08. Februar 2017

Gebäudeenergiegesetz (GEG): offizieller Referentenentwurf VERABSCHIEDUNG GEPLATZT!

„Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kältebereitstellung in Gebäuden": Der offizielle Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) liegt nun vor, in welchem die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengeführt worden sind.

 

UPDATE:

Für den 15.2.2017 war die Verabschiedung im Bundeskabinett vorgesehen. Dieser Termin ist nun geplatzt. Am Vortag wurde die Besprechung des Entwurfs auf Drängen eines Teils der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag vor der Sitzung der Bundesregierung ohne Angabe eines Ersatztermins von der Tagesordnung gestrichen.

Ursprünglich sollte das Gesetz noch im Februar beschlossen werden und zum 1. Januar 2018 in Kraft treten. Dieser Zeitplan ist nun in weite Ferne gerückt. MEHR

Das Gesetz sollte noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden und nach derzeitiger Planung zum 1.Januar 2018 in Kraft treten. Folgende Punkte sollten Berücksichtigung finden:

  • Zusammenführung von EnEG / EnEV und EEWärmeG zu einem einheitlichen Regelwerk mit der Bezeichnung "Gebäudeenergiegesetz" (GEG).
  • Einführung der Neufassung der DIN V 18599 von Oktober 2016 für die energetische Bilanzie- rung aller Gebäude. Das Bewertungsverfahren für Wohngebäude nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 soll dadurch mit einer Übergangsfrist abgeschafft werden.
  • Definition des energetischen Standards eines "Niedrigstenergiegebäudes" für Neubauten Nicht- wohngebäude der öffentlichen Hand, der ab Anfang 2019 verbindlich anzuwenden ist. Dieser Standard liegt in etwa auf dem Niveau eines KfW-Effizienzhaus 55 und damit etwa 20 Prozent- punkte unter dem derzeitigen Neubauniveau (seit 01.01.2016). Eine Verschärfung des energeti- schen Anforderungsniveaus ist nach derzeitigem Stand nur für Neubauten Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand, nicht jedoch für private Wohn- und Nichtwohngebäude geregelt.
  • Einführung eines "Bonus-Systems" für die Nutzung von Erneuerbaren Energien auf Gebäude- oder Quartiersebene
  • Neufestlegung der Primärenergiefaktoren unter Berücksichtigung individueller Nachhaltig- keitskriterien für jeden Energieträger
  • Einführung eines "Erfüllungsnachweises" für Neubauten zur Verbesserung des Vollzugs der Anforderungen
  • Zusätzliche Angabe der sich aus dem Primärenergiebedarf bzw. -verbrauch ergebenden CO2- Emissionen eines Gebäudes im Energieausweis