22. August 2017

Wettbewerb „IGS Kandel"

Grundriss IGS Kandel
Drei Architekten, Stuttgart

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Andrea Wandel vergab fünf Preise und eine Anerkennung.

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Kandel besteht aus zwei Schulgebäuden der in den 1960er-Jahren errichteten ehemaligen Hauptschule und einem Ergänzungsbau aus den 1990er-Jahren. Das ehemalige Hauptschulgebäude soll nun durch einen Neubau ersetzt werden. Zusätzlich sind in einem zweiten Bauabschnitt eine neue Mensa und Räume für den Ganztagesbereich geplant. Für die Bauaufgabe hatte der Landkreis Germersheim einen nicht offenen Wettbewerb ausgelobt.

1. Preis

Drei Architekten aus Stuttgart positionierten ihren Neubau vis-à-vis des Bestandsgebäudes aus den 1990er-Jahren. Der Neubau nimmt dessen Außenkanten und Geschosshöhen auf und bezieht sich auch mit seiner Bandfassade auf sein Gegenüber. Zwischen beiden Gebäuden entsteht der Pausenhof, der im zweiten Bauabschnitt zusätzlich im Südosten durch den eingeschossigen Mensaneubau gefasst wird. Die Erschließung des neuen Schulgebäudes erfolgt über eine zentrale, von oben belichtete Zone. Die Jury lobte die „klaren Strukturen und einfachen Formen“ des Entwurfs sowie die „hohen Innen- und Außenraumqualitäten“.

2. Preis

OHO Architekten aus Stuttgart schlugen als Ergänzungsbau einen zweigeschossigen Kubus mit Innenhof vor, der über einen gläsernen, zweigeschossigen Verbindungsgang an das Bestandsgebäude angeschlossen ist. An diesen dockt im 2. Bauabschnitt auch die Mensa an. „Die Arbeit besticht insgesamt durch ihre klare Gliederung und Formensprache. ... Es werden interessante Raumwirkungen bei gleichzeitiger Funktionalität geschaffen“, urteilte die Jury. „Eine gut durchdachte Arbeit, die sich in das städtebauliche Umfeld einfügt“, so ihr Fazit.

3. Preis

SWS Architekten aus Karlsruhe schlugen zwei leicht zueinander versetzte Kuben – einer zwei-, der andere dreigeschossig – vor. Ein überdachter Gang verbindet beide mit dem Bestandsgebäude. „Durch die Übernahme der vorhandenen Gebäudekanten und der ortstypischen Maßstäblichkeit entsteht insgesamt ein wohlproportioniertes Ensemble aus Gebäude- und Freifläche“. Das innenräumliche Konzept gewährleiste „einen attraktiven Schulbetrieb“, so die Jury.

4. Preis

h4a Gessert + Randecker aus Stuttgart ergänzten das Bestandsgebäude um zwei neue, dreigeschossige, über Eck gestellte Gebäude – eins für die Oberstufe, eins für die 10ten Klassen und eins für die Mensa. Die Jury lobte die Arbeit als „gut proportionierten“ und „klar strukturierten Beitrag, der sensibel mit der Umgebung umgeht“. Insbesondere „die stark verbindende Wirkung des zentralen Schulhofes“ überzeuge.

5. Preis

Jöllenbeck & Wolf Architekten aus Walldorf stellten einen zweigeschossigen Baukörper mit Innenhöfen dem Bestandsbau gegenüber. Die Jury würdigte den städtebaulichen Ansatz, eine von Nord nach Süd über das Grundstück verlaufende „freiräumliche Passarelle“ auszubilden. Der Schulhof zwischen dem Neu- und dem Bestandsbau ist ein Teil davon.

Eine Anerkennung erhielten Birk, Heilmeyer und Frenzel aus Stuttgart.