14. Januar 2016

Wettbewerb "Feuerwehrhaus in Ingelheim"

Für den Neubau eines Feuerwehrhauses hatte die Stadt Ingelheim einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Den ersten Preis erhielten Braunger Wörtz Architekten aus Ulm, den zweiten Bayer & Strobel Architekten aus Kaiserlautern, der dritte Preis ging an Drei Architekten aus Stuttgart und der vierte an struhkarchitekten aus Braunschweig.

Das neue Feuerwehrhaus soll im Ingelheimer Industriegebiet Schaafau entstehen und neben den Einsatz- und Geräteräumen der Freiwilligen Feuerwehr einen Schulungs- und Ausbildungsbereich enthalten. Gewünscht ist ein Gebäude, das eine „im Stadtbild präsente Adresse“ bildet und für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Identifikationscharakter besitzt.

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Jens Wittfoht vergab einstimmig vier Preise.

1. Preis

Der erste ging an Braunger Wörtz Architekten GmbH aus Ulm. Sie entwarfen einen winkelförmigen Baukörper, der „in idealer Weise die Außenflächen zoniert“ und die Pkw-Zufahrt von der Alarmausfahrt „scheinbar selbstverständlich in sehr klarer Weise trennt“, betonten die Preisrichter. Auch der „großzügige Übungshof“, die „hohe Funktionalität der internen Organisation“, die „klare Ablesbarkeit der Funktionsbereiche“, der „hervorragend proportionierte und sehr gut teilbare Schulungsraum“, die „identitätsstiftende Ausstellungsfläche“ mit historischen Fahrzeugen sowie die „ruhige, warme und dem Ort angemessene Fassadengestaltung“ fand die Zustimmung der Jury. Ihr Fazit: „Die Arbeit überzeugt durch das sinnfällige und scheinbar selbstverständliche Zusammentreffen innerer Funktionslogik mit einem feinen und sehr ansprechenden äußeren Erscheinungsbild.“

2. Preis

Bayer & Strobel Architekten aus Kaiserslautern schlugen ein U-förmiges Gebäude mit einer klaren Zonierung der Funktionseinheiten vor. Der Fahrverkehr inkl. Alarmausfahrt „ist funktional sehr gut und kreuzungsfrei gelöst", lobte die Jury. Zudem seien die Eingänge „gut auffindbar", der Weg von den Pkw-Parkplätzen zu den Umkleiden und in die Fahrzeughalle kurz, die Leitstelle „gut proportioniert", der zweigeschossige Schulungsraum im ersten Obergeschoss „attraktiv und gut für verschiedene, auch externe Veranstaltungen geeignet" und die Büros im Einsatzfall „gut an die Umkleiden und die Fahrzeughalle angebunden". Insgesamt überzeuge die Arbeit „durch ihre funktionale Haltung einerseits und ihre selbstbewusste und kraftvolle Gestaltung andererseits", so das Fazit der Preisrichter, die den Entwurf mit dem zweiten Preis auszeichneten.

3. Preis

Den dritten Preis erhielten Drei Architekten aus Stuttgart. Das von ihnen vorgeschlagene Gebäude „schafft eine gefasste Vorzone und bildet dadurch eine eindeutige Adresse zur Straße", würdigte das Preisgericht. Die horizontale Gliederung, „die alle Gebäudeteile zusammenfasst und im Turm ihren vertikalen Kontrast findet", sei „angemessen" und das Erscheinungsbild drücke „Ruhe, Übersicht und Souveränität" aus. Die Funktionsanordnung sei „grundsätzlich kompakt, klar gegliedert und übersichtlich", so die Preisrichter weiter, und die Verkehrsführung auf dem Grundstück „übersichtlich", mit einer eindeutigen Trennung der ankommenden und ausrückenden Kräfte im Alarmfall.

4. Preis

Mit dem vierten Preis wurde der Entwurf von struhkarchitekten Planungsgesellschaft mbH aus Braunschweig ausgezeichnet. Der „kompakte, zentral auf dem Baugrundstück platzierte" Baukörper mit einem Anbau auf der Ostseite, in dem sich der Schlauchturm und die dazugehörigen Funktionsräume befinden, „gliedert die Außenräume sinnvoll und schafft eine Trennung von einrückenden und ausrückenden Fahrzeugen", so das Preisgericht. Das Gebäude füge sich „selbstverständlich in das Umfeld ein" und schaffe mit dem dreigeschossigen Kopfbau „ein Gesicht zur Straße".