31. Mai 2006

Wettbewerb Grundschule Wörrstadt

Anfang Dezember 2004 wurde der Architektenwettbewerb zur Erweiterung der Grundschule in Wörrstadt entschieden. Mit diesem Verfahren wurde seit dem Jahr 2000 erstmals wieder in Rheinland-Pfalz ein Architektenwettbewerb für einen Schulbau ausgelobt. Insgesamt acht Arbeiten eingereicht. Erster Preis: Prof. Heribert Gies, Mainz mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten, Mainz. Zweiter Preis: Prof. Ulrich Hamann, Darmstadt mit Stephan Neumahr, Kaiserslautern Dritter Preis: Sinopoli Architekten, Alzey

Die Jury unter Vorsitz von Professor Oskar Spital-Frenking betonte, die beeindruckende Spannweite der vorgestellten Lösungsmöglichkeiten und ihre jeweilige Qualität gleichermaßen. Beispielhaft zeige sich hier, was ein Wettbewerbsverfahren für die Optimierung der baulichen Lösung leisten könne.


Erster Preis: Prof. Heribert Gies, Mainz mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten, Mainz
Mitarbeiter: B. Elfers, O. Winckler, A. Pappert, M. Unfried, T. Büscher

Die Jury hob hervor, dass in diesem Entwurf die vorhandenen Gebäudestrukturen durch den geplanten Neubau im Westen als Blockrandbebauung gefasst werden, wodurch zwei differenzierte Hofbereiche entstünden. Durch den Rückbau eines Fahrradschuppens werde der eigentliche, obere Hof deutlich erweitert und aufgewertet.
Durch die Erhaltung der beiden bestehenden Solitärgebäude und der Erschließung an der Schultrasse bleibe so das gewohnte Straßenbild erhalten, dazwischen entstünde durch Neubau, Haus 1 und Fahrradhalle ein intimer, unterer Innenhof, der als Forum mit Bühne genutzt werden könne.

Positiv sei, so die Jury, die gestalterische Reduktion auf das Wesentliche - fern von modischen Strömungen - und die Einbindung des Gebäudes in die topographische Situation sowie die Übersichtlichkeit. Der zurückhaltend gestaltete Baukörper lasse eine kostengünstige Errichtung sowie einen wirtschaftlichen Betrieb erwarten. Der Neubau könne bei laufendem Betrieb unproblematisch errichtet werden.


Zweiter Preis: Prof. Ulrich Hamann, Darmstadt mit Stephan Neumahr, Kaiserslautern

Als Charakteristikum des Entwurfes hob die Jury die starke Erschließungsachse als Ordnungsinstrument des Ensembles hervor. Im ersten Bauabschnitt sollen Ganztagsschule und Verwaltung im südöstlichen Bereich des Schulhofs untergebracht werden, wodurch sich die Schulhoffläche verringert. Positiv erwähnt wurde die Zweigeschossigkeit des Mensa- und Mehrzweckraums und ihre guten Raumproportionen.

Unabhängig vom ersten Bauabschnitt könne der Hort realisiert werden, so die Jury weiter. Er sei funktional klar gegliedert und schaffe die Verbindung zu den benachbarten Freibereichen. Auch hier sei eine Realisierung im laufenden Betrieb möglich und lasse sowohl eine wirtschaftliche Errichtung wie einen kostengünstigen Betrieb erwarten.


Dritter Preis: Sinopoli Architekten, Alzey

Der dritte Entwurf sei durch ein klares Erschließungssystem entlang zweier Achsen und durch die klare Trennung der Funktionen geprägt, so das Votum der Jury. Die neuen Klassenräume liegen am Ende der Haupterschließungsachse im Südwesten auf dem Niveau des oberen Schulhofes. Darunter seien die Räume der Ganztagsschule mit Orientierung zum Grün und separaten Andienungen der Küche sinnvoll angeordnet.

Die Jury betonte, dass der Entwurf ein differenziertes Angebot an qualitätvollen Freiräumen schaffe. Die architektonische Ausformung lasse ein ansprechendes, der Aufgabe angemessenes Gebäudeensemble erwarten, allerdings sei der schlüssige Entwurf erkauft durch den großzügigen Umgang mit dem zu erstellenden Bauvolumen.


Vierter Rang: GPP - Gehbauer & Projekt Partner mit Landschaftsarchitekten Adler & Olesch, Stefan Bitter, Mainz
Mitarbeiter: Thomas Klein

Geprägt werde der Entwurf durch Auffüllung des tiefer liegenden Freibereichs zwischen Gymnastik- und Radhalle auf die Ebene des oberen Pausenhofs, wodurch eine großzügige zusammenhängende und dennoch gegliederte Pausenhoffläche entstehe, so die Jury. Sie betonte, dass die Ganztagsräume für Mensa, Mehrzweckraum und die Aufenthaltsräume des Hortes im Gartengeschoss einen qualitätvollen Übergang vom Innen- zum Außenraum mit privater Atmosphäre böten.

Eine Realisierung bei laufendem Schulbetrieb sei grundsätzlich - auch bauabschnittsweise - möglich. Durch die Anordnung des Hortes im Modul 4 des Neubaus könnten Synergieeffekte - Mitnutzung von Infrastruktur der Schule - erreicht werden.


Fünfter Rang: Klemens Perka, Wörrstadt

Die Entscheidung, sämtliche nachzuweisenden Funktionsflächen ausschließlich in einem Neubau westlich der bestehenden Bebauung vorzuschlagen, sah die Jury als Vorteil, da so eventuelle Beeinträchtigungen des laufenden Schulbetriebs auf das geringst mögliche Maß reduziert werden könnten. Damit verbunden sei allerdings eine große Distanz zur Oberen Schulstraße.