24. Juli 2019

Bauhaus unter Sternen

Nachtaufnahme mit Farbprojektionen auf der Fassade des Tiny House
Werkstattgebäude des Bauhaus Dessau als Tinyhouse von Van Bo Le-Mentzel, CC-BY SA Tinyhouse University, mit projection mapping der Hochschule Kaiserslautern.
Foto: Kristina Schäfer, Mainz

Das Bauhaus feiert 2019 Hundertjähriges. Aus diesem Anlass lud die Kammergruppe Mainz / Mainz-Bingen für die 'wochen der baukultur' ein Mini-Bauhaus nach Mainz ein.

Entworfen vom Architekt Van Bo Le-Mentzel als Tiny House, soll die "Wohnmaschine" auf die brennenden Themen unserer Zeit wie Wohnungsmangel, Globalisierungsfolgen, Migration und Rassismus aufmerksam machen. Dazu tourt es 2019 durch Deutschland.

Der Berliner Architekt und Designer geht die Probleme im urbanen Raum kreativ und mit verändertem Blickwinkel an. Den Werkstattflügel des Bauhaus in Dessau hat er im Maßstab 1:6 auf einen PKW-Anhänger als Tiny House gebaut. Die sogenannte "Wohnmaschine" besteht aus zwei Zimmern, Küche und Bad auf einer Fläche von insgesamt 15 Quadratmetern.

In Mainz war die "Wohnmaschine" auf der Malakoff-Terrasse Ausgangspunkt für viele Veranstaltungen im Stil eines Architekturfestivals mit Stadt- und Baustellenführungen, Vorträgen und Workshops, und der Ausstellung eines Innovation LAB der Hochschule Mainz, Fachrichtung Innenarchitektur, in Kooperation mit flying shapes.

Täglich konnten Besucher im realen Raum des Tinyhouse Bauhaus in virtuelle Welten eintauchen. Mit Hilfe der Virtual Reality Software flyingshapes war es möglich, im virtuellen Raum Formen und Gegenstände zu modellieren und zu erleben, die vor Ort auch real mit Hilfe eines 3D Druckers gefertigt werden konnten. Im virtuellen Raum ging das Tinyhouse Bauhaus auf Reisen. Die fiktiven, teilweise auch utopischen oder surrealen Orte wurden im Fach Digitales Entwerfen, Innenarchitektur der Hochschule Mainz unter Leitung von Prof. Klaus Teltenkötter entwickelt. Gezeigt wurden im realen Raum des Tinyhouse 3D Modelle aus dem Bereich Digitale Fertigung, die mit Hilfe von 3D Druck, Lasercutter und Industrierobotern gefertigt wurden. Im Rahmen von Workshops konnten Schulklassen das Thema Digitale Planung & Fertigung real und im virtuellen Raum erleben.

Das Innovation-Lab "Virtual Reality – Bauhaus unter Sternen" war ein Kooperationsprojekt der Hochschule Mainz und dem Mainzer Software-Unternehmen für CAD in Virtual Reality flyingshapes. Die Workshops für Schüler und das Innovation LAB finden in Kooperation mit der Schnittstelle Schule/Hochschule Mainz, wurde gefördert durch das Forschungsprogramm "Wissen schafft Zukunft" des Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

Die "Wohnmaschine" präsentierte darüber hinaus mit Plakaten und am 18. Juni 2019 durch Vorträge die drei Mainzer Projekte, die beim 2. Mainzer Architekturquartett am 25. Juni diskutiert wurden: das 1929 im Sinne des Neuen Bauens errichtete, ehemalige Telegraphenamt am Münsterplatz, vorgestellt von Helge Hußmann, das Mehrgenerationenhaus Hille-Heijnen in den Gonsbach-Terrassen, vorgestellt von Marcus Hille und das Schwarze und Weiße Haus in Gonsenheim, vorgestellt von Henning Grahn.

Die "Wohnmaschine" ist ein Tiny-House-Projekt von Tiny House University/TinyFoundation in Kooperation mit SAVVY Contemporary im Rahmen des Projekts "Spinning Triangles", gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die IKEA Stiftung.

MEHR… zum 2. Mainzer Architekturquartett

Kirsten Schewe, Mainz (Team Kammergruppe 7)