04. September 2017

Stadtentwicklung Koblenz

Besucherrekord bei der dritten Veranstaltung im "Schaufenster Baukultur Koblenz" am 30. August. Die Kandidaten für das Amt des Koblenzer Oberbürgermeisters stellten sich den Fragen zur städtebaulichen Entwicklung ihrer Stadt. Mit mehr als 200 Besuchern musste die Veranstaltung in die Kuppelsäle der Festung Ehrenbreitstein verlegt werden.

Nach der Eröffnung am 31. März mit der Stadtausstellung zur "BUGA 2019" in Heilbronn und der Ausstellung "Wein und Architektur" im Juni 2017 war dies die dritte und mit deutlich über 200 Personen die bislang bestbesuchte Veranstaltung des Schaufensters Baukultur in Koblenz. Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE, und Joachim Rind, Vorstandsmitglied der Kammer, freuten sich als Vertreter des Schaufensters Baukultur über die vielen anwesenden Stadtratsmitglieder und das ebenso große Interesse der Koblenzer Bürger.

 

Die mit Spannung erwartete Podiumsdiskussion mit den vier Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl im September 2017 war der eigentliche Höhepunkt des Abends. Die Kandidaten Hans-

Peter Ackermann (Bündnis 90/Die Grünen), Bert Flöck (CDU), David Langner (SPD) und Torsten Schupp (FDP) stellten sich Fragen zu Instrumenten der Qualitätssicherung der Stadtentwicklung und Bodenpolitik wie Wettbewerben, Gestaltungsbeirat und Masterplan. Bis auf eine Einschränkung durch Bert Flöck sprachen sich alle Kandidaten für das Einsetzen eines Architektur- und Städtebaubeirats für Koblenz aus. Weitere Themen waren bezahlbarer Wohnraum, die Personalausstattung in der öffentlichen Verwaltung, die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 und Mobilität. Moderiert wurde die Runde von Dr. Elena Wiezorek, Stadtplanerin und Hauptgeschäftsführerin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Die ebenfalls an diesem Abend eröffnete Ausstellung "Kastorviertel Koblenz" zeigt in sehr anschaulicher Weise bis Ende 2017 Arbeiten des Jahresprojekts des Masterstudiengangs "Integrierte Wohnungsbauentwicklung" der Hochschule Mainz unter Leitung von Prof. Michael Spies. Aufgabe der Studierenden war es, lebendige Stadt- und Wohnquartiere unter Einbindung wertvoller Gebäude- und Naturdenkmale für das im Krieg weitgehend zerstörte Kastorviertel zu schaffen. Die städtebauliche Nachverdichtung spielt hier eine wichtige Rolle ebenso wie die Stadtreparatur und die Wiedergewinnung urbaner Qualitäten.

Um gutes Wohnen zu erschwinglichen Konditionen ging es auch im Impulsvortrag "Leitmotive städtischen Wohnens" von Prof. Spies. Er bezeichnete dieses Grundbedürfnis als essentielle Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Dass hierbei der Stadtumbau und nicht der Neubau einen großen Teil der Aufgabe ausmacht, wurde anhand der gewaltigen Zahlen der zwischen 1950 und 1980 erbauten Wohnungen deutlich. Deutlich wurde auch, dass sich mit dem gesellschaftlichen Wandel - weniger Familien, mehr Single- und Zweipersonenhaushalte - die Grundrissstrukturen von Wohnungen geändert haben und sich der Platzbedarf je Einwohner in der Zeit nahezu verdoppelt hat.

Insgesamt war es ein weiterer gelungener Abend mit einer kritischen Auseinandersetzung über das aktuelle und künftige Baugeschehen in Koblenz, zudem vor großartiger Kulisse im Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein.