14. April 2014

Vertreterversammlung der Architektenkammer

Im Mittelpunkt der ersten Vertreterversammlung in diesem Jahr standen neben der aktuellen Vorstands- und Ausschussarbeit zwei Vorträge, über die juristischen Aspekte von VOF-Vergabeverfahren und über das Bild des Berufsstandes in der Öffentlichkeit.

Mit den externen Vorträgen von Dr. Irmgard Wetter, Vorsitzende der Vergabekammer Rheinland-Pfalz, und Michael Frielinghaus, ehemaliger BDA-Präsident und Architekt des neuen Bischofssitzes in Limburg, holte sich die Vertreterversammlung bei ihrer Sitzung am 4. April neue, wichtige Impulse von außen. Dr. Irmgard Wetter gab in ihrem Vortrag einen Überblick über die rechtlichen Aspekte von VOF-Verfahren und erläuterte die Möglichkeiten von Nachprüfverfahren. An zwei Beispielen aus der Praxis verdeutlichte sie die Bewertungskriterien der Vergabekammer. Ein Fazit aus ihrem Vortrag: Oberhalb des Schwellenwertes ist eine regionale Bevorzugung nicht möglich.

Der Vortrag von Architekt Frielinghaus stand unter dem Titel „Die Wahrnehmung von Architekten in der Öffentlichkeit am Beispiel des Bischofssitzes in Limburg“. Frielinghaus berichtete über die oft fehlerhafte Berichterstattung, seine Strategie im Umgang mit den Medien und stellte das Projekt vor. Um das Image des Berufsstandes zu ändern, plädierte er generell für eine bessere Vermittlung des Berufsinhaltes. Entscheidend sei zudem die Haltung von Architekten, Stadtplaner, Innen- und Landschaftsarchitekten und ihre Anerkennung als die Koordinatoren von Baumaßnahmen.

Präsident Gerold Reker hatte vor den Vorträgen bereits über die Vorstandsarbeit der vergangenen Monate berichtet. Neben dem erfreulichen, kontinuierlichen Ausbau der Kontakte zur Landesregierung und den Landtagsfraktionen ging Reker insbesondere auf drei Themen ein: die Einführung eines Mobilen Gestaltungsbeirates in Rheinland-Pfalz, eine neue Kooperation mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband und die Auswirkungen der Bundestagswahl auf den Berufsstand.

Der Vorstand hat zusammen mit der Hauptgeschäftsführung ein Konzept für einen Mobilen Gestaltungsbeirat erstellt, mit der Landesregierung abgestimmt und diskutierte die Konzeption mit der Vertreterversammlung. Der Beirat soll landesweit kleine Kommunen ohne ein eigenes vergleichbares Gremium bei der Beurteilung von Bauvorhaben beraten. Ein Pilotprojekt wird derzeit vorbereitet.

Eine Kooperation mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband wurde initiiert. Ähnlich wie bei der Initiative Wein + Architektur soll es gemeinsame Veranstaltungen und Auslobungen geben.

Bei seiner Analyse des neuen Koalitionsvertrags hob Reker die folgenden positiven Inhalte hervor: die Stärkung des Kammerwesens, den Erhalt der Versorgungswerke, die Wiederbelebung des Sozialen Wohnungsbaus mit jährlich 518 Millionen Euro, die Aufstockung der KfW-Programme und die Aufstockung der Städtebauförderung auf 700 Millionen Euro. Negativ sei dagegen, dass es keine konkrete Festlegung zur Novelle des Werkvertragsrechts gebe.

Präsident Reker gratulierte seinem Vorgänger im Amt, Stefan Musil, zu dessen 65. Geburtstag. Musil dankte und nutzte die Gelegenheit, der Vertreterversammlung mitzuteilen, dass er, nachdem er zum Jahresanfang sein Büro aufgelöst hat, nun auch sein Mandat in der Vertreterversammlung niederlegen wird. Reker dankte Musil für dessen über 40-jährige intensive Arbeit in den Gremien der Kammer. Bereits kurze Zeit nach seinem Kammerbeitritt hatte sich Musil in der Kammergruppe engagiert und war schließlich 28 Jahre Mitglied der Vertreterversammlung, 15 Jahre Mitglied des Vorstandes, fünf Jahre Vizepräsident und fünf Jahre Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.