07. Dezember 2018

Stadtteilrundgang Trier-West

Gruppe von mehr als 20 Personen vor einer verfallenden Lockrichthalle (Industrierbau).
Stadttteilrundgang der Kammergruppe Trier/Landkreis Trier-Saarburg in Trier-West im Dezember 2018.
Foto: Michael Feisthauer, Trier

Kammergruppentreffen für Mitglieder aus der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg.

Veranstalter:
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
Hindenburgplatz 6
55118 Mainz

Ort: Parkplatz Bobinet-Areal, 54294 Trier

Der Stadtteilrundgang wurde auf Basis einer gemeinsamen Initiative von Kammergruppensprecher Michael Feisthauer und dem Baudezernenten der Stadt Trier Andreas Ludwig ins Leben gerufen, um die von Seiten der Stadt geplanten oder bereits eingeleiteten Entwicklungen für den Stadtteil Trier- West kennenzulernen.

 

Anlass und Thema:

Trier-West ist ein bisher überwiegend „vernachlässigter“ Stadtteil, der geprägt ist von gewerblichen Ansiedlungen, einer Bahntrasse, großflächigen Kasernenanlagen sowie überwiegend kleinteiligem Siedlungswohnungsbau. Das seit Jahrzehnten stillgelegte Bahnausbesserungswerk liegt unberührt in der Mitte des Stadtteils. Erste Entwicklungen, wie das Bobinet-Areal, eine ehemalige gewerbliche Produktionsfläche, die durch die EGP entwickelt und belebt wurde, ist ein sehr positiver Fortschritt für den Stadtteil. Hier ist neuer Wohnraum in alten Hallen entstanden, Start-Ups und Firmenansiedlungen sind erfolgt, ergänzende Wohnbauten sind in der Fertigstellung.

Programm des Rundgangs:
•    Bobinet-Gelände
•    Eisenbahnausbesserungswerk
•    Gneisenaubering
•    Walburga-Marx-Kindergarten
•    Westbahn und Römerbrückenkopfkreisel

Das Eisenbahnausbesserungswerk nebst dem dazu gehörigen Gelände wurden durch einen privaten Unternehmer erworben. Die alte Lokrichthalle ist dem Verfall preisgegeben und erregt seit vielen Jahren die Gemüter der Menschen. Die Hochschule Trier thematisiert die Umnutzung seit vielen Semestern. Im städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Trier und dem Grundstückseigner ist ein Nutzungskonzept verlangt. Da aber bis Ende 2018 keines vorliegen wird, ist mit einer juristischen Auseinandersetzung zu rechnen. An Ideen für diese historische Halle mangelt es nicht, wohl aber an der nicht darstellbaren Investition.


Das Areal der ehemaligen Jägerkaserne war Thema eines Städtebaulichen Wettbewerbs 2016. Der Siegerentwurf des Berliner Büros Machleidt Städtebau + Stadtplanung ist nun die Grundlage der städtischen Masterplanung.


Ziel ist es, das Gesamtgelände in ca. fünf Teilen auszuschreiben und an verschiedene Wohnungsbaugesellschaften zu vergeben. Dieser Prozess soll Anfang 2019 angestoßen werden.
Der Schlüssel zur Entwicklung des Stadtteils liegt aber in der infrastrukturellen Entwicklung. Die Straßenplanung sieht eine Hauptentlastungstraße durch den Stadtteil vor, der die bisherige Hauptachse, die Luxemburger Straße entlasten soll. Als erste Maßnahme in 2019 wird der marode Pflasterbelag der Straße saniert, Baumpflanzungen und Parkplätze entlang der Straße sind geplant.
Die neue Querverbindung soll auch am Gelände des Eisenbahnausbesserungswerks vorbeilaufen und das Bobinet-Areal anschließen. Da hier aber noch privatrechtliche Fragen ungeklärt sind, wird die Maßnahme nicht so schnell erwartet.


Die Belebung der s.g. Westtrasse der Bahn, die die Eifelstädte mit Trier und Luxemburg verbinden und einen halbstündigen S-Bahn-Takt erhalten soll, würde für den Stadtteil eine eigene Autonomie bedeuten. Neben dem Hauptbahnhof Trier wird der Westbahnhof eine Sanierung der Bahnsteige und des Gebäudes erfahren, eine neue Fußgängerbrücke und die direkte Anbindung an die Römerbrücke sind geplant. Die Umsetzung ist abhängig von der Dauer der internen Planungsprozesse der Bahn. Bisher geht die Stadt von einer Umsetzung bis Ende 2021 aus.


Der Baubeginn zur Umgestaltung des Römerbrückenkopfs ist für das erste Quartal 2019 geplant. Eine am Brückenkopf gelegene Sparkassenfiliale in einem schönen Gebäude aus den 1970er Jahren hat die Stadt erworben und sucht einen Nutzer. Eine Belebung des Quartiers durch diese erste Maßnahme wird angestrebt.


Wegen des sehr schlechten Wetters am Exkursionstag mussten die weiteren Besichtigungspunkte leider abgesagt werden. Baudezernent Ludwig konnte aber freundlicherweise, kurzfristig im städtischen Jobcenter, das in einem Gebäude des Gneisenauberings angesiedelt ist, die gesamte Masterplanung der Stadt Trier am Plan erläutern und sich im Anschluss den Fragen der Teilnehmer stellen, so dass sich eine lebhafte Diskussion entwickelte.


Von einigen Teilnehmern erhielt Feisthauer sehr positive Rückmeldungen sowohl zum Format der Veranstaltung, wie auch zur Durchführung. Es wurde an ihn die Bitte herangetragen, solche Themen in dieser Form häufiger zu organisieren.


Ein weiterer Stadtspaziergang ist für Februar 2019 geplant, Thema: Die aktuellen städtischen Sozialwohnbauprojekte


Bericht: Michael Feisthauer, Trier