02. Juli 2015

Weinarchitektur auf der Gartenschau

Abbildung: Fotomosaik der 15 zum Architekturpreis nominierten Projekte

Architekturpreis Wein wird in Landau präsentiert

12/2015
2.Juli 2015

Landau. Die Ausstellung des Architekturpreises Wein macht auf der Landesgartenschau in Landau bis zum 19. Juli 2015 im Gebäude 110 Station. Beim bundesweit ausgelobten Preis waren immerhin neun rheinland-pfälzische Betriebe erfolgreich. Darüber hinaus sind in der Wanderausstellung alle 14 prämierten Bauten vertreten. Kühler Wein im schattigen Garten, das, so die Deutschen Weinkönigin Janina Huhn anlässlich der Eröffnung bei sommerlich heißen Temperaturen, passt ebenso gut zusammen, wie anspruchsvolles Bauen und vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten. Die Runde diskutierte die Zukunft von Tourismus und Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz

„Moderne Architektur fördert die Direktvermarktung im Weinbau und spielt auch eine wichtige Rolle im Weintourismus. Wenn Weinkultur auf Baukultur trifft, bedeutet dies eine erhebliche Steigerung der Attraktivität, die letztlich auch zur Steigerung der Wertschöpfung in den ländlichen Regionen beiträgt. Dafür wollen wir unsere Weinbau-Betriebe in Rheinland-Pfalz mit dem „Architekturpreis Wein“ sensibilisieren. Die Ausstellung zeigt, dass der Wettbewerb Früchte trägt. Die ausgezeichneten Gebäude sind tolle Beispiele dafür, wie der Genuss von Wein und Landschaft durch spannende Architektur noch gesteigert werden kann“, so Heribert Gröber.

Wein und Architektur, darin waren sich auch die Deutsche Weinkönigin Janina Huhn und Gerold Reker für die Architektenschaft einig, ist als Thema auch in der Öffentlichkeit breit angekommen. Weinliebhaber wollen Genuss von Anfang an und erwarten ein entsprechendes Ambiente bei ihrem Besuch der Weingüter. Dies unterstrich Huhn: „Für die Weinbaubetriebe entsteht ein Mehrwert. Die gute Qualität der Weine kann in entsprechendem Ambiente mit zeitgenössischer Wein-Architektur kombiniert werden. Viele Winzer wünschen sich eine Kombination in Natur- und Erdverbundenheit mit den Werkstoffen aus der Natur, die kombiniert mit der Architektur auch das Terroir des Bodens widerspiegeln, und zwar nachhaltig so wie unsere Reben es seit rund 2000 Jahren tun.“

Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz ergänzte: „Das tief wurzelnde Thema Qualität hat im deutschen Weinbau in den letzten Jahren richtig Fahrt aufgenommen. Wie erfreulich, dass dies allmählich auch hinsichtlich des Produktions- und Vermarktungsrahmens passiert. Die Architektur trägt den Menschen oft mehr, als er es wahrhaben möchte. Für den Winzer kann es daher nur von Vorteil sein, wenn er nicht nur in einem guten und angemessenen Umfeld arbeitet, sondern sich seinen Kunden auch so präsentiert, wie der es von einem qualitätsorientierten Anbieter erwartet."

In Landau wurden zwei Projekte vorgestellt, die dies eindrucksvoll belegen: Das Weingut von Neef-Emmich im rheinhessischen Bermersheim hat mit dem Architekten Winfried Klein aus Budenheim einen alten, kreuzgewölbten Stall, die regionaltypische sogenannte „Kuhkapelle“ zur Vinothek umgebaut. In Wasems Kloster Engelthal in Ingelheim entstand auf denkmalgeschützem Terrain eine moderne, vielgestaltige Weingastronomie. Markus Hille von Hille Architekten aus Ingelheim stellte dieses Projekt vor.

Im September 2012 hatten das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, der Deutsche Weinbauverband und die Architektenkammer Rheinland-Pfalz den Architekturpreis Wein nach 2007 und 2010 zum dritten Mal ausgelobt. Die Preise, Auszeichnungen, Anerkennungen und der Sonderpreis wurden durch eine Fachjury mit Vertretern aus der Architektur- und der Weinszene ausgewählt.

Nach Verleihung und Präsentation auf der INTERVITIS INTERFRUCTA 2013 in Stuttgart war die Ausstellung bereits in Mainz (Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz), Koblenz (Festung Ehrenbreitstein), Bischoffingen (Weingut Abril) und in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin sowie im Orgel ART Museum in Windesheim, im Kurfürstlichen Schloss, dem Sitz der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, in der Architekturgalerie in Kaiserslautern und im KAZ im Kulturbahnhof in Kassel zu sehen.

Mit den vier Architekturpreisen Wein 2013 wurden prämiert:

  • das Weingut Neef-Emmich in Bermersheim / Rheinhessen (Architekturbüro Winfried Klein, Budenheim)
  • das Weingut Markus Molitor in Bernkastel-Wehlen / Mosel (Architekturbüro Lukas Baumewerd, Köln)
  • das Weingut Leiss in Gellmersbach / Württemberg (Architekten Michael Egger und Benjamin Miatto, Bregenz/Vorarlberg)
  • die Winzerhäuser des WeinKulturgutes Longen-Schlöder in Longuich / Mosel (Architekt Matteo Thun, Mailand, mit Stein Hemmes Wirtz Architekten, Kasel und Landschaftsarchitekt Johannes Cox, Sulzbach)

Einen Sonderpreis im Rahmen des Architekturpreises Wein 2013 erhielt:

  • ein experimentelles Weinberghaus in Wörrstadt / Rheinhessen (Prof. Dirk Bayer, Universität Kaiserslautern / Dipl.Ing. Christoph Perka)

Eine Auszeichungung im Rahmen des Architekturpreises Wein 2013 erhielten:

  • das Weingut Abril in Bischoffingen / Kaiserstuhl (Innenarchitekt Wolfgang Münzin, Flein)
  • das Weingut von Winning in Deidesheim / Pfalz (Landschaftsarchitekten Hofmann & Röttgen, Limburgerhof und Architekt Matthias Henrich, Speyer)
  • Wasems Kloster Engelthal in Ingelheim / Rheinhessen (Innenarchitektin Cornelia Schroff-Graf mit Willi Hubor, Gottmardingen und Mettendorf, und Hille Architekten, Ingelheim)
  • die Rebschule in Neustadt an der Weinstraße / Pfalz (Architektin Christiane Jeromin, Bobenheim-Roxheim)
  • Lanz.Wein in Nonnenhorn / Bodensee (Architekt Stefan Robanus, Stuttgart)
  • die Vinothek Poss in Windesheim / Nahe (Innenarchitekt Heiko Gruber, Rüdesheim/Nahe)

Eine Anerkennung im Rahmen des Architekturpreises Wein 2013 erhielten:

  • die wineBANK in Eltville-Hattenheim / Rheingau (Architekten smp Mühlhause, Freimuth & Partner, Oestrich-Winkel)
  • die Vinoteck Mack & Schühle AG in Owen / Teck (Architekt Udo Neugebauer, Weilheim/Teck)
  • die Domäne Avelsbach in Trier / Mosel (LBB - Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz, Niederlassung Trier)
  • die Weinmanufaktur Untertürkheim / Württemberg (Innenarchitekt Wolfgang Münzing, Flein)

Die Ausstellung ist in Landau ist zu den Öffnungszeiten der Landesgartenschau täglich von 9 bis 18 Uhr bis zum 19. Juli im Gebäude 110 (das ist der Ausstellungsbeitrag 112) im Rahmen der Präsentation „stadt.weiter.bauen“ zu sehen.

Weitere Informationen:

Architektenkammer Rheinland-Pfalz,
Annette Müller
Postfach 1150,
55001 Mainz,
Telefon 06131/99 60-22,
Telefax -62
E-Mail: mueller@akrp.de,
Internet: www.weinundarchitektur.de

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