17. August 2017

Schaufenster Baukultur in Koblenz

Porträt Joachim Rind
Joachim Rind
Foto: Heike Rost, Mainz

Vorstandsmitglied Joachim Rind zieht in der Septemberausgabe des Deutschen Architektenblattes ein erstes Resùmee über das neue Schaufester Baukultur in Koblenz.

Nun hat also auch Koblenz mit dem „Schaufenster Baukultur“ ein regionales Forum für die öffentliche Diskussion und Auseinandersetzung mit den Themen Baukultur und Stadtentwicklung. Nach Mainz mit dem landesweiten Zentrum für Baukultur, Kaiserslautern mit der Architekturgalerie und Trier mit dem baukultur trier e.V. wurden die neuen Ausstellungsräume auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein am 31. März 2017 mit einer Vortragsveranstaltung zur Stadtausstellung BUGA HEILBRONN 2019 eröffnet.

Ziele

Dass hierfür die Zeit reif war, steht außer Frage. Aber was kann so ein Forum in der heutigen Zeit leisten und wen will es erreichen? Was haben sich die Initiatoren auf die Fahnen geschrieben? Das Forum des Schaufensters Baukultur ist für alle da, für alle, die sich interessieren, die mittun wollen, die sich beteiligen und auch einmischen wollen, damit sich Planungen nicht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei entwickeln, sondern gemeinsam mit ihnen. Aber vor allem oder ganz besonders soll das Schaufenster Baukultur auch die kommunalen Entscheidungsträger und Weichensteller in Politik und Verwaltung ansprechen und erreichen.

Baukultur ist auch ein Thema für die Generaldirektion Kulturelles Erbe. Ich freue mich, dass wir mit dem Schaufenster Baukultur für die Besucherinnen und Besucher der Festung Ehrenbreitstein ein weiteres Angebot schaffen konnten.
Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE

Mit dieser Zielsetzung will das Schaufenster Baukultur Debatten anstoßen und informieren, um mit bürgerschaftlichem Engagement positiven Einfluss auf die (Stadt-)Entwicklung von Koblenz und der gesamten Region zu nehmen. Vor allem vor dem Hintergrund der anstehenden sensiblen baulichen und städte­baulichen Entwicklungen in Koblenz, wie die Planung eines neuen Stadtteils auf der Konversionsfläche der ehemaligen Fritsch-Kaserne, dem Neubau einer Synagoge in der Innenstadt, eines Schwimmbades am Moselbogen, Wohnungsbau und Innenstadtverdichtung, Aufbau eines attraktiven Fahrradwegesystems, Freiräume und Festungsstadt und, und, und, scheint uns das wichtig.

Wir verstehen uns als Partner der Initiatoren und beabsichtigen die Förderung von Ausstellungen. Dabei steht für die Entwicklungsagentur die Ausstrahlungswirkung des Schaufensters Baukultur auf die Region Oberes Mittelrheintal im Vordergrund. Das Welterbegebiet bewirbt sich um die Bundesgartenschau 2031 und bedarf vielfältiger Impulse zur städtebaulichen Aufwertung und Kulturlandschaftspflege.
Marita Schnepf-Orth, Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Baukultur in unserer Zeit ist eine aufwendige Partizipationskultur, sie bietet aber die unverzichtbare Chance zur gesellschaftlichen Selbstkorrektur. Diese wollen wir mit dem Schaufenster Baukultur nutzen.
Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen mit Experten aus dem deutschsprachigen Raum sollen die Fragen der baukulturellen Entwicklung aufnehmen und neue Impulse geben. Der Blick soll dabei auch über den Tellerrand gehen, um den Horizont zu erweitern und alle Beteiligte für die vielfältigen Aspekte und Auswirkungen der anstehenden Entscheidungen zu sensibilisieren.

Viele Partner – große Resonanz

Initiiert haben das Schaufenster Baukultur die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und die Kammergruppe Koblenz. Als Kooperationspartner konnten die Hochschule Koblenz mit dem Fachbereich Architektur und die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e. V. gewonnen werden. Dank der GDKE können wir die Räume auf der Festung Ehrenbreitstein nutzen, wodurch das Schaufenster Baukultur auch in das Landesmuseum Koblenz eingebunden ist. Nach den ersten fünf Monaten, mit der inzwischen dritten Ausstellung „Kastorviertel Koblenz“ und den entsprechenden Eröffnungsveranstaltungen – am 30. August inklusive der Diskussionsrunde mit den Oberbürgermeisterkandidaten in Koblenz, freuen wir uns über die bisherige Resonanz: Zu jeder Veranstaltung kamen mehr als 100 Interessierte. Das übersteigt unsere Erwartungen und zeigt sehr deutlich, dass die Zeit tatsächlich reif war für ein Schaufenster Baukultur in Koblenz.