01. April 2018

Neuen Wohnraum braucht das Land

Uwe Knauth
Uwe Knauth
Foto: privat

Im Deutschen Architektenblatt plädiert Vorstandsmitglied Uwe Knauth für einen städtischen Mix und neue Wege in der Stadtentwicklung.

Mittlere und größere Städte sind beliebt, der Zuzug hält ungebremst an: Einkaufs-, Kultur- und Freizeitangebote locken Menschen und Familien jeden Alters und Vereinsangebote stärken Kommunikation und Begegnung. Wohnortnahe Sport- und Schulstandorte sind auf kurzen Wegen erreichbar und erlauben Jung und Alt ein hohes Maß an Selbstständigkeit- am besten unabhängig vom PKW.


Das Wohnungsangebot in den Städten ist inzwischen knapp. Die Preise für Wohneigentum steigen ebenso wie die Mieten - die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist entsprechend groß. Gefragt sind Lösungen, die den vielfältigen Vorstellungen und Ansprüchen der Wohnungssuchenden gerecht werden. Eine entsprechend neu ausgerichtete Stadtplanung kann zugleich auch zur Bewältigung des demografischen Wandels und zur sozialen Durchmischung beitragen.

Der Mix macht die Stadt lebenswert

Um allen Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden, ist ein Mix von Eigentums- und Mietwohnungen in unterschiedlichen Größen Vorraussetzung. Hinzu kommen neue Wohnformen, wie Mehrgenerationenwohnen und Baugruppen, aber auch eine Mindestquote von gefördertem Wohnraum. Für solide, qualitativ hochwertige und nachhaltige Lösungen setzen Städte und Gemeinden neben Wettbewerben immer häufiger auf Konzeptvergaben, bei denen städtische Baugrundstücke erst nach Vorlage von qualifizierten Entwurfskonzepten verkauft werden. Bei der Bewertung können neben den städtebaulichen, architektonischen und Freiraumqualitäten auch der Anteil geförderten Wohnraums sowie die Mischung des Wohnangebots Kriterien sein.


Die Stadt Landau hat mit Konzeptvergaben bereits positive Erfahrungen gemacht. Auf dem Gelände der Landesgartenschau 2015 wurde der "Wohnpark am Ebenberg" mit einem solchen Verfahren entwickelt. Die Grundstücke wurden in zeitlich getakteten Abschnitten zum Kauf angeboten und es mussten städtebauliche Vorgaben eingehalten und ein fixer Anteil an gefördertem Wohnraum nachgewiesen werden. Die Vorlage der Entwurfskonzepte erfolgte anonym. Eine Fachjury bewertete die baulichen Qualitäten ebenso wie die Wohnungsanzahl, den Wohnungsmix und den Anteil an geförderten Wohnraum. Auf diese Weise entstand ein lebendiger Mix. Auf Basis dieser Erfahrungen strebt die Stadt mit weiteren Konzeptvergaben das Ziel von insgesamt 900 Wohnungen bis 2020 im neuen Wohnpark an.


Stadtnahes Wohnen, nahe Einkaufs-, Freizeit-und Kulturangebote, fußläufig und mit dem Fahrrad an die City angebunden, mit modernen Wohnkonzepten und einem Angebotan bezahlbarem Wohnraum, das sind die Grundlagen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Bleibt noch die Vision der quartiersnahen Arbeitsplätze - weiteres Entwicklungspotential für den perfekten Mix in der Stadt!