22. Juli 2013

Bedarfsgerechter Wohnraum in Trier

Es diskutierten Jan H. Eitel, Oberbürgermeister Klaus Jensen, Kammerpräsident Gerold Reker, die Moderatorin Christiane Wolf, Stefan Ahrling und Anna Gros
Jan H. Eitel, Klaus Jensen, Kammerpräsident Gerold Reker, die Moderatorin Christiane Wolf, Stefan Ahrling und Anna Gros (v.l.n.r.)
Foto: Helmut Thewalt

Nach Mainz war die Tuchfabrik Trier am 13. Juni die zweite Station der Veranstaltungsreihe „Impulse für den Wohnungsbau“. Dass das Thema auch in Trier brisant ist, zeigten die mehr als 100 interessierten Besucher.

Besonders in den Ballungszentren ist bezahlbarer oder barrierefreier Wohnraum rar. In Trier verschärfen mehr als 15.000 Studierende und das nahe, reiche Luxemburg die Situation. Die große Nachfrage treibt die Preise: Trier zählt zu den 20 teuersten Städten der Bundesrepublik. Auch wenn man in Rheinland-Pfalz noch vergleichsweise günstig wohnt, liegen die Durchschnittsmieten pro Quadratmeter in Trier bei sieben Euro, seit 2008 sind sie um 7,5 Prozent und damit dreimal so stark gestiegen wie im Landesdurchschnitt. Beim Eigentumserwerb sieht es nicht besser aus: Der Preis der Ein- und Zweifamilienhäuser ist seit 2006 um zehn Prozent gestiegen. „Heute sind in Trier im Mittel 8,6 Jahresgehälter erforderlich, um ein Eigenheim zu finanzieren, in Mainz sieben, im ländlichen Raum weniger als drei“, verdeutlichte Kammerpräsident Gerold Reker die Situation.

Stefan Ahrling, Vorstandssprecher der Wohnungsbau und Treuhand AG GBT Trier, wies darauf hin, dass auch die stetig erhöhten gesetzlichen Anforderungen, wie beispielsweise die der neuen EnEV, zu den steigenden Baukosten beitragen. Oberbürgermeister Jensen beanstandete, dass der Wohnungsbestand der Stadt mit seinen rund 700 Wohnungen in beklagenswertem Zustand sei. Sozialer Wohnungsbau habe in den letzten dreißig Jahren quasi nicht mehr stattgefunden. Jetzt setze er auf das neue Landeswohnraumfördergesetz, das den sozialen Wohnungsbau für Investoren wieder attraktiver machen soll. Auch müssten neue Wohngebiete im Flächennutzungsplan ausgewiesen und vorhandene Bebauungspläne überdacht werden, so Jensen. Reker unterstrich dies: Neueste Forschungen hätten gezeigt, dass eine präventive Bodenpolitik die Baukosten reduzieren könne, da der größte Kostenfaktor beim innerstädtischen Bauen der Grundstückserwerb sei.

Zur Veranstaltung eingeladen hatte die Landesinitiative „Impulse für den Wohnungsbau Rheinland-Pfalz“, zu der sich landesweit zwölf Organisationen aus den Bereichen des Planens und Bauens, der Wohnungswirtschaft, der Mieter- und Sozialverbände zusammengeschlossen haben. Ziel der Initiative ist es, den Wohnungsbau in Rheinland-Pfalz stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken.