29. Juli 2019

Ausstellung „Strategien der Moderne am Beispiel einer Stadt: Kaiserslautern“ in den Viehmarktthermen in Trier

Im Bauhaus-Jubiläumsjahr zeigt eine neue Architekturausstellung in den Viehmarktthermen in Trier, welche Bewegungen dem Aufbruch in die Moderne vorausgegangen sind und wie die revolutionären Ideen der legendären Kunstschule bis heute nachwirken - am Beispiel der Stadt Kaiserslautern.

22. Juli 2019

10/2019

TRIER Thema der Ausstellung "Strategien der Moderne am Beispiel einer Stadt: Kaiserslautern" sind Bewegungen und Gegenbewegungen der historischen Epoche der Moderne, die um 1800 begann und bis in die Gegenwart reicht. Diese werden exemplarisch an der architektonischen und städtebaulichen Entwicklung der pfälzischen Industrie- und Universitätsstadt erläutert: Von der Adler­apotheke (1809-10) über das Pfälzische Gewerbemuseum (1875-80) bis zum 84 Meter hohen Neuen Rathaus von 1968, das eines der markantesten aber auch umstrittensten Wahrzeichen der Stadt ist. Die Ausstellung, die am Lehrgebiet Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Kaiserslautern erarbeitet wurde, geht der Frage nach, wie sich die Moderne in einer rheinland-pfälzischen Stadt wie Kaiserslautern, weitab vom Bauhaus und den Zentren der Kunst- und Architekturdiskussion der Weimarer Republik manifestiert.

Doch die Geschichte des Städtebaus in Kaiserlautern ist vor allem mit dem Namen von Hermann Hussong (1881 - 1960) verbunden. Der in Karlsruhe und München ausgebildete Architekt trat kurz vor dem Ersten Weltkrieg in die Verwaltung ein. Seine weitsichtigen Planungen aus der Zeit der Weimarer Republik sind bis heute stadtbildprägend. Im Zentrum einer Hussong-Sonderabteilung stehen Fotografien, zeitgenössische Gipsmodelle und Pläne, die das Wirken des Stadtbaurates dokumentieren. "Die Impulse der Moderne und der mit ihnen verbundene Mentalitätswandel sind nach wie vor wirksam, wie wir zu Zeiten der jüngsten industriellen Revolution, die im Zeichen des Digitalen und virtueller Welten steht, wieder einmal erfahren dürfen. Sie in Überkommenem und scheinbar Altem, und eben auch im Gewand von Historismus und Antimoderne, freizulegen, schärft die Sinne und übt das Denken", so Prof. Dr. Schirren, der die Ausstellung im Auftrag der Architektenkammer Rheinland-Pfalz sowie des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz kuratierte. Die Wanderausstellung wurde durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gefördert und von der Generaldirektion Kulturelles Erbe, die auch die Räume der Viehmarktthermen für die Präsentation in Trier zur Verfügung stellt, unterstützt.

Am Donnerstag, den 8. August 2019 findet ab 19 Uhr eine Eröffnungsveranstaltung statt. Nach einer Einführung durch Franziska Wilcken M.A. (TU Kaiserslautern) findet eine Gesprächsrunde mit Edda Kurz, Vizepräsidentin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Prof. Oskar Spital-Frenking von der Hochschule Trier (Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Architektur) sowie Dr. Karl-August Heise (Heise Architektur+Städtebau, Trier) statt. In dem Gespräch mit dem Titel "Strategien der Moderne - Spurensuche in Trier" werden die in der Ausstellung dargestellten vielschichtigen Bezüge zur Epoche der Moderne auf Trier und andere Orte in Rheinland-Pfalz übertragen, um deren übergeordnete Gültigkeit zu diskutieren.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 25. Juli bis 15. September 2019 in den Thermen am Viehmarkt in Trier (immer Di - So, 9 - 17 Uhr, Erw. 4 €, Kinder bis 18 J. 3 €, Kinder unter 6 J. frei).

Weitere Informationen: Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Katja Nolles, Postfach 1150, 55001 Mainz, Tel. 06131/99 60 22, E-Mail: nolles@akrp.de. Wir stellen Ihnen gerne einen Interviewpartner und Bildmaterial zur Verfügung.

 

Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz: Die Förderung der Baukultur, des Bauwesens, der Landschaftspflege und der städtebaulichen Entwicklung gehören zum gesetzlichen Auftrag der Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Die Architektenkammer wurde 1950 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, ihr gehören alle Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner des Landes an, unabhängig davon, ob sie ihren Beruf freischaffend, angestellt oder beamtet ausüben. Um ihrem Auftrag, der Förderung der Baukultur des Landes, gerecht zu werden, ist es Ziel der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Architektur, Innenarchitektur, Städtebau und Landschaftsarchitektur durch Veranstaltungen, Ausstellungen, Preise und Publikationen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Zu den zentralen Veranstaltungen zählt beispielsweise der jährlich am letzten Juni-Wochenende stattfindende "Tag der Architektur". Gesetzliche Grundlage der Kammerarbeit ist das Architektengesetz Rheinland-Pfalz. 1993 hat die Architektenkammer Rheinland-Pfalz die "Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz" gegründet, die gemeinsam mit dem Ministerium der Finanzen und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz sowie der Kammer selbst Trägerin des Zentrums Baukultur im Brückenturm in Mainz ist.