27. Februar 2012

Wettbewerbsergebnis: Betriebs- und Verwaltungsgebäude in Niederprüm

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Architekt Gerold Reker vergab drei Preise und drei Anerkennungen.

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Architekt Gerold Reker vergab drei Preise und drei Anerkennungen.

Die Kommunalen Netze Eifel AöR hatten ein VOF-Verhandlungsverfahren mit integriertem Planungswettbewerb für den Neubau eines Betriebs- und Verwaltungsgebäudes in Niederprüm ausgelobt. Neben einer guten landschaftsplanerischen und städtebaulichen Einbindung des Gebäudes in das Hanggrundstück waren vor allem eine sinnvolle Erschließung aller Funktionsbereiche und die Vermeidung gegenseitiger Störungen gefordert. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Architekt Gerold Reker vergab drei Preise und drei Anerkennungen.

1. Preis

Als kompakten Baukörper, der selbstbewusst in der Landschaft stehe, beschreibt das Preisgericht den Entwurf von Paul Bretz Architekten und Ernst+Partner Landschaftsarchitekten aus Luxemburg. Das Gebäude sei städtebaulich gut positioniert und landschaftlich gut integiert, die Fassade aus Sichtbeton und Holzpaneelen klar strukturiert und durch die flexible Verschattung sehr lebhaft. Die externe und interne Erschließung sei eindeutig und schlüssig. Die Sozialräume mit Terrasse böten einen sehr schönen Blick ins Tal und durch das Atrium entstehe eine angenehme innenräumliche Qualität.

2. Preis

Der Entwurf von Werner Schaack, Trier, mit WW+architektur+management, Luxemburg, und HDK Dutt + Kist Landschaftsarchitekten, Saarbrücken, sei klar gegliedert, die Fassadengestaltung im positiven Sinne ruhig, so die Jury. Er entwickle sich „sehr angenehm“ parallel zu den Höhenlinien 2-geschossig zum Hang und teilweise 3-geschossig gen Norden, mit dem Verwaltungsbereich im Osten und dem Betriebsbereich im Westen. In der Mitte liege unprätenziös der Haupteingang, von dem aus das Gebäude über kurze Wege erschlossen werde.

3. Preis

Der von HHS Planer + Architekten, Kassel, mit foundation 5+ landschaftsarchitekten, Kassel, geplante prägnante, solitäre Baukörper besetze die richtige Stelle des Grundstücks und trage positiv zur Adressbildung bei, urteilte die Jury. Der Baukörper entwickle sich logisch aus einer talseitigen Stützwand und den anschließenden Fahrzeug- und Lagerhallen. Durch die Verwendung regionaltypischer Materialien für die Fassade integriere er sich zudem gut in die Landschaft. Die äußere Erschließung und die innere Organisation seien gut gelöst, alle Büros zur Landschaft ausgerichtet. Die Eingangshalle lasse vielfältige Nutzungen zu und sei durch ihre Raumhöhe und ein Zenitlicht innenräumlich spannend. Die Landschaftsgestaltung unterstreiche konsequent den Entwurf.

1. Anerkennung

Eichler Architekten, Alzey, und Sommerlad-Haase-Kuhli Landschaftsarchitekten, Gießen, schlugen ein Gebäudeensemble vor, das aus einem mehrgeschossigen kompakten Kubus und einem vorgelagerten, lang gestreckten, eingeschossigen Baukörper besteht. Das Gebäude sei gut und funktional gegliedert, urteilte das Preisgericht, der Betriebshof großzügig, richtig bemessen und separat erschlossen.

 

 

2. Anerkennung

Das von weinbrenner.single.arabzadeh.ArchitektenWerkgemeinschaft, Nürtlingen, zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Frank Kiessling, Berlin, entworfene Gebäude entwickle sich parallel zum Geländeverlauf als schlichter und klar gegliederter Baukörper, wertete die Jury. Der Zugang zu Parkplatz und Gebäude erfolge über eine flache Rampe und stelle eine gut erkennbare und sinnvoll angeordnete Erschließung dar. Das Foyer erweitere sich zum Pausenraum und werde dadurch zum kommunikativen Zentrum.

3. Anerkennung

Das von S3/Sasse/Stein/Sasse Ingenieurgesellschaft, Bremen, zusammen mit den Garten- und Landschaftsarchitekten Henke+Blatt Partnerschaft, Bremen, entworfene Gebäude füge sich gelungen in die vorgegebene Geländesituation ein, so die Jury. Der betriebliche Ablauf sei funktional und übersichtlich und die Trennung von Hauptzugang und Zuwegung zum Betriebhof gut.

Weniger ist mehr

Die geforderten Eignungskriterien bei Wettbewerbsverfahren sind häufig Anlass für Unzufriedenheit in der Architektenschaft. Schließen sie durch den geforderten Umfang doch häufig die kleinteilig strukturierten rheinland-pfälzischen Büros von der Teilnahme aus.

Ein Grund darauf hinzuweisen, dass es beim Verfahren in Niederprüm der örtlichen Kammergruppe zusammen mit dem Verfahrensmangagement und der Architektenkammer gelungen ist, hohe Zugangskriterien zu vermeiden. Geforderte Umsatzzahlen und Referenzen konnten von den einzelnen Mitgliedern einer Bietergemeinschaft gemeinsam nachgewiesen werden. Entsprechend kamen acht der 21 ausgewählten Wettbewerbsteilnehmer aus Rheinland-Pfalz.

Im Preisgericht waren drei Vorstandsmitglieder der Architektenkammer tätig.