05. August 2015

Passivhaus Plus! - PH Institut Darmstadt führt zwei neue Passivhaus-Klassen ein

Zukünftig wird die Art der Energieerzeugung berücksichtigt und bewertet.

Nach wie vor darf für Passivhäuser der jährliche Heizwärmebedarf von 15 kWh/m² nicht überschritten werden. Aber anstelle des Primärenergiebedarfs fließt nun der Gesamtbedarf erneuerbarer Primärenergie (PER: Primary Energy Renewable) in die Berechnung ein. Der PER-Faktor beschreibt die spezifischen Energieverluste einer Energieanwendung. Je nach Art der Anwendung sind die Anteile von Primär- und Sekundärstrom verschieden. Wind und Sonne liefern Primärstrom, wenn dieser Strom direkt genutzt wird, ist der PER-Faktor klein. Um Überschüsse in Zeiten eines geringeren Energieangebots zu übertragen, sind Speicher nötig. Diese liefern bei Bedarf Sekundärstrom, der mit Verlusten verbunden ist und darum zu einen höheren PER-Faktor führt.

Auf dieser Basis wird das Passivhaus in drei Klassen eingeteilt:

  • Passivhaus Classic: In der nach wie vor geltenden Klasse werden nicht mehr als 60 kWh/(m²a) an erneuerbarer Primärenergie zur Deckung des Bedarfs benötigt
  • Passivhaus Plus: Ein solches Haus ist effizienter und darf nicht mehr als 45 kWh/(m²a) erneuerbare Primärenergie benötigen. Zudem muss es - bezogen auf die überbaute Fläche - mindestens 60 kWh/(m²a) Energie erzeugen
  • Passivhaus Premium: In der höchsten Klasse ist der Energiebedarf auf 30 kWh/(m²a) begrenzt und die Energieerzeugung muss mindestens 120 kWh/(m²a) betragen