04. März 2016

Wärmebrücken

Der rechnerische Wärmebrücken-Nachweis ist kompliziert und aufwändig, wird aber immer wichtiger, um hochwärmegedämmte Gebäude, KfW-Effizienzhäuser oder Passivhäuser wirtschaftlich realisieren zu können. Denn nur so lassen sich hohe, pauschale Wärmebrückenzuschläge und unwirtschaftliche Dämmstoffdicken vermeiden.

Im Rahmen der Beantragung von KfW-Effizienzhäusern hat der Einfluss von Wärmebrücken oft entscheidenden Anteil für den zu erreichenden Effizienzhaus-Standard.

Neben den drei etablierten Wärmebrückenverfahren nach EnEV bietet die KfW im Rahmen der Effizienzhaus-Beantragung zwei weitere Berechnungsmethoden an, die dem Antragsteller bei der Erreichung eines besseren Effizienzhaus-Standards zur Verfügung stehen bzw. den Bearbeitungsaufwand zur Wärmebrückenbewertung verringern sollen.

Die Bewertung von Wärmebrücken ist ein entscheidender Teilbereich im Rahmen des Effizienzhausnachweises. Für die Berücksichtigung der zusätzlichen Wärmeverluste durch Wärmebrücken lässt die EnEV drei Varianten zu:

  • Die Wärmebrückenberücksichtigung kann ohne konkreten Nachweis mit einem Pauschalzuschlag von 0,1 W/(m² K) über die gesamte Gebäudehülle erfolgen.
  • Der Pauschalzuschlag kann auf 0,05 W/(m² K) halbiert werden, sobald im Rahmen eines sogenannten Gleichwertigkeitsnachweises die Umsetzung des Beiblatts 2 der DIN 4108 bestätigt wird.
  • Als Alternative zu den Pauschalzuschlägen kann die Berücksichtigung der vorhandenen Wärmebrücken auch individuell über eine detaillierte Berechnung erfolgen.

Anspruchsvolle Effizienzhausstandards sind mit dem Pauschalansatz ohne Nachweis kaum umsetzbar bzw. erfordern sehr hohe Dämmstoffstärken, um den entsprechenden Wärmeverlust über den Wärmebrückenansatz zu kompensieren. Daher empfiehlt es sich für viele KfW-Effizienzhäuser den Wärmeverlust der Wärmebrücken über einen Gleichwertigkeitsnachweis oder über eine detaillierte Berechnung genauer zu ermitteln.

Die KfW bietet daher neben den Vorgaben der EnEV zwei weitere Methoden des Wärmebrückennachweises an, mit denen eine Abschätzung der zusätzlichen Wärmebrückenverluste im Rahmen des KfW Effizienzhausnachweises erfolgen kann:

  • Bei Sanierungsvorhaben kann im Rahmen eines erweiterten Gleichwertigkeitsnachweises durch die Kombination einer pauschalen und detaillierten Wärmebrückenbewertung ein Zuschlag zwischen 0,1 und 0,05 W/(m² K) erreicht werden.
  • Mit Hilfe eines standardisierten KfW-Wärmebrückenkurzverfahrens kann bei Wohngebäuden und gleichzeitiger Einhaltung von geometrischen und konstruktiven Vorgaben ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag von 0,035 W/(m² K) und niedriger erreicht werden, ohne diesen detailliert nachweisen zu müssen.