
01. Juli 2022 10:00 Uhr - 17:30 Uhr

Referent:
Referententeam

Teilnehmergebühr:

180,- € / 215,- € Gäste

Veranstalter:
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Hindenburgplatz 6 55118 Mainz

Veranstaltungsort:
Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz
Rheinstraße 55
55116 Mainz
Anfahrt

Die Veranstaltung befasst sich mit den Methoden, die zu einer möglichst eindeutigen Orientierung vor und in Gebäuden führen. Zielgruppe dieser Maßnahmen sind nicht nur Blinde, sondern auch Menschen mit Sehbehinderung, mit kognitiven Einschränkungen oder mit Hörbehinderung. Grundsätzlich profitieren alle Besucher öffentlich zugänglicher Gebäude von einer ausgereiften Orientierungsstrategie: Schließlich besucht man etwa Museen, Rathäuser oder Polizeiinspektionen nicht täglich. Ein grundlegendes Verständnis für die Lage möglicher Ziele im Gebäude lässt sich aus seltenen oder einmaligen Besuchen nicht ableiten. Umso klarer sind jene Zeichen zu setzen, die auch älteren Menschen oder Personen in Eile Orientierung geben sollen.

Das sanierte Deutschhaus des Rheinland-Pfälzischen Landtags, dessen Planung selbstverständlich auch im Zeichen der Inklusion stand, ist Ideengeber für die Veranstaltung, die theoretische Grundlagen mit praktischem Erleben vereint.

Inhalte:

  1. Vortrag
    Normen und Gesetze regeln auch die barrierefreie Wahrnehmbarkeit von Zugangsbereichen und inneren Erschließungssystemen. Letztendlich sind es aber die Entscheidungen von Architektinnen und Architekten, die im Sinne des sogenannten Performance-Prinzips dafür Sorge tragen, dass die Schutzziele erreicht werden. Taktile, visuelle und akustische Kontraste resultieren idealerweise aus einer Kombination von Bauteilen, deren Material, Struktur und Farbe. Raumbildende Elemente werden so miteinander kombiniert, dass sie die entscheidenden „Botschaften“ zur Orientierung übermitteln.
    Damit werden nur noch im Einzelfall applizierte Signale erforderlich.
    Theoretische Grundlagen und Beispiele zum Performance-Prinzip zeigen in dem Vortrag der Architektin mögliche Wege zu inklusiven Gebäuden mit hohem gestalterischem Anspruch.
     
  2. Vorstellung Landtag
    Die Sanierung des Deutschhauses als Teil des Rheinland-Pfälzischen Landtags wird von den Planern zunächst in einem Vortrag erläutert. Es folgt ein Spaziergang zum Landtag, wo ein gemeinsamer Mittagsimbiss vorgesehen ist, um dann den Landtag zu besichtigen. In kleineren Gruppen werden die Maßnahmen außerhalb und innerhalb des Gebäudes erläutert; in einer Sequenz des „Eigenen Erlebens“ können die Teilnehmer die verwendeten Methoden erproben können. Die Führung endet im Plenarsaal, wo Fragen und Eindrücke ausgetauscht und diskutiert werden.
     
  3. Vortrag
    Der Landesbehindertenbeauftragte hat die Planung begleitet und im Zuge der Sanierungsmaßnahme zur Entwicklung von Lösungen im Sinne des Performance-Prinzips beigetragen, da Abwägungsprozesse bei der Umsetzung immer eine große Rolle spielen. Vor dem Hintergrund des Sanierungsprojekts werden sowohl gesamtgesellschaftliche Aspekte als auch spezielle Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen beleuchtet.

 

In der einstündigen MIttagspause bestehet die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen. (Das Mittagessen ist in der Seminargebühr enthalten.)
 

Zur Information:
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Unterrichtsstunden

Architektur – Innenarchitektur