20. August 2019

Ausstellungseröffnung "Strategien der Moderne" in Trier

Dr. Karl-August Heise, ausgewiesener Kenner der Moderne in Trier, diskutierte mit Prof. Oskar Spital-Frenking und Edda Kurz die Einflüsse des Neuen Bauens auf die älteste Stadt Deutschlands.
Dr. Karl-August Heise, ausgewiesener Kenner der Moderne in Trier, diskutierte mit Prof. Oskar Spital-Frenking und Edda Kurz die Einflüsse des Neuen Bauens auf die älteste Stadt Deutschlands.
Foto: Simon Malz, Offenbach

Seit Anfang August gastiert die Wanderausstellung der Architektenkammer zum Bauhausjubiläum an einem ganz besonderen Ort: Die Räume der Thermen am Viehmarkt in Trier mit dem römischen Mauerwerk, Wasserbecken und Zisternen aus dem 2. Jahrhundert, bilden einen spannungsreichen Kontrast zur Architekturausstellung „Strategien der Moderne am Beispiel einer Stadt: Kaiserslautern“.

 

 

Herbert Sommer, Leitender Ministerialrat des Finanzministeriums Rheinland-Pfalz, begrüßte zur Eröffnungsveranstaltung rund hundert Gäste. Eine Einführung in die Ausstellung gab Franziska Wilcken M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Geschichte und Theorie der Architektur der TU Kaiserslautern, Fachbereich Architektur (fatuk), die auch an der Konzeption der Schau beteiligt war. Das anschließende Gespräch „Strategien der Moderne – Spurensuche in Trier“ führten Prof. Oskar Spital-Frenking (Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Architektur) und Dr. Karl-August Heise (Heise Architektur+Städtebau, Trier). Moderiert wurde die Diskussion von Edda Kurz, Vizepräsidentin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Die Teilnehmer gingen der spannenden Frage nach, welchen Einfluss die Idee des Neuen Bauens auf die Architektur in Trier hatte. Eindeutig zum Bauhaus gehört das Stadtbad an den Kaiserthermen aus den 1920er Jahren, entworfen von den Trierer Architekten Brand und Mertes. Unter diesem Aspekt ebenfalls bemerkenswerte Bauten sind die Synagoge und die Stadtbibliothek Weberbach des Architekten Alfons Leitl, der zu den wichtigsten Protagonisten des Neuen Bauens in Deutschland zählt und in den 1950er Jahren Baurat in Trier war.

Das Schlusswort hielt Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), der nicht nur auf den beeindruckenden Glasbau des Architekten Oswald Mathias Ungers einging, der die Thermen seit 1996 schützt, sondern auch die Gelegenheit nutzte, um die neue Broschüre der GDKE „Architektur des 20. Jahrhunderts in Rheinland-Pfalz“ vorzustellen.

Zu sehen ist die Ausstellung in Trier noch bis zum 15. September, immer Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Danach wandert sie weiter nach Kaiserslautern, Ausstellungseröffnung dort ist am 15. Oktober.