10. August 2015

Studieren parallel zur Arbeit

Landschaftsarchitekt Thomas Weidert spricht im Interview über sein Studium, das er neben seiner Vollzeittätigkeit im Landschaftsarchitekturbüro absolviert hat. Maßgeblich unterstützt haben ihn dabei seine Arbeitgeber.

Herr Weidert, Sie haben Landschaftsarchitektur parallel zu Ihrer Arbeit im Büro studiert. Wie kam es dazu?
Nach einer Lehre im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, zwei Gesellenjahren und einer zweijährigen Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau habe ich als Angestellter im Landschaftsarchitektur- und Stadtplanerbüro Schmitz + Wünsch angefangen. Zunächst lag mein Tätigkeitsschwerpunkt natürlich im Bereich der Leistungsphasen 4 bis 8, mit den Jahren hat er sich aber stetig erweitert. So entstand der Wunsch, in allen Bereichen mein Fachwissen und meine berufliche Qualifikation anzupassen.

Ihr Arbeitgeber hat Sie dabei unterstützt?
Ja, von Anfang an. Da der Zeitaufwand zunächst nicht abzuschätzen war, haben wir ein Zeitkonto vereinbart. Unser gemeinsames Ziel war es, meine Büroarbeit unter möglichst flexibler Anpassung an die neue Situation fortzuführen. Dies bedeutete auch Arbeiten nach Büroschluss oder am Wochenende.

Sie haben weiterhin Vollzeit gearbeitet?
Ja, ich hatte eine Vollzeitstelle, die ich dank der flexiblen Regelung auch beibehalten konnte.

Wie konnten Sie das mit dem Studium vereinbaren?
Es gab keine Anwesenheitspflicht bei den Vorlesungen. Der Studierende musste nur zu den vereinbarten Prüfungsterminen erscheinen und sich vorher über die abzufragenden Inhalte erkundigen. Im ersten Jahr habe ich sehr gezielt Vorlesungen besucht, um Kontakte zu Dozenten und Studierenden zu knüpfen, damit ich die notwendigen Informationen und Unterlagen auch erhalte. Verstehe ich das richtig: Sie haben ein „ganz normales“ Studium neben Ihrer Vollzeitstelle absolviert? So ist es. Mir wurden damals allerdings keine Rahmentermine oder andere zeitlichen Zwänge vorgegeben.

Wie lange hat Ihr Studium gedauert?
Seinerzeit gab es eine Regelstudienzeit von sieben Semestern. Mein Studium hat ein Jahr länger, also 4,5 Jahre, gedauert.

Waren bzw. sind Sie mit der Entscheidung und dem Studium zufrieden?
Durch die Unterstützung meiner Arbeitgeber und die enge Abstimmung mit ihnen konnten Nachteile für mich wie für das Büro minimiert werden. Rückblickend funktioniert ein solches Vorhaben nach meiner Einschätzung nur mit aktiver Unterstützung des Arbeitgebers und einem hohen Maß an Eigeninitiative. Nennenswerte Probleme, außer dem hohen Zeitaufwand, gab es allerdings nicht. Deshalb kann ich aus persönlicher Sicht und unter der Voraussetzung, dass die erforderlichen Rahmenbedingungen gegeben sind, diesen Bildungsweg durchaus empfehlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Diese Form des Studiums ist an der Hochschule Geisenheim weiterhin möglich. Es gibt nach wie vor keine Präsenzpflicht bei Vorlesungen.