03. November 2016

Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmplatten: Aktueller Erlass als Hilfestellung für die Entsorgung

Die Änderung der deutschen Abfallverzeichnisverordnung zum 30. September 2016 hat bundesweit zu Diskussionen geführt. Durch die Änderung hat der Gesetzgeber alte, mit dem Flammschutzmittel HBCD belastete Dämmstoffplatten aus Polystyrol als gefährlichen Abfall klassifiziert.

Seit Frühjahr 2016 gilt für das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) in der EU ein weitgehendes Handels- und Verwendungsverbot. Seitdem treten Verunsicherungen bei der Entsorgung insbesondere von HBCD-haltigen Dämmmaterialien auf.

Der Abfallentsorgungsweg der Verbrennung von HBCD-haltigen Dämmstoffen hat sich durch diese Änderung der Abfallverzeichnisverordnung nicht geändert. HBCD-haltige Polystyrolabfälle können in Rheinland-Pfalz nach wie vor in jeder Abfallverbrennungsanlage entsorgt werden. Es muss jedoch vom Betreiber die entsprechende Zulassung beantragt werden. Mehrere Anlagen in Rheinland-Pfalz haben diese Zulassung bereits. Um die bestehenden Verunsicherungen zu beheben, hat das Umweltministerium am 27.10.2016 einen Erlass herausgegeben, in dem die Handhabung der Entsorgung erläutert wird.

Der Erlass verdeutlicht, dass HBCD-haltige Dämmplatten nicht an der Baustelle getrennt werden müssen, da die Entsorgung in jedem Fall über thermische Verwertung erfolgen wird. Bauabfälle mit weniger als 0,5 Kubikmeter pro Tonne oder rund 25 Volumenprozent HBCD-haltigem Dämmmaterial können wie bisher als nicht gefährlicher Abfall in allen Hausmüllverbrennungsanlagen entsorgt werden.

Heutige Dämmstoffplatten aus Polystyrol oder Polyurethan enthalten laut Herstellern keine HBCD-haltigen Flammschutzmittel mehr.

Auf der Website des Umweltministeriums sind der Erlass „Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe aus Polystyrol" sowie häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema abrufbar. Mehr...