10. September 2015

Wohnungsbauförderung und Flüchtlingspolitik zusammen denken

"Menschen brauchen Wohnungen, keine Container."

10. September 2015
14/2015

Mainz. Das politische Sommerfest der Architektenkammer Rheinland-Pfalz im Zentrum Baukultur in Mainz nahm Kammerpräsident Gerold Reker zum Anlass, den rund 300 anwesenden Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, darunter Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen, eine Neuausrichtung der Wohnungsbaupolitik vorzuschlagen.

„Menschen brauchen Wohnungen, keine Container“, so Reker. „Menschen, die zu uns kommen, bringen ihre Jugend, ihre Familien, ihr Potenzial, die Vielfalt ihrer Kulturen, aber auch ihre Verwundungen mit. Da braucht es mehr als nur Unterbringung, ja sogar mehr als nur Wohnungen. Es braucht intelligente stadträumliche Konzepte, um Ghettos vorzubeugen und Inklusion zu organisieren. Unsere Aufgabe ist es, neue Nachbarschaften möglich zu machen“.

Reker erinnerte an die Zeiten des programmatischen Wohnungsbaus in der Vergangenheit. Sie wurden von Zuwanderungswellen und gesellschaftlichen Umbrüchen angestoßen und haben positiv zur Entwicklung der Städte beigetragen: Die Gründerzeit im ausgehenden 19. Jahrhundert ebenso wie die Wohnungsbauprogramme der 1920er und 1950er Jahre. Er rief die Festrednerin des Abends, Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen, dazu auf „Mittel der Wohnungsbauförderung und des Flüchtlingsprogramms zusammen zu verwenden. Die so entstehenden Wohnungen sollten allen kostensensiblen Nutzergruppen offenstehen, Zuwanderern wie Einheimischen“.

Ahnen verwies auf die gemeinsamen Projekte, die das Land zusammen mit der Architektenkammer durchführt. „Sie leisten einen Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen, qualitätsvollen Entwicklung der gebauten Lebens- und Siedlungsräume und sind wichtiger Bestandteil einer aktiven Wirtschafts- und Strukturpolitik.“ Mit der Architektenkammer wolle sie einen Mehrwert für die Menschen in unserem Land erarbeiten und einen konkreten Beitrag für die ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung von Rheinland-Pfalz leisten.


Weitere Informationen:
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Annette Müller
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