27. August 2008

Architekten engagiert beim Zukunftsworkshop in Kaub

Kaub und die gesamte Mittelrheinregion kämpfen seit Jahren gegen einen massiven Bevölkerungsrückgang. Bahnlärm, die Hochwasserproblematik und eine schlechte Verkehrsanbindung sind die Hauptprobleme. Um Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen fand am 18. und 19. August ein Workshop mit Architekten aus der Region statt.

Unter der Leitung von Markus Neppl von der Universität Karlsruhe entwickelten die beteiligten Architekten und Stadtplaner Ideen um die Attraktivität der Stadt zu steigern. „Werte erhalten - Zukunft gestalten ist ein Schlagwort, das im Rheintal besonders griffig ist“, erklärte Kammerpräsident Stefan Musil. Die Region solle lebendig sein und kein Museum. Die grundlegende Schwierigkeit sei, Perspektiven des Machbaren herauszufinden.

Nachdem sich die Mitglieder des Arbeitskreises durch Stadtrundgänge ein Bild vom Status quo in Kaub gemacht hatten, wurden die Probleme (Überalterung, fehlende Investitionen, Leerstände, Bahnlärm, fehlende Schulen) mit den Chancen (vor allem das attraktive Umland mit dem Rheinsteig) verglichen. Wichtig für Veränderungen sei, die Bereitschaft der Bevölkerung. Als vorherrschendes Problem machten die Planer den Bahnlärm in Kaub aus. Um die Ortschaft zu schützen wurde eine Lärmschutzmaßnahme in der Gartenstraße angedacht.

Empfehlenswert sei weiterhin eine einheitliche Gestaltung mit Materialvorschlägen. Zudem müsse der baulich schwierige Bereich der Metzgergasse dringend verbessert werden, leer stehende und sanierungsbedürftige Gebäude prägen die Gasse. „Wenn man es dort nicht schafft, städtebaulich etwas zum Besseren zu verändern, schafft man es nirgends“, ist ein Teilnehmer überzeugt.

Bei einer Vorabpräsentation am Abend des 19. August im Kauber Rathaus wurden die ausgearbeiteten Ansätze gezeigt. „Wir gehen mit dem Optimismus aus Kaub weg, dass sich hier wirklich etwas verändern lässt“, war die Quintessenz des Workshop-Leiters Neppl. Wichtig sei vor allem, dass die Ideen finanzierbar blieben und die Bevölkerung dafür gewonnen werden könne. Von den Ideen zeigte sich auch Stadtbürgermeister Heribert Werr beeindruckt. Mit Spannung erwartet auch er nun den 17. September, dann sollen die in der Zwischenzeit weiter ausgearbeiteten Ideen des Arbeitskreises der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Beteiligte Architekten und Stadtplaner: Dipl. Ing.e Maren Keiner, Boppard; Nadya König-Lehrmann, Zweckverband Welterbe; Thorsten Raab, Zweckverband Welterbe; Marco Lieser, Emmelshausen; Dirk Melzer, Kaub; Susanne Schönel, Bacharach; Thorsten Seifert, Kaub; Frank Wolf, Boppard; Gerlinde Wolf, Emmelshausen; Herr Knop, Oberwesel.