10. Oktober 2015

Fortsetzung folgt... !

Foto: Britta Scherfer, Kaiserslautern

Abschied Landesgartenschau: Der Prozess stadt.weiter.bauen., in dem gemeinsam mit Bürgern, Politik und Experten die aktuellen und künftigen Themen der Stadtentwicklung Landaus und der Region diskutiert werden, verließ mit der Finissage am vergangenen Samstag seinen „kreativen Ausnahmezustand“ auf der Landesgartenschau, mit dem Ziel, konkrete Projekte in die Stadt und seine Stadtdörfer zu tragen.

„Stadtentwicklung endet nicht. Und der Prozess stadt.weiter.bauen. ist ein klares Bekenntnis dazu, so Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer, Finissage am 10.10.2015.

Rund 60 Interessierte aus Politik, Verwaltung, Architektenschaft und Wohnungswirtschaft feierten am vergangenen Samstag in den Ausstellungsräumen von stadt.weiter.bauen. den Abschluss der zugehörigen Veranstaltungsreihe. 25 Ausstellungen, 25 Vortrags-, Podiumsdiskussions- und Fachaustauschveranstaltungen, 35 Fachführungen, 3 Bürgerwerkstätten, verschiedenste Mitmachaktionen und Beratungsangebote - insgesamt ca. 130 Termine auf der Landesgartenschau und in der Stadt Landau - alle mit der Zukunft Landaus und seiner Region beschäftigend, gehen zu Ende.

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann…“ - mit diesem wegweisenden Zitat des französischen Schriftstellers, Malers und Grafikers Francis Picabia eröffnete Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer die Finissage des kooperativen Prozesses stadt.weiter.bauen. der Stadt Landau, des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz auf der Landesgartenschau. Passend zum letzten Themenbereich landau.quer.denken., in dessen Rahmen Resümee über die vergangenen sechs Monate gezogen wurde, regte er damit an, regelmäßig Perspektiven zu wechseln und somit einen differenzierten, immer wieder neuen Blick auf die Bedürfnisse unserer sich wandelnden Gesellschaft und die damit verbundenen wichtigen Zukunftsthemen der Stadtentwicklung und gebauten Umwelt zu lenken. Schlimmer betonte, dass diese intensive Phase des Diskurses auf der Landesgartenschau als Anfang zu begreifen sei, für einen anhaltenden, integrativen Stadtentwicklungsprozess. Symbolisch für die Verstetigung stand seine verbale „Staffelholzübergabe“ an Dr. Maximilian Ingenthron, der ab 01. Januar 2016 als Bürgermeister die Nachfolge Schlimmers als Baudezernent antreten wird.

Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen hob den experimentellen und gleichzeitig exemplarischen Charakter des Prozesses hervor, der über ExWoSt Mittel gefördert wird. Hier wurde die „Komfortzone“ des Alltags verlassen, um mit neuen außergewöhnlichen Methoden beispielhaft für Landau, aber auch andere Kommunen mit ähnlichen Fragestellungen, neue Wege des Dialogs zur Stadtentwicklung und zur Baukultur gemeinsam mit allen daran beteiligten Akteuren einzuschlagen. „Mitwirken heißt kompetent werden“, so die Ministerin und lobte damit den erreichten Mehrwert von stadt.weiter.bauen. als Lern-, bzw. Bildungsplattform. Mit dem Zitat des Philosophen Konfuzius „Der Weg ist das Ziel“ wünschte auch Ahnen dem Projekt die notwendige Offenheit für das Weitertragen der gewonnen Erkenntnisse in die Zukunft.

Für die Fortführung des „Mehr Miteinander“ appellierte der Vorsitzende der örtlichen Kammergruppe der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und Architekt Uwe Knauth in seinem Grußwort. Die rege Teilnahme an der kooperativen Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe lasse auf ein großes Interesse der Bevölkerung an einer qualitätvollen gebauten Umwelt schließen, für die es sich lohne, die über die gemeinsame Vor- und Aufbereitung entstandene neue gemeinsame Kommunikationskultur- und plattform, insbesondere auch mit der örtlichen Architektenschaft, zu sichern und weiterzuführen.

Prof. Ansgar Lamott ermutigte ebenfalls den aus der Idee einer Bauausstellung im herkömmlichen Sinne geborenen, integrativen Dialog weiterzuführen. Auch im Namen des Beirat+, zu dem er gemeinsam mit Prof. Ulrike Kirchner und dem Performancekünstler Wolfgang Sautermeister zur fachlichen Begleitung des Prozesses stadt.weiter.bauen. berufen wurde. Er formulierte konkrete Ziele für die künftige Landauer Stadtentwicklung und appellierte an Politik, Verwaltung und Planer die aus dem bisherigen Prozess erwachsenen Chancen nicht vorübergehen zu lassen und Verantwortung dafür zu übernehmen, die theoretischen Erkenntnisse und Ansätze in konkrete Projekte zu transformieren. Eben diese Ziele, die sich u.a. vom Thema bezahlbarer Wohnraum für alle, über den Erkenntnisgewinn der jeweiligen ortsspezifischen (baulichen) Qualitäten, nicht nur der Kernstadt, sondern auch der Stadtdörfer, deren Sicherung und behutsamer Ergänzung, sowie der Etablierung neuer Arbeitsteams erstreckten, fanden sich wieder in der bildhaften Reflexion des stadt.weiter.bauen.-Teams des Stadtbauamtes Landau, unterstützt durch die externe Beratung Judith Nägelis.

Abgerundet wurde das Programm durch den Poetry-Slamer Stefan Dörsing, Träger des Martha-Saalfeld-Preises für Literatur des Rheinland-Pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. Dörsings poetische Reflexion dazu wie man die Stadt möglichst konstruktiv weiter entwickeln kann, beschäftigte sich u. a. mit der Orientierung - an der Stadt selbst, den Menschen darin und deren Bedürfnissen. Mit einem Aufruf, eigene Reflexionen und Wünsche für und an stadt.weiter.bauen. zu formulieren und diese in Form von „Wunschkugeln“ als eine Art „Gästebuch“ im weiteren Sinne in die Ausstellungsräume zu hängen, leitete Dörsing über in den offenen Austausch. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch das Percussion Duo „Little Drum“, bestehend aus Marcel Millot und Ingo Schmidinger, die bereits mit ihren kurzen musikalische Interventionen Akzente setzten, sowie zum Ausklang von DJ Jens Stricker aus Karlsruhe.

Eine Zusammenfassung der Aktionen der letzten sechs Monate, sowie die daraus gewonnen Erkenntnisse, Thesen und Leitfragen sind ebenso, wie die Wünsche und Zitate, die die Gäste dem Projekt mit auf den Weg geben im Rahmen einer gewachsenen Ausstellung noch bis einschließlich Sonntag, dem 18. Oktober 2015 in den stadt.weiter.bauen.-Ausstellungsräumen im Gebäude 110 auf der Landesgartenschau zu besichtigen. Gemäß dem Motto „Fortsetzung folgt…!“ werden die Ergebnisse bis Anfang 2016 in eine Dokumentation münden, die als Grundlage und Arbeitspapier für konkrete Projekte der künftigen Stadtentwicklung Landaus und der Region dienen soll.

Pressemitteilung der Stadt Landau in der Pfalz