Brandschutz in Sonderbauten

Es geht um den vorbeugenden baulichen Brandschutz jenseits des Regelungshorizonts der Landesbauordnung. Themenschwerpunkte sind insbesondere effiziente Brandschutzkonzepte für neue Sonderbauten sowie der Umgang mit bestehenden Sonderbauten sowie den aus Brandverhütungsschauen resultierenden Anforderungen der Bauaufsichtsbehörden. Thematisiert werden dabei insbesondere Gebäudetypen wie Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser, Altenpflegeheime sowie Versammlungs- und Verkaufsstätten.

Seminar:
18021

Termin:
24. April 2018 10:00 Uhr - 17:30 Uhr

Referent:
Dipl.-Ing. Manfred Busch, Baudirektor, Landau

Teilnehmergebühr:
180,- / 215,- Gäste

Veranstalter:
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Hindenburgplatz 6
55118 Mainz

Ort:
Turmrestaurant / Ebertpark
Erzbergerstrasse 69
67063 Ludwigshafen

Dem vorbeugenden baulichen Brandschutz kommt eine stetig wachsende Bedeutung zu. Für den Regelungshorizont der Landesbauordnung – dem Wohnungsbau oder vergleichbaren Nutzungen – liegt ein abschließendes Anforderungsprofil vor. Bei Sonderbauten ist die Lage komplexer. Hier bedarf es häufig eines individuellen Brandschutzkonzeptes. Dafür können Sonderbauverordnungen - wie die Versammlungs- oder Verkaufsstätten-Verordnung - Orientierungshilfe geben; teilweise bedarf es jedoch eines spezifischen, alleine an den Schutzzielen des vorbeugenden baulichen Brandschutzes orientierten Konzeptes.

Ziel des Seminars ist es, zunächst das grundlegende Verständnis für die Schutzziele des baulichen Brandschutzes zu wecken. Damit kann der Brandschutz bereits in den ersten Entwurfsphasen - insbesondere bei der Grundrisskonzeption und der Wahl der Baumaterialien - mitgedacht werden kann. Dies erspart häufig spätere Umplanungen oder aufwändigen technischen Brandschutz. Dabei werden die brandschutzbezogenen Besonderheiten von häufigen Sonderbautypen sowie die diesbezüglich erforderlichen baulichen und technischen Vorkehrungen erläutert.

Darüber hinaus wird der bauliche Brandschutz in bestehenden Sonderbauten  angesprochen. Hier besteht zunächst zwar Bestandsschutz; bei Vorliegen einer konkreten Gefahr im Brandfall kann die Bauaufsichtsbehörde jedoch auch an bestandsgeschützte Gebäude weitergehende Anforderungen stellen. In diesem Zusammenhang ermöglicht eine brandschutzbezogene Kompetenz einerseits das Finden einer sicheren und gleichzeitig wirtschaftlichen Lösung, erleichtert aber zudem auch die Kommunikation mit der Bauaufsichtsbehörde. Zu dieser Kompetenz gehört auch das Wissen um die Möglichkeiten einer Kompensation von baulichen Defiziten durch unterschiedliche bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen.

Das Seminar beschäftigt sich somit insbesondere mit den Themen:

  • Grundzüge des Brandschutzkonzeptes der Landesbauordnung - Schutzziele
  • Brandschutz bei Sonderbauten - Sonderbauverordnungen
  • Das Verhältnis von Brandschutz und Bestandsschutz
  • Nachträgliche Brandschutzanforderungen - Kompensation von Brandschutzmängeln
  • Typische Brandschutzaspekte in Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser, Altenpflegeheime sowie Versammlungs- und Verkaufsstätten


Die einzelnen Aspekte werden in der Veranstaltung anhand praktischer Beispiele erläutert. Sie können auch eigene aktuelle Projekte betreffende Fragestellungen ansprechen; dies ist besonders gut möglich, wenn Sie uns rechtzeitig entsprechende digitale Unterlagen zukommen lassen.

Teilnehmerkreis: Das Seminar richtet sich an Architekten und Innenarchitekten mit Erfahrung im Bereich Brandschutz. Teilnehmer ohne fundierte Grundkenntnisse sollten sich zunächst für das Grundlagenseminar „Das Brandschutzkonzept der Landesbauordnung“ anmelden.


In der einstündigen Mittagspause besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen.
(Das Mittagessen ist in der Seminargebühr enthalten.)


8 Unterrichtsstunden