14. April 2016

Wettbewerb „Gutenberg-Museum Mainz“

Eine markante Museumserweiterung war gesucht. Den ersten Preis erhielten DFZ Architekten aus Hamburg.

Das Gutenberg-Museum ist eines der Aushängeschilder der Stadt Mainz. Es vermittelt ein breites Wissensspektrum über das Werk von Johannes Gutenberg und die Geschichte der Druckkunst. 1962 wurde es errichtet. Heute ist das Gebäude sanierungsbedürftig, zudem soll das Museumskonzept aktualisiert und erweitert werden. „Aus einem Haus der stummen Bücher soll ein Haus lebendiger Geschichte(n) werden“, so die Vorstellung des Museums. „Ziel ist der Brückenschlag von den historischen Exemplaren hin zu neuen Medien und neuer Typografie - die Anbindung ans 21. Jahrhundert, die zweite Medienrevolution unserer Tage und die Fortschreibung der Mediengeschichte.“ Verbunden sein soll die Erweiterung mit einer architektonischen und städtebaulichen Aufwertung, realisiert werden soll sie in Bauabschnitten. Für die Bauaufgabe wurde ein zweiphasiger Planungswettbewerb ausgelobt, der nun entschieden ist. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Wolfgang Lorch vergab drei Preise und zwei Anerkennungen.

1. Preis

DFZ Architekten aus Hamburg stellten einen markanten, 22 Meter hohen Bücherturm mit einer bronzefarbenen Metallfassade mit ausgesparten Buchstaben in die Platzfront. Er soll zukünftig einen Blickfang für das ansonsten unauffällig zurückliegende Museum bilden. Der ursprüngliche Museumsbau wird Richtung Innenhof erweitert, aufgestockt und mit einer kleinteiligen, der Umgebung nachempfundenen Dachlandschaft versehen und ein Verbindungsbau abgerissen. Auf diese Weise entsteht ein Ensemble aus vier Solitären unterschiedlicher Entstehungszeiten, die im Untergeschoss miteinander verbunden sind - ein Museumsquartier mit „interessanten Raumbildungen“, so die Jury. Die Qualität des Entwurfs liege in dem „attraktiven, zeichenhaften Bücherturm“ mit Bücher- und Leselounges. Durch die Freistellung der vorhandenen Baukörper würden Rückseiten ebenso wie „unangenehme Sackgassen“ vermieden, so das Fazit der Preisrichter.

 

2. Preis

Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt schlugen vor, den Innenhof mit einer großen Halle zu überbauen und die offene Seite mit einem Riegel, der an die Giebelfassade des historischen Hauses „Römischer Kaiser“ anschließt, zu schließen. Mit einer großflächigen Verglasung öffnet sich der Neubau zum Liebfrauenplatz, dahinter befi ndet sich der Lesesaal. Das Konzept schaffe „ein kompaktes Museumsquartier mit vielfältig nutzbaren Räumen und differenziertem Erscheinungsbild im Kontext der historischen Umgebung“, so die Jury.

 

3. Preis

Das Architekturbüro Lederer Ragnarsdottir Oei aus Stuttgart plädierte dafür, mit einem Neubau das historische Haus „Römischer Kaiser“ zu verlängern. Städtebaulich würden dadurch der Markt und der Liebfrauenplatz eigenständiger. Während des Umbaus und der Sanierung des ursprünglichen Ausstellungsgebäudes könnte die Ausstellung im Neubau gezeigt werden. Ansonsten sind darin die Bibliothek, Wechselausstellung, das Kindermuseum und der Pädagogikbereich vorgesehen.

Einen Kommentar vom Präsident Gerold Reker zu diesem Wettbewerb finden Sie hier: MEHR