24. August 2012

Gespräch zwischen FDP-Landesverband und Kammer

Thomas Auler, stv. Vorsitzender des FDP- Landesverbandes, Dr. Elena Wiezorek Hauptgeschäftsführerin der Kammer, Jürgen Creutzmann, MdEP und Schatzmeister, Präsident Gerold Reker, Dr. Volker Wissing nach dem Gespräch
Freundliche Atmosphäre nach dem Gespräch: Thomas Auler, stv. Vorsitzender des FDP-Landesverbandes, Dr. Elena Wiezorek Hauptgeschäftsführerin der Kammer, Jürgen Creutzmann, MdEP und Schatzmeister, Präsident Gerold Reker, Dr. Volker Wissing, Vorsitzender des FDP-Verbandes und MdB, Vizepräsident Manfred Müller. Foto: Kristina Schäfer, Mainz
Foto: Kristina Schäfer, Mainz

Die Baukonjunktur, europäisches Vergaberecht und problematische Entwicklungen beim energieeffizienten Bauen und Sanieren waren die wichtigsten Themen beim Gespräch am 13. Juli 2012.

Für den Landesverband nahmen Dr. Volker Wissing, Vorsitzender und MdB, Thomas Auler, stellvertretender Vorsitzender, und Jürgen Creutzmann, Schatzmeister und MdEP, am Informationsaustausch teil. Auf der Kammerseite waren Präsident Gerold Reker, die Vizepräsidenten Ernst Wolfgang Eichler und Manfred Müller sowie Hauptgeschäftsführerin Dr. Elena Wiezorek beteiligt. Präsident Reker wies auf die angespannte Umsatzsituation der rheinland-pfälzischen Büros hin. Diese zeige sich auch in den Umfragen des ifo-Instituts. Neben der baukonjunkturellen Situation macht Reker auch die Auswirkungen des europäischen Vergaberechts dafür verantwortlich. Wichtige Auftraggeber für viele Architekten seien das Land und die Kommunen. Als Zugangsvoraussetzung für öffentliche Aufträge würden aber zunehmend überzogene Bürodimensionen und Referenzprojekte gefordert. Diese schlössen den traditionell kleinteilig strukturierten rheinland-pfälzischen Berufsstand systematisch von Aufträgen aus, förderten einen Konzentrationsprozess und behinderten den Marktzugang für junge Büros.

 

Nicht im Sinne der Gesellschaft und der Politik könnten auch die derzeitigen Entwicklungen beim energieeffizienten Bauen und Sanieren sein. 80 Prozent der Gebäude in Rheinland-Pfalz sind älter als 25 Jahre, sie müssen saniert und an heutige Energiestandards angepasst werden. Für viele Immobilienbesitzer sei das Beratungs- und Leistungsangebot aber nicht mehr überschaubar, berichtete Reker. Es gebe eine Vielzahl von Zertifizierungen, ein enormes Qualifikationsgefälle und eine für den Verbraucher intransparente Haftungssituation, bei der alleine die Architektenschaft für die Folgen ihrer Leistungen systematisch versichert ist während andere Marktteilnehmer für die baulichen Folgen einer Fehlberatung nicht haften.

In der derzeitigen HOAI-Novellierung ist die Honorierung von Bestands- und Energiesparmaßnahmen ebenfalls ein Problempunkt. Die Kammervertreter wiesen darauf hin, dass diese einen höheren planerischen Aufwand als Neubauten erforderten, der auch entsprechend honoriert werden müsse. Die Einbeziehung der vorhandenen Bausubstanz in die Vergütungsgrundlage biete hierfür eine angemessene, praktikable Lösung.

Die Vertreter des FDP-Landesverbandes zeigten Verständnis für die angesprochenen Probleme. Ein konstanter Informationsaustausch wurde vereinbart.