Kostengünstiger und zukunftsfähiger Geschosswohnungsbau im Quartier

Der Geschosswohnungsbau stellt aufgrund des großen Bauvolumens der kommenden Jahre und des hohen Potenzials an wirtschaftlich erschließbaren Nachhaltigkeitsaspekten einen Schlüsselbereich für das Erreichen der Klimaschutzziele im Gebäudebereich dar.

Seminar:
22029

Termin:
01. Juni 2022 10:00 Uhr - 17:30 Uhr

Referent:
Dr. Burkhard Schulze Darup, Architekt, Berlin

Teilnehmergebühr:

180,- € / 215,- € Gäste

Veranstalter:
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Hindenburgplatz 6 55118 Mainz

Veranstaltungsort:
Hotel Silicium
Schillerstraße 2-4
56203 Höhr-Grenzhausen
Anfahrt


Der Geschosswohnungsbau stellt aufgrund des großen Bauvolumens der kommenden Jahre und des hohen Potenzials an wirtschaftlich erschließbaren Nachhaltigkeitsaspekten einen Schlüsselbereich für das Erreichen der Klimaschutzziele im Gebäudebereich dar.

Dieses Seminar zeigt, wie ein zukunftsfähiger Gebäudestandard erreicht werden kann, der ab 2021 eine wirtschaftliche Form heutiger Best-Practice-Techniken wie den Passivhaus- oder KfW EH-40-Standard abbilden muss, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die Verpflichtungen nach dem Übereinkommen von Paris aufgrund der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen zu erfüllen. Im Bausektor ist es mit den aktuellen Rahmenbedingungen nicht realistisch, bis Mitte des Jahrhunderts die Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Nur durch ein sehr kurzfristiges Umlenken schaffen wir es, die Ziele innerhalb der nächsten dreißig Jahre mit wirtschaftlich verträglichen Mitteln umzusetzen. Es gilt Effizienz und erneuerbare Versorgungsstrukturen synergetisch miteinander zu verbinden.

Im Rahmen des DBU-Forschungsvorhabens „Kostengünstiger und zukunftsfähiger Geschosswohnungsbau im Quartier" konnte ein hohes Potenzial an Wissen auf Grundlage des hohen Erfahrungshintergrundes der beteiligten Wohnungsunternehmen, Industriepartner und Beiräte zusammengetragen werden. Die Techniken zum Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 sind marktverfügbar. Die Hemmnisse liegen im ökonomischen Bereich sowie bei hindernden Rahmenbedingungen. Das Seminar soll Planer in die Lage versetzen, zukunftsfähigen Geschosswohnungsbau in wirtschaftlicher Form mit hohem Nachhaltigkeitsstandard umzusetzen.

Inhalte:

  1. Klimaschutz: Die Anforderungen an die Dekarbonisierung müssen umfassend umgesetzt werden. Geschieht dies nicht, sind hohe Folgekosten absehbar. Das Seminar zeigt Zusammenhänge und Lösungswege zum Erreichen der Klima-neutralität 2050 auf.
  2. GEG & Förderung: Der vorliegende GEG-Entwurf baut eine hohe Hürde für die praktische Umsetzung auf. Er ist zu kompliziert, ermöglicht keine nachvollziehbaren Ergebnisse und fällt deutlich hinter die Klimaschutzziele zurück. Im Seminar wird ein Spektrum einfacher und wirtschaftlicher Lösungen mit hoher Effizienz dargestellt, wie zukunftsfähiges Bauen ab sofort geht.
  3. Entwurf & Gebäudehülle: Qualitätvolle Entwürfe sind Grundlage hoher Wirtschaftlichkeit. Hochwertige Grundriss- und Entwurfskonzepte, Kompaktheit und energetisch hochwertige Konstruktionsgrundsätze bieten gute Voraussetzungen für Langfrist-Wirtschaftlichkeit.
  4. Versorgungskonzepte & Wärmewende: Der Übergang von fossil-brennstoff-basierter zu erneuerbar-strombasierter Versorgung eröffnet hohe technisch-wirtschaftliche Chancen und Optimierungspotenzial. Der Bereich des Heizens ermöglicht eine Senkung der Investitions- und Betriebskosten aufgrund der minimierten Heizlast hocheffizienter Gebäude. Warmwasserversorgung definiert sich neu in einem erneuerbaren System mit innovativen Konzepten, die hohe Wirtschaftlichkeit mit Komfort und Hygiene vereinen.
  5. Gebäudetechnik – Lüftung: Lüftung mit Wärmerückgewinnung erfordert hochwertige Planung und Lösungen mit niedrigen Wartungskosten. Das führt zu hohem Komfort und halbiert bei Gebäuden mit guter Gebäudehülle Heizwärme-bedarf und Heizlast als Voraussetzung für kostengünstige Heizsysteme.
  6. Erneuerbare Versorgung: Regenerative Versorgung von Heizen/Kühlen, WW, Haushaltsstrom und Mobilität ist mit einem hohen Eigenstromanteil möglich. Quartierslösungen mit minimierten Leistungsspitzen sorgen mittelfristig für eine kostengünstige Versorgung, die zu Zeiten der Dunkelflaute nur eine geringe Leistungsreserve eines zweiten redundanten Kraftwerksparks erfordert.
  7. Lastmanagement & Mieterstrom-Modelle: Smart-Grid-Lastmanagement mit einfachen Lösungen für Regelung und Abrechnung bildet die Voraussetzung für kosteneffiziente Mieterstrom-Modelle bis hin zu Flatrate-Lösungen. Derzeit behindert der hohe administrative Aufwand erneuerbare Systeme.
  8. Kostenoptimierung: Es gibt eine hohe Zahl von Kostenrisiken beim Wohnungsbau wie die aktuelle Marktsituation, Unwägbarkeit von Ausschreibungs-verfahren und vor allem das Kostenrisiko der Planungsqualität. Versierte Planer können mehrere hundert Euro pro m² Wohnfläche einsparen und werden von der Wirtschaft in den nächsten Jahren dringend benötigt. Energetische Mehr-investitionen sind dagegen gering, sparen Betriebskosten und werden zudem hoch gefördert.
  9. Wohnkosten: Entscheidend sind die resultierenden Kosten für die Mieter. Es gibt hervorragende Warmmieten-Modelle, die deutliche Einsparungen ermöglichen. Flatrate-Lösungen können dabei optimierend wirken.

 

Zur Information:
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Unterrichtsstunden

Architektur – Innenarchitektur – Stadtplanung