22. Januar 2015

Ideenwettbewerb Rathaus Mainz

Der offene einphasige Wettbewerb zum Umbau des Rathauses Mainz ist entschieden. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Markus Neppl vergab zwei erste Preise, an die Arge agn Niederberghaus & Partner und Bierbaum.Aichele.Landschaftsarchitekten sowie achswerk architektur | städtebau.

Ziel des Wettbewerbs war es, Konzepte für eine bessere Einbindung des Rathauses in sein Umfeld, die Aktivierung des Umfeldes, Vorschläge für grundsätzliche funktionale Anpassungen im Rathaus und Anregungen für eine Verbesserung der Ausstrahlung und Akzeptanz des Rathauses zu bekommen.

1. Preis - Arge agn Niederberghaus & Partner und Bierbaum.Aichele.Landschaftsarchitekten

Der Entwurf der Arge agn Niederberghaus & Partner und Bierbaum.Aichele.Landschaftsarchitekten (Ibbenbüren, Mainz) biete ein anregendes städtebauliches Konzept zur Gestaltung des Jockel-Fuchs-Platzes, so die Jury. Mit geschickt eingesetzten Mitteln löse dieses die wesentlichen städtebaulichen Probleme, ohne die von Jacobsen geprägte Konstellation aus Rathausbau, Sockel, Brücke und Brückenturm infrage zu stellen. Der Entwurf sieht vor, das Niveau des Platzes auf die Höhe des Rathauseingangs abzusenken, wodurch der Zugang zum Rathaus großzügiger, die Beziehung von Platz und Gebäude eindeutiger und zugleich die Treppen und Rampen auf den Platz kürzer würden, so die Jury. Zur Rheinstraße und zur Rheingoldhalle bleibt das alte Platzniveau in einem schmalen Streifen erhalten. Das Eingangsgeschoss mit seiner von Jacobsen geprägten Raumkonstellation wird zugunsten eines verglasten Rathausforums aufgegeben, an der Uferpromenade sind ein Café und ein neuer Zugang mit Foyer geplant und das Dach, mit seinem Panoramablick über Stadt und Rhein soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zu den Wettbewerbsplänen:
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1. Preis - achswerk architektur | städtebau

Durch wenige präzise Eingriffe in den umgebenden Stadtraum erhalte das Rathaus mit dem Entwurf von achswerk architektur | städtebau (Saarbrücken, Frankfurt) eine neue Signifikanz und Zugänglichkeit, lobte die Jury. Zwischen Rheingoldhalle und Rathaus istals Einschnitt ein neuer, ebenerdiger Platz mit Blick auf den Eisenturm geplant, der einen visuellen, räumlichen Bezug zwischen Altstadt und Rhein herstellt. Die Parkgarage wird an dieser Stelle unterbrochen, bleibt über die unterirdische Verbindung aber weiterhin voll funktionsfähig. Vom neuen Platz aus führt eine breite Treppe auf das verbliebene Rathausplateau. Dieses wird zum Rhein hin auf das Eingangsniveau des Foyers abgesenkt und zur Rheinstraße durch eine schmale Stufenfolge vom Verkehrslärm abgeschirmt. Um auch dem zentralen Innenbereich des Rathauses den Charakter eines öffentlichen Raums zu geben, schlagen die Architekten vor, im Foyer sämtliche Einbauten mit Nischen und Mobiliar zu entfernen, das Foyer über drei Geschosse zu öffnen und mit einem Glasdach zu versehen.

Zum Wettbewerbsplan:
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3. Preis - Arge Michael Fichert Architekt und FMA Frank Müller

Die Arge Michael Fichert Architekt und FMA Frank Müller (Berlin) schlägt vor, den heutigen „Jockel-Fuchs-Platz“ auf das Niveau der Rheinufer-Promenade und der Rheinstraße abzusenken und die obere Ebene der Parkgarage dafür rückzubauen. Im neuen Erdgeschoss, dem bisherigen Untergeschoss, ist eine großzügige Eingangsebene geplant, die sich raumhoch verglast zum Platz öffnet. Prägende Elemente sind das Foyer mit einen Luftraum über drei Geschosse und galerieartigen Umgängen sowie ein neuer Innenhof. Die zahlreichen noch in originaler Ausstattung erhaltenen Räume sowie das Originalmobiliar wollen die Architekten als die maßgeblich denkmalwürdigen Elemente erhalten. Die Rheingoldhalle erhält eine Freitreppe zum Platz.

Zu den Wettbewerbsplänen:
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Anerkennungen

Zusätzlich vergab die Jury drei Anerkennungen:

Auch wenn mit dem Ergebnis noch keine eindeutige Antwort auf die Entwicklungsperspektive des Mainzer Rathauses gegeben werden könne, so die Jury, bildeten die prämierten Arbeiten eine hervorragende Grundlage für die notwendige Diskussion.